ETF-Handel: Anleger erkennen Aufwärtspotenzial in europäischen Bankaktien


02.09.20 10:42
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Steigendes Anlegerinteresse und insgesamt ein Überhang an Käufen: So beschreibt Carsten Schröder von der Société Générale das Geschehen im ETF-Handel der vergangenen Woche, berichtet die Deutsche Börse AG.

"Über alle Anlageklassen hinweg überwiegen bei uns mit 54 Prozent die Zuflüsse." Davon sei auffällig viel auf den Konten von S&P 500- und EURO STOXX 50-Produkten gelandet.

Für den jüngsten Rekord des viel beachteten S&P 500 sehe Schröder neben den besser als erwarteten Bilanzen der US-Unternehmen eine Mitverantwortung bei der Federal Reserve. Im Rahmen einer Strategieänderung habe sich die Notenbank von ihrem festen Inflationsziel verabschiedet und könne künftig ihre lockere Geldpolitik selbst dann fortsetzen, wenn sich die Teuerung oberhalb von 2 Prozent bewege. Für viele würden die US-Währungshüter mit dem Schritt auf absehbare Zeit die Niedrigzinspolitik zementieren.

Zeitweise sehr gefragt gewesen seien EURO STOXX Banks-ETFs. Sie gehören bei uns zu den Umsatzspitzenreitern, wie Schröder informiert, so die Deutsche Börse AG. Auch hier könnte die US-Notenbank nachgeholfen haben. Analysten sähen Banken als Gewinner der neuen Strategie. Sie würden in Niedrigzinsphasen bei gleichzeitig höherer Inflation in die Lage versetzt, Geld kurzfristig billiger aufzunehmen, um es langfristig zu verleihen.

Viele Positionierungen sehe die Société Générale in einem VanEck-Indexfonds, der sich am MVIS Global Video Gaming & eSports Index orientiere. Auf Basis der vergangenen zwölf Monate habe der Wert um 73 Prozent zugelegt. Unterm Strich in den Depots gelandet seien auch Tracker des MSCI World Information Technology Total Return Net Index.

Nach dem steilen NASDAQ-Aufstieg der vergangenen Monate verbuche Lang & Schwarz hingegen deutliche Gewinnmitnahmen aus entsprechenden Indexfonds (ISIN DE000A0F5UF5 / WKN A0F5UF). "Es könnte mit den Aktiensplits von Apple und Tesla zusammenhängen." Die Aktien beider Konzerne seien im Nennwert reduziert und die handelbaren Papiere entsprechend vervielfacht worden. Einen derartigen Schritt würden Unternehmen gern damit begründen, den Wert für Privatanleger erschwinglich zu halten.

An den fundamentalen Eigenschaften eines Unternehmens rüttele ein Aktiensplit nicht. Dennoch würden Experten der Frage nachgehen, ob sich die Vergrößerung der Investoren-Zielgruppe womöglich auf die Performance auswirke. Laut eToro bekomme die höhere Handelbarkeit von Aktien ihrer Wertentwicklung. Nach Auswertung von Aktiensplits der vergangenen sechs Jahrzehnte stelle der Online-Broker infolge einen starken Kursanstieg fest. Insbesondere markenstarke Börsenschwergewichte wie Apple oder Tesla scheinen im Vorteil zu sein, so die Deutsche Börse AG. Die Kurse von Aktien derartiger Unternehme hätten im Folgejahr durchschnittlich um gut ein Drittel zugelegt.

Maximilian Kunz vom Multi-Family-Office HQ Trust komme derweil in einer Untersuchung von knapp 7.500 Aktiensplits seit dem Jahr 1981 zu dem Schluss, dass Aktien zwar im Zeitraum zwischen der Ankündigung und dem Split im Schnitt eine deutliche Outperformance generieren würden. Im Jahr danach hätten hingegen nur 34 Prozent der Werte besser abgeschnitten als der Durchschnitt.

Weltaktien im MSCI World (ISIN IE00B5MTXK03 / WKN A0RPSH) würden einen vorderen Rang in Schröders Verkaufsstatistik belegen. Das gelte auch für DAX-Tracker und Goldminenbetreiber im Arca Gold Miners Index (ISIN IE00BQQP9F84 / WKN A12CCL).

Schröer berichte von Abflüssen aus Xetra-Gold. Nach der Rally trennten sich Anleger verstärkt von ihren Bitcoin- und Ethereum-Positionen (ISIN SE0010296582 / WKN A2HDZ2). (Ausgabe vom 01.09.2020) (02.09.2020/fc/a/e)






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