ETF-Handel: "Euphorie ist zurück"


09.02.21 15:24
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Jubelstimmung an den Börsen: Nicht nur der DAX hat am gestrigen Montag mit 14.190 Punkten ein neues Allzeithoch markiert, so die Deutsche Börse AG.

Auch die US-Börsen mit Dow Jones, S&P 500 und NASDAQ hätten neue Höchstwerte erreicht. Treiber seien die rückläufigen Corona-Infektionszahlen und die Hoffnung auf einen kräftigen Konjunkturaufschwung sowie das üppige Konjunkturpaket der neuen US-Regierung. Am Dienstagmorgen zeige sich der deutsche Aktienmarkt zwar etwas schwächer, der DAX liege bei 14.013 Punkten, die Stimmung bleibe aber gut.

"Nach den Turbulenzen vergangene Woche scheint die Euphorie zurück zu sein", bemerke Hubert Heuclin von BNP Paribas. Jeder Tag ende positiv. "Ist das ein Gewinnermarkt für alle?", frage sich der Händler. Zumindest deuteten die Makro-Daten auf eine sich erholende Wirtschaft und der US-Kongress bereite sich auf weitere Ausgaben vor. "Und die FED vermittelt, dass ihr exzessive Spekulationen und Bewertungen an den Kapitalmärkten letztlich egal sind." Aktien-ETFs würden jedenfalls beliebt bleiben, anders als in den Vorwochen fließe zudem auch wieder viel Geld in Anleihen-ETFs, wie Heuclin melde.

Was Aktien-Indexfonds angehe, würden sich Anleger auf globale Tracker konzentrieren. Gefragt seien laut Heuclin weiter viele ETFs mit Nachhaltigkeitskonzepten, etwa der CSIF MSCI World ESG Leaders Blue.

Zuflüsse registriere er aber auch für Themen-ETFs wie den iShares Ageing Population. Der bilde Unternehmen ab, die vom demografischen Wandel mit immer mehr älteren Menschen profitieren könnten. Außerdem hätten Anleger auf den Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data gesetzt.

Auf den Abgabelisten der BNP Paribas-Kunden hätten hingegen der Vanguard FTSE All-World, der währungsgesicherte iShares S&P 500 und der iShares MSCI Australia gestanden.

Fortgesetzt habe sich darüber hinaus das Interesse an Emerging Markets-Aktien. Andreas Schröer von Lang & Schwarz melde Käufe für den iShares Core MSCI EM IMI. Der zähle auch zu den meistgehandelten ETFs an der Börse Frankfurt in den vergangenen fünf Handelstagen. Der ETF biete Zugang zu Schwellenländeraktien mit hoher, mittlerer und geringer Marktkapitalisierung. Länderschwerpunkt sei China mit 37 Prozent, gefolgt von Taiwan (14 Prozent), Südkorea (14 Prozent), Indien (10 Prozent) und Brasilien (5 Prozent). Von den Unternehmen her seien Taiwan Semiconductor, Tencent, Alibaba und Samsung am höchsten gewichtet. Seit Jahresanfang sei der Kurs bereits um 10,7 Prozent gestiegen, auf Dreijahressicht seien es 9,6 Prozent im Jahr gewesen.

Angesichts der ungebremsten Aufwärtsbewegung an der NASDAQ gehe auch weiter viel um in Nasdaq-ETFs (ISIN IE00B53SZB19 / WKN nicht bekannt; ISIN DE000A0F5UF5 / WKN A0F5UF). Hoch im Kurs stünden auch speziellere Technologiebereiche, etwa mit dem iShares Automation & Robotics oder dem iShares Health Care Innovation.

Schröer berichte von großem Interesse am Invesco Elwood Global Blockchain. Der biete Zugang zu globalen Unternehmen, die im Bereich Blockchain tätig seien. Er komme im laufenden Jahr schon auf ein Plus von 30 Prozent. Der iShares Global Clean Energy (ISIN IE00B1XNHC34 / WKN nicht bekannt) gehöre weiter zu den umsatzstärksten ETFs an der Börse Frankfurt.

Auffällig im Handel mit Anleihen-ETFs würden die hohen Zuflüsse in ETFs bleiben, die chinesische Staatsanleihen (ISIN IE00BYPC1H27 / WKN A14T8G) abbilden würden. Die Anlagekategorie habe übrigens schon 2020 zu den beliebtesten im ETF-Markt gehört, wie Zahlen von Morningstar zeigen würden: 4,7 Milliarden Euro seien in solche ETFs geflossen - für Morningstar eine "handfeste Überraschung".

Beliebteste Anlagekategorien im ETF- und ETP-Markt 2020 seien Morningstar zufolge Rohstoff-Produkte mit Zuflüssen von gut 13 Milliarden Euro, globale Aktien (MSCI World oder FTSE World) mit 12,5 und Technologieaktien mit 6,4 Milliarden Euro gewesen. ETFs mit chinesischen Renminbi-Anleihen hätten Platz vier belegt.

Außerdem würden sich die Käufe von inflationsgeschützten Anleihen fortsetzen. Hintergrund seien Sorgen um steigende Preise - vor allem in den USA. Befürchtet werde, dass US-Präsident Biden mit dem neuen Konjunkturpaket zu weit gehe. Eine zu ausgabefreudige Finanzpolitik könne nach der Pandemie, wenn die Leute wieder mehr Geld ausgeben würden, schnell zu höheren Inflationsraten führen, heiße es. Anleger würden daher zum Beispiel auf den Xtrackers II Global Inflation-Linked Bond EUR Hedged (ISIN LU0290357929 / WKN DBX0AL), den iShares Global Inflation Linked Govt Bond (ISIN IE00B3B8PX14 / WKN nicht bekannt) und den iShares USD TIPS USD (ISIN IE00B1FZSC47 / WKN A0LGP8) setzen. (09.02.2021/fc/a/e)





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