ETF-Handel: Anleger setzen auf breite Streuung


11.04.18 12:54
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Einlenkende Töne beim Schlagabtausch in Sachen Strafzölle sorgen am Aktienmarkt für versöhnlichere Stimmung und zumeist steigende Kurse, so die Deutsche Börse AG.

Auf Wochensicht habe der Deutsche Aktienindex deutlich hinzugewonnen und am 10. April am Morgen um 12.375 Punkte notiert. Der EURO STOXX 50 habe um gut 2,5 Prozent auf 3.435 Zähler zugelegt.

Diesem positiven Trend scheinen ETF-Anleger bislang kaum etwas abzugewinnen, so die Deutsche Börse AG. Händler würden von einer Abkehr aus Indexfonds mit europäischen Aktien berichten. Etwa seien STOXX Europe 600- und FTSE Developed Europe-Produkte in Summe abgestoßen worden. "Investoren trauen der Erholung nicht so recht", urteile Rick van Leuuwen von IMC Markets und mache dies unter anderem an der großen Nachfrage nach Gold fest.

"EURO STOXX 50-ETFs (ISIN FR0012740983 / WKN A14UTF, ISIN DE0005933956 / WKN 593395) gingen vor dem Hintergrund einer für uns insgesamt etwas ruhigeren Osterzeit tendenziell aus den Depots raus", untermauere Oliver Kilian. Nach dem Zuspruch der vergangenen Wochen hätten die Kunden der UniCredit zudem mit kleinen und mittleren Unternehmen im MSCI EMU Small Cap Index (ISIN LU1598689153 / WKN LYX0W3) Kasse gemacht und sich auch zumeist von ihren US-Aktien etwa im MSCI USA (ISIN FR0010688275 / WKN A0REJY, ISIN IE00BJ0KDR00 / WKN A1XB5V) und Russel 2000 getrennt. Besonders stark abgestoßen worden seien S&P 500-Produkte (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG, ISIN LU0496786574 / WKN LYX0FS, ISIN IE00B3ZW0K18 / WKN A1C5E9).

Japanische Unternehmen etwa im MSCI Japan und TOPIX seien laut Kilian hingegen gern gehandelt und unterm Strich gekauft worden.

Die Aussichten hiesiger Standardwerte würden Anleger unterschiedlich bewerten. Während die UniCredit über regen Handel mit DAX-ETFs auf beiden Seiten unterrichte, melde van Leuuwen überwiegende Käufe.

"Unsere Kunden positionierten sich per Saldo in DAX-Werten" informiere Andreas Bartels von der Commerzbank, der mit knapp 37.000 ETF-Transaktionen auf eine aktive kurze Woche blicke. Vor dem Hintergrund der Berg- und Talfahrt an US-amerikanischen Aktienbörsen verbuche der Händler die größten Umsätze mit entsprechenden Produkten. Anders als bei der UniCredit würden in den Orderbüchern der Commerzbank S&P 500-ETFs in der Summe nachgefragt. "S&P 500-Tracker sind bei uns die mit Abstand meist gehandelten Indexfonds auf der Kaufseite."

Über alle Anlageklassen hinweg überwögen aber die Abflüsse. Einen ungewöhnlichen dritten Rang der Verkaufsstatistik belege ein iShares-Produkt mit Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern, die einen Großteil des Einkommens mit digital ausgerichteten Dienstleistungen erwirtschaften würden.

Einen klaren Trend hin zu breiter aufgestellten Portfolios würden sowohl van Leuuwen als auch Kilian erkennen. "Anleger langten bei MSCI World-ETFs (ISIN IE00B4L5Y983 / WKN A0RPWH, ISIN IE00B0M62Q58 / WKN A0HGV0, ISIN IE00BJ0KDQ92 / WKN A1XB5U, ISIN LU0340285161 / WKN A0NCFR) richtig zu", informiere der UniCredit-Händler. Der zugrunde liegende Index enthalte über 1.600 Aktien aus 23 Industriestaaten.

Die Tendenz hin zu Schwellenländer-Aktien setze sich fort. MSCI Emerging Markets-Tracker (ISIN IE00BKM4GZ66 / WKN A111X9, ISIN FR0010959676 / WKN A1C9B1) führe Kilian mit einem deutlichen Kaufüberhang. Nach wie vor setzten Investoren zudem auf Indexfonds, die sich auf einzelne Märkte wie dem koreanischen und den taiwanesischen konzentrieren würden.

Im Handel mit Anleihen-ETFs fänden Investoren nach längerer Abstinenz wieder zu europäischen Staatspapieren. Kilian spreche von Nachfrage nach fünf- bis zehnjährigen Bundesanleihen (ISIN DE0006289499 / WKN 628949) sowie italienischen (ISIN IE00B7LW6Y90 / WKN A1JXZH) und spanischen Bonds. Als auffällig bezeichne der Händler das Interesse an Wandelanleihen. Tracker des Thomson Reuters Monthly Europe Focus Convertible Index (ISIN IE00BNH72088 / WKN A12CZS, A14PYG) kämen besonders häufig zum Zug. Das Barometer messe die Wertentwicklung des europäischen Markts für investierbare Papiere mit einem ausgewogenen Profil. (Ausgabe vom 10.04.2018) (11.04.2018/fc/a/e)





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