ETF-Handel: Blick über den Teich


02.08.17 10:24
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Höchstleistungen verzeichnet die ETF-Branche in dieser Jahreszeit zwar kaum, dennoch bleiben viele Anleger laut Händler auch während der Ferienzeit aktiv, so die Deutsche Börse AG.

"Der Juli war für uns ein starker Monat", beschreibe Oliver Kilian die Umsätze mit Indexfonds. In den vergangenen Handelstagen hätten sich ETF-Anleger im Gleichklang mit neuen Rekorden der wichtigsten US-Aktienbarometer tendenziell auf Portfolios mit Unternehmen aus den Vereinigten Staaten fokussiert. Diese würden Analysten zufolge von einem schwachen US-Dollar profitieren, gepaart mit zum Teil besser als erwarteten Unternehmenszahlen für das zweite Quartal. Die Gemeinschaftswährung habe am 31. Juli ihre Klettertour zum Greenback fortgesetzt und sei erstmals seit 2015 wieder über die Marke von 1,18 US-Dollar gestiegen.

An MSCI USA und S&P 500 gekoppelte Fonds führe der Händler der UniCredit auf der Kaufseite ganz oben in der Umsatzstatistik. Beide ETFs seien gegen Währungsschwankungen gehedged. "Tracker des breit aufgestellten S&P 500 wurden aber querbeet gern gehandelt." Zudem kämen Dow Jones Industrial-, Russel 2000- und NASDAQ-ETFs häufig zum Zuge und landeten in Summe in den Depots. "Bemerkenswerterweise verbuchen wir bei MSCI North America-ETF hingegen leichte Abflüsse."

Die Commerzbank berichte ebenfalls von Interesse an US-Werten, Anleger hätten zu 54 Prozent gekauft. Überwiegenden Zuspruch mit einem leichten Kaufüberhang gebe es aber auch für EURO STOXX 50- (ISIN LU0378434079 / WKN ETF050, ISIN IE0008471009 / WKN 935927, ISIN LU0380865021 / WKN DBX1ET) und DAX-Tracker (WKNs ETF001, DBX1DA ETFL01). "Beide gehören in unserer ETF-Bestenliste zu den Top-Positionen", bemerke Carsten Schröder.

Mit Blick auf das entwickelte Europa zeichne Kilian ein gemischtes Bild. An kleineren Firmen etwa im STOXX Europe Small 600 (ISIN DE000A0D8QZ7 / WKN A0D8QZ) und MSCI EMU Small Cap fänden Anleger mehrheitlich Gefallen. Auch MSCI EMU-Fonds mit Aktien von Unternehmen aus zehn Ländern der Währungsunion sowie STOXX Europe 600-ETFs (WKN ARX9R1) kämen unterm Strich gut an. Auch hätten Anleger per Saldo zu französischen Aktien im CAC 40 gegriffen.

DAX- und EURO STOXX 50-Werte würden in etwa ausgeglichen gehandelt und Tracker des MSCI Europe sogar tendenziell abgestoßen. Ein starker Euro und Unsicherheit rund um die deutsche Automobilindustrie seien Analysten zufolge Belastungsfaktoren für europäische Indices wie den DAX, der im Juli um etwas über 1,6 Prozent nachgegeben habe.

Den Markt für Renten-ETFs beschreibe Kilian als lebendig. "Auffällig ist das Interesse an kurzlaufenden Staats- und Unternehmensanleihen." Anleger hätten sich besonders häufig in US-Treasuries mit Restlaufzeiten zwischen einem und drei Jahren (ISIN IE00B14X4S71 / WKN A0J202) und in US-Dollar geführten Unternehmensanleihen (ISIN IE00BCRY5Y77 / WKN A1W372) mit kurzen Durationen positioniert. Sieben bis zehnjährige nordamerikanische Staatsanleihen (ISIN IE00B1FZS798 / WKN A0LGP4) kämen zumeist aus den Depots raus.

Starke Zuflüsse verbuche die UniCredit für europäische Unternehmensanleihen im Barclays Euro Corporate Interest Rate Hedged Index (ISIN IE00B6X2VY59 / WKN A1J5ST) mit Abfederung des Zinsrisikos. "Im Bereich hochverzinslicher Corporate Bonds passiert eher wenig, in Summe wird verkauft."

Schröder spreche von regem Interesse an Unternehmensanleihen mit Restlaufzeiten von einem bis fünf Jahren. Bei Portfolios, die Finanzwerte außen vor lassen würden (ISIN IE00B4L5ZY03 / WKN A0RPWP), dominiere der Zuspruch, andernfalls (ISIN IE00B3F81R35 / WKN A0RGEP) hätten sich Investoren zumeist von ihren Positionen verabschiedet. Beliebt seien auch geldmarktnahe Werten im EONIA Total Return Index (ISIN LU0290358497 / WKN DBX0AN). "Zu- und Abflüsse halten sich in etwa die Waage."

Bei den Branchen-ETFs stünden laut Schröder Banken im Mittelpunkt, gefolgt von Energiewerten. Eine deutliche Kauftendenz in der Größenordnung von rund 70 Prozent registriere der Händler für Tracker der Indices MSCI Europe Banks, STOXX Europe 600 Banks und EURO STOXX Banks. Von Energiewerten im MSCI World Energy Index scheinen sich Anleger ebenfalls Aufwind zu versprechen, so die Deutsche Börse AG. "Hier liegt die Käuferquote bei 60 Prozent."

Die Kunden der UniCredit würden bevorzugt auf Versicherungen im STOXX Europe 600 Insurance Index setzen, wie Kilian informiere. Von leichten Rückläufen spreche der Händler bei Automobilwerten im STOXX Europe 600 Automobiles & Parts Index. Außerdem kämen bei Kilian Bankaktien nicht nur in die Depots rein (ISIN DE0006289309 / WKN 628930), sondern gleichermaßen auch raus (ISIN DE000A0F5UJ7 / WKN A0F5UJ)." (Ausgabe vom 01.08.2017) (02.08.2017/fc/a/e)





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