ETF-Handel: Am liebsten gut gestreut


04.02.21 14:31
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Nach einem vielversprechenden Jahresstart mit neuen Höchstmarken, aber auch größeren Ausschlägen beendete der DAX den Januar leicht im Minus, so die Deutsche Börse AG.

Neben dem Dauerthema Corona samt Mutationen würden Engpässe bei der Impfstoff-Beschaffung und -Verteilung die Anlegerstimmung dämpfen. Für Hubert Heuclin von der BNP Paribas sei die Impfstoff-Lage zwar nicht allein ausschlaggebend für die weitere Richtung an den Aktienbörsen. Sie werde aber bei der Entscheidung über regionale Engagements einfließen. Jüngste Trends würden Heuclin zufolge darauf deuten, dass Analysten die Chancen europäischer Aktien im Verhältnis zu US-Werten in ihren Jahresprognosen womöglich zu optimistisch beurteilen würden.

Im Handel mit ETFs verbuche die BNP Paribas in der vergangenen Woche insgesamt Zuflüsse zu Aktien entwickelter Staaten mit Ausnahme von Werten aus dem Euroraum. Klassische MSCI World-ETFs mit (ISIN IE00B4L5Y983 / WKN A0RPWH) und ohne Währungsabsicherung zum Euro hätten in der Umsatzstatistik weit vorn rangiert.

Andreas Schröer von Lang & Schwarz bestätige den Trend hin zu MSCI World-Produkten. "Wir hatten sehr viel Kaufnachfrage in dem Segment."

Von starkem Interesse an Produkten mit Bezug zum MSCI World Monthly EUR Hedged berichte Florian Lenhart von der UniCredit. "Käufe und Verkäufe hielten sich bei uns in etwa die Waage."

Aktien mittelgroßer europäischer Unternehmen mit Bezug zum Euro Stoxx Mid sehe Lenhart überwiegend im Kauf.

Von europäischen Bluechips im EURO STOXX 50 hätten sich Anleger laut Heuclin zumeist getrennt. Das gelte auch für deutsche Standardwerte im DAX.

Produkte, die sich am MSCI Emerging Markets IMI ESG Screened orientieren würden, hätten Heuclin zufolge deutliche Zuflüsse gesehen. Diese hätten auch bei Schröer zu den meist gekauften Werten gehört.

S&P 500 ESG- und MSCI USA SRI Filtered ex Fossil Fuels-Produkte (ISIN LU1861136247 / WKN A2JSDB) sehe der Händler ebenfalls unterm Strich im Plus, zulasten von klassischen S&P 500-ETFs.

Tracker des S&P Global Clean Energy würden die Händler einstimmig abermals zu den größten Profiteuren zählen. Im vergangenen Jahr habe der Wert um sensationelle 120 Prozent hinzugewonnen. Auffällig häufig hätten sich Heuclins Kunden zudem mit dem WisdomTree Battery Solutions-ETF eingedeckt, dessen Wert sich seit Auflegung im April vergangenen Jahres nahezu verdoppelt habe.

Themen würden bei europäischen Anlegern zwar seit Jahren eine Rolle spielen. In 2020 sei das Interesse an themenbezogenen ETFs mit Zuflüssen von insgesamt 8,9 Milliarden Euro laut Morningstar jedoch überproportional angestiegen. Nochmals beschleunigt habe sich der Trend in diesem noch jungen Jahr. Bis 27. Januar seien dem Analysehaus zufolge von Themen-ETFs bereits 2,6 Milliarden Euro eingesammelt worden. Das Vermögen dieser Produkte belaufe sich damit inzwischen auf 26,4 Milliarden Euro.

Nach Ansicht von Morningstar-Redakteur Ali Masarwah könne man mit Themen zwar reich belohnt werden. Bei den Top 20 das Schlusslicht im vergangenen Jahr noch um knapp 30 Prozent zugelegt, während der Standard-Weltindex MSCI ACWI lediglich 6,7 Prozent wuchs, so die Deutsche Börse AG. In diesem Tempo müsse es aber nicht weitergehen. Zudem befänden sich in einigen Top-Performern konzentrierte Portfolios von vergleichsweise wenigen Aktien. Das erhöhe die Gefahr aufs falsche Pferd zu setzen. Für Masarwah würden Themen-Investments daher eher als Beimischung in ein ansonsten gut diversifiziertes Depot gehören.

Im Handel mit Rentenwerten informiere Heuclin über auffallend viel Zuspruch für chinesischen Staatsanleihen mit Bezug zum Barclays China Treasury Policy Bank Index. Ansonsten halte sich das Interesse an Festverzinslichem in Grenzen.

Lenhart registriere unter anderem starke Zu- und Abflüsse in Bloomberg Barclays Euro Corporate Bond-ETFs. (Ausgabe vom 02.02.2021) (04.02.2021/fc/a/e)






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