DWS Invest SDG Global Equities LD-Fonds: 08/2021-Bericht, Position in der Cie de Saint-Gobain aufgebaut - Fondsanalyse


04.10.21 14:45
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Aktienfonds DWS Invest SDG Global Equities LD investiert in Unternehmen, die einen positiven Beitrag zur Erreichung mindestens eines der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN (Sustainable Development Goals, sog. SDG) leisten, so Paul Buchwitz, Fondsmanager bei DWS.

Im Gesamtportfolio des Fonds werde angestrebt, dass durchschnittlich 50% der Unternehmenserträge zur Erreichung der 17 Ziele beitragen würden. Alle im Fonds enthaltenen Unternehmen würden zusätzlich die definierten ESG - Standards der DWS erfüllen.

Die globalen Aktienmärkte hätten ihren Aufwärtstrend im August fortgesetzt und wieder neue Höchststände erreichen können. Trotz der sich ausbreitenden Virusvarianten und vereinzelten, regionalen Einschränkungen habe der allgemeine Fortschritt bei den Impfungen gegen Covid-19 weiterhin für Zuversicht an den Märkten gesorgt. Aus wirtschaftlicher Sicht würden nach wie vor die Inflationssorgen, gestiegene Rohmaterialkosten und Lieferengpässe in bestimmten Segmenten das Tagesgeschehen beherrschen. Auch wenn das mit Spannung erwartete Treffen der Notenbanker im August auf eine Reduzierung der Anleihekäufe zum Jahresende hindeute, so sei kein genauer Zeitplan zur Straffung der Geldpolitik veröffentlicht worden.

Während der breite US-amerikanische Aktienmarkt, gemessen am S&P 500 (in US-Dollar), im August um 2,9% gestiegen sei, habe der wachstumsorientierte NASDAQ 4,0% an Wert zulegen können. Der europäische Aktienmarkt, gemessen am MSCI Europe (in Euro), sei um 1,7% gestiegen und der TOPIX Index (in Yen), der den japanischen Markt repräsentiere, habe 3,1% an Wert zulegen können. Der MSCI Emerging Markets habe sich nach den schwachen Vormonaten leicht erholen können und sei um 2,4% (in US-Dollar) gestiegen. Dagegen hätten die Börsen in China und Hongkong nahezu unverändert geschlossen, da die regulatorische Verschärfung der chinesischen Regierung in Bezug auf die Privatwirtschaft auch im August weiterhin zu Unsicherheiten geführt habe.

Auf sektoraler Basis habe sich ein gemischtes Bild ergeben. Im August hätten erneut Technologieunternehmen zu überzeugen gewusst. Außerdem hätten die Kommunikationsdienstleister und Werte aus dem Gesundheitssektor überproportionale Gewinne verzeichnet. Die Wertentwicklung des Finanzsektors sei ebenfalls erfreulich gewesen, auch getrieben von einem Anstieg der Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen in den USA. Dagegen hätten sich sowohl zyklische als auch defensive Konsumwerten unterdurchschnittlich entwickelt. Der Energiesektor habe die größten Gewinnmitnahmen im August verzeichnet.

Bei der Konstruktion des Portfolios wurde berücksichtigt, dass wir uns wahrscheinlich eher am Ende, als am Anfang des Konjunkturzyklus befinden, so die Experten der DWS. Spätzyklische Sektoren wie Versorger und Gesundheitswerte seien im Portfolio stärker gewichtet als beispielsweise im MSCI World All Country. Zudem bestehe das Portfolio, gemessen an der Marktkapitalisierung, aus über 60% großen und sehr großen Unternehmen. Diese Unternehmen würden meist über ein regional breit diversifiziertes Produktportfolio und ausreichend Ressourcen verfügen, um auch einen zyklischen Abschwung gut zu überstehen. Grundsätzlich aber liege der Fokus auf Aktien von Firmen mit nachhaltigen, wachstumsorientierten Geschäftsmodellen, soliden Bilanzen, starken Managements und attraktiven Bewertungen. Darüber hinaus werde darauf Wert gelegt, dass diese Unternehmen einen signifikanten Beitrag zu den UN Nachhaltigkeitszielen leisten könnten.

Im August hätten die Experten ihre Position der australischen Lendlease Group komplett verkauft. Das Unternehmen sei im Bereich Gebäudekonstruktion tätig und trage potenziell zum Ziel 11 "Nachhaltige Städte und Gemeinden" bei, da es u.a. Projekte mit hohem sozialen Nutzen entwickele und fertigstelle. Darunter würden zum Beispiel Schulen und Krankhäuser zählen.

Stattdessen hätten die Experten eine Position in der französischen Cie de Saint-Gobain aufgebaut. Das Unternehmen sei ebenfalls im Baugewerbe tätig und vertreibe unter anderem Gebäudeisolationsmaterialen. Damit trage es potenziell zum Ziel 13 "Klimaschutz" bei. Laut EU Kommission würden ca. 40% des Energieverbrauchs in der EU und 36% der Treibhausgasemissionen auf Gebäude entfallen. Die EU strebe deshalb an die Renovierungsquote in den nächsten zehn Jahren mindestens zu verdoppeln und so die Lebensqualität der Menschen zu verbessern und die Treibhausgasemissionen zu senken.

Der DWS Invest SDG Global Equities habe im August 2,73% an Wert gewonnen und damit etwas hinter dem MSCI Welt all country (total return, in Euro) gelegen, der im gleichen Zeitraum 2,99% an Wert gewonnen habe. Ein Teil dieser Differenz sei durch die unterschiedlichen Bewertungszeitpunkte am Monatsbeginn zu erklären. Die relative Wertentwicklung des Fonds sei im Berichtsmonat sowohl durch die Sektorallokation als auch die Einzeltitelselektion beeinflusst worden. Das Untergewicht bei Kommunikationsdienstleistern sowie die Selektion innerhalb dieses Sektors hätten nicht positiv zur relativen Wertentwicklung beitragen können. Insbesondere US-amerikanische Unternehmen aus der Internetbranche hätten hier überzeugen können, wobei diese meist außerhalb des Investmentuniversums der Experten lägen.

Außerdem sei das Übergewicht bei Industriewerten von Nachteil gewesen, dieser habe aber durch Einzeltitelselektion innerhalb des Sektors überkompensiert werden können. Die Positionierung bei Unternehmen die im Bereich Wasserpumpen und Filter tätig seien, habe einen Mehrwert erzielt. Ebenso habe sich das Untergewicht des Energiesektors sowie des Rohstoffsektors ausgezahlt. Das Untergewicht des Technologie- und Finanzsektors habe hingegen keinen relativen Mehrwehrt erzielen können, genauso wenig wie die Einzeltitelauswahl innerhalb dieser Sektoren.

Auf der anderen Seite seien sowohl das Übergewicht bei Versorgen also auch die Selektion im Sektor von Vorteil gewesen. Weiterhin sei die Selektion innerhalb des defensiven Konsumsektors und das deutliche Untergewicht bei zyklischen Konsumgütern von Vorteil gewesen. Innerhalb des Gesundheitssektors hätten erneut US-amerikanische Krankenversicherungen keinen Mehrwert generieren können.

Trotz Verunsicherungen sowohl über weitere politische Ereignisse und über die Konjunkturlage in den wichtigsten Ländern sei das Gesamtbild verhalten konstruktiv. Die Entwicklung der Covid-19-Pandemie sowie der Virusvarianten werde weiterhin genau beobachtet und könne zu Schwankungen an den globalen Aktienmärkten führen. Durch die im Dezember begonnenen Impfungen bestehe Hoffnung auf ein absehbares Ende der Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen. Zusätzlich würden sowohl massive geldpolitische als auch fiskalpolitische Maßnahmen die Weltwirtschaft weiterhin unterstützen, was auch den globalen Aktienmärkten zu Gute komme. Entscheidend für das globale Wachstum würden die Effektivität der Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus sowie die Dauer dieser Krise sein. Die Hoffnungen auf eine konstruktive Lösung im globalen Handelsstreit würden bestehen bleiben.

In Europa bleibe die Situation genau zu beobachten, wo neben der Covid-19-Pandemie auch die Auswirkungen des Brexit auf das Wirtschaftswachstum noch unklar seien. Die Schwellenländer stünden weiterhin vor großen Herausforderungen, sollten jedoch aller Voraussicht nach ein, wenn auch eher mittelfristiger Treiber der Weltkonjunktur bleiben. Kurzfristige Schwankungen bei Schwellenländer-Investments würden sicher auch für die Zukunft zu erwarten sein.

Ein anderer Aspekt komme hinzu: Trotz des jüngsten Anstiegs der langfristigen Rendite würden die Zinsen historisch gesehen weiterhin niedrig bleiben. Für Anleger auf der Suche nach "Rendite" würden Aktien daher aus Mangel an Anlagealternativen notwendig bleiben und könnten zumindest strategisch die Aktienmärkte weiter unterstützen. Voraussetzung dafür sei eine weiterhin expansive Geldpolitik der Zentralbanken. Entsprechende Zuflüsse zu Aktienfonds oder Änderungen der Vermögensallokation bei Versicherungen und Pensionsfonds seien deswegen weiterhin genau zu beobachten. (Stand vom 31.08.2021) (04.10.2021/fc/a/f)





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