ETF-Handel: Die Breite überzeugt


13.06.17 16:12
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Einer verkürzten Woche zum Trotz ziehen die Umsätze mit börsengehandelten Indexfonds wieder an, so die Deutsche Börse AG.

"Im Vergleich zu den Vorwochen hat sich die ETF-Handelsaktivität bei uns verdoppelt", berichte Oliver Kilian. Bei ansehnlichen Umsätzen registriere der Händler der UniCredit eine besondere Vorliebe für Aktienportfolios entwickelter Staaten. "Auch im Rentenbereich ging einiges um."

Von den zahlreichen politischen Ereignissen habe insbesondere die Insolvenz der spanischen Banco Popular die Anlegergemüter bewegt, wie Carsten Schröder von der Commerzbank registriere. "Mittlerweile beschäftigen sich ETF-Investoren verstärkt mit Technologiewerten, wobei sich auch hier die Lage wieder etwas relativiert habe."

Nachdem der deutsche Leitindex im Nachgang der NASDAQ-Verluste zum Wochenbeginn um knapp 1 Prozent auf 12.690 Zähler verloren habe, würden deutsche Aktien heute einen Teil der Verluste wieder wettmachen.

Aus dem Anstieg der DAX-Volatilität von 12,30 auf 13,46 Prozent leite die Helaba eine Zunahme der Unsicherheit ab und eine Art Neubewertung der Rahmenbedingungen" am Aktienmarkt. "Kritische Fragen zu den erreichten Bewertungsniveaus sowie zu möglichen saisonalen Effekten werden wohl verstärkt in den Vordergrund treten", würden die Analysten der Landesbank prognostizieren.

Marktbeobachter würden Spekulationen über ein langsamer als gedachtes iPhone der neuen Generation sowie Intel Modems, die mit Produkten der Konkurrenz womöglich nicht mithalten könnten, für die Talfahrt bei US-Technologiewerten mitverantwortlich machen. Zudem habe Goldman Sachs vor einer Unterschätzung der Risiken im Technologie-Segment gewarnt.

Im ETF-Handel würden Schröder zufolge MSCI EMU-ETFs den Spitzenrang in der Commerzbank-Statistik der meist gekauften Werte belegen. DAX- (ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01) und EURO STOXX 50-Tracker würden hingegen gleichermaßen auf beiden Seiten gehandelt.

Auch Kilian spreche von insgesamt "viel Bewegung in beide Richtungen" hinsichtlich der Flows europäisch geprägter Aktien-ETFs. Während französische Bluechips im FTSE CAC (ISIN FR0007080973 / WKN A0HHFJ), deutsche Standardwerte im DAX sowie MDAX-ETFs in Summe in den Depots gelandet seien, hätten sich Investoren zumeist von ihren italienischen Positionen verabschiedet. "Gewinnmitnahmen stehen im Vordergrund."

Deutlichen Zuspruch mache Kilian für Tracker des global aufgestellten MSCI World Index aus. "Hier verbuchen wir sehr starke Käufe." Keine eindeutige Meinung würden Anleger mit Blick auf US-Aktien zu haben scheinen. Während die Kunden der UniCredit bei S&P 500-ETFs auf Kosten von MSCI USA-Produkten tendenziell zugegriffen hätten, hätten S&P 500-Tracker den Spitzenrang in der Commerzbank-Verkaufsstatistik belegt.

Reges Interesse sehe Kilian für Firmen aus entwickelten asiatischen Ländern. Etwa würden MSCI Japan-Tracker (ISIN FR0010688242 / WKN A0REJW; ISIN DE000A0DPMW9 / WKN A0DPMW; ISIN LU0927735406 / WKN DBX0NT) verschiedener Emittenten auf breiter Ebene gekauft.

Als nicht ganz alltäglich beschreibe der Händler das Interesse an australischen Aktien im MSCI Australia. "Auch hier stehen Zuflüsse im Vordergrund." Rege gehandelt und in Summe gekauft würden zudem Schwellenländer-Aktien etwa im MSCI Emerging Markets Index (ISIN IE00B0M63177 / WKN A0HGWC; ISIN IE00BKM4GZ66 / WKN A111X9).

Bei Festverzinslichem würden ETF-Investoren nach Beobachtung von Kilian europäische Anleihen bonitätsstarker Länder mit Fälligkeiten zwischen zehn und 15 Jahren (ISIN FR0010754143 / WKN A0RNWA) bevorzugen. Unternehmensanleihen mit und ohne Investment Grade kämen per saldo aus den Depots raus.

Nach schwächerem Zuspruch im April, würden in Europa beheimatete börsengehandelte Indexfonds im Mai nach Berechnungen von Morningstar übrigens einen soliden Absatz verzeichnen. Aktien ETFs seien demnach mit Nettomittelzuflüssen in Höhe von 7,15 Milliarden Euro die größten Profiteure gefolgt von Bond-Produkten, die nach Schätzungen des Analysehauses unterm Strich etwa 2,86 Milliarden Euro zugelegt hätten. Insgesamt habe sich das in europäischen ETFs verwaltete Vermögen auf 610 Milliarden Euro erhöht, wie Morningstar berichte. (13.06.2017/fc/a/e)





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