DWS ESG Investa LD Fonds: DAX 40 - Das ändert sich im deutschen Leitindex


06.10.21 16:30
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der deutsche Leitindex DAX wurde am 20. September um zehn Mitgliedswerte aufgestockt, so die Experten von DWS.

Aus dem DAX 30 sei der DAX 40 geworden. Alle Neuzugänge, der Indexlogik der Deutschen Börse folgend, seien aus dem MDAX für mittelgroße Werte in den Leitindex DAX aufgestiegen. Folglich sei der MDAX dadurch von 60 auf 50 Titel reduziert worden.

Finanzexperten hätten schon seit einigen Jahren eine Reform des 1988 ins Leben gerufenen führenden deutschen Börsenbarometers gefordert. Der größte Kritikpunkt: Der DAX 30 repräsentiere inzwischen längst nicht mehr alle Branchen der deutschen Wirtschaft und gebe Unternehmen der "Old Economy", also der Maschinenbau-, Automobil-, Bau- oder Chemieindustrie, zu viel Gewicht. Dienstleistungsunternehmen oder auch die Tech-Branche seien in der Zusammensetzung unterrepräsentiert.

Nach der Reform habe der DAX 40 als Repräsentant der deutschen Wirtschaft tatsächlich mehr Gewicht. Ein Vergleich zeige, dass der DAX 30 bisher gegenüber europäischer Pendants, etwa dem CAC 40 in Paris oder dem FTSE 100 in London, nur rund zwei Drittel der gesamten Börsenkapitalisierung der deutschen Unternehmen abgedeckt habe. Durch die Erweiterung um zehn Mitglieder und die Anpassung des Regelwerks decke der Leitindex jetzt rund 80 Prozent des deutschen Marktkapitals ab. Nach diesem Maßstab bewege sich der DAX 40 dann zum Beispiel auch auf Augenhöhe mit dem amerikanischen Leitindex S&P 500.

An den einzelnen Branchengewichten dürfte sich aber auch beim reformierten DAX zunächst nicht so viel ändern. Zwar gewinne der Leitindex Unternehmen aus der bisher wenig bis gar nicht vertretenen Medizin- und Gesundheitsbranche sowie dem E-Commerce-Sektor hinzu. Insgesamt hätten diese Neuzugänge aber nur ein Gewicht von rund zehn Prozent im neuen Index. "Durch die Neuen wird der DAX in Zukunft etwas vielfältiger aufgestellt sein. Da sich aber auch Unternehmen aus klassischen Sektoren wie Industrie und Automobil unter den Aufsteigern befinden, dürfte die Erweiterung zunächst jedoch keine allzu große Veränderung bei der Branchengewichtung ergeben", fasse Christoph Ohme zusammen, Fondsmanager des DWS ESG Investa (ISIN DE0008474008 / WKN 847400).

Doch auch, wenn sich der Branchenmix zunächst nicht allzu sehr verändere, könnte der DAX durch die neue Größe und Vielfalt dennoch attraktiver für Anleger werden. "Die neuen Mitglieder kommen aus eher wachstumsstarken Bereichen. Insgesamt hoffen wir, dass der deutsche Leitindex durch die Reform auch international weiter an Bedeutung gewinnt und vermehrt Anlagegelder investiert werden", sage der DWS-Experte.

Neben der Erweiterung um neue Mitglieder sei auch das Regelwerk über die Mitgliedschaft im DAX überarbeitet worden. Die gravierendste Änderung: Der Handelsplatz und der Handelsumsatz würden für die Indexmitgliedschaft künftig kaum eine Rolle mehr spielen. Denn bisher seien die DAX-Mitglieder auch anhand ihres Handelsvolumens an der Deutschen Börse bestimmt worden. Der Rang im Handelssystem XETRA entfalle aber in Zukunft als Auswahlkriterium. Obwohl neue DAX 40-Mitglieder noch eine gewisse Mindestliquidität mitbringen müssten, werde die Marktkapitalisierung das dominierende Kriterium sein - auch die außerhalb des deutschen Marktes.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Neue DAX-Mitglieder müssten für die Aufnahme in den Leitindex mindestens zwei Jahre hintereinander einen operativen Gewinn nach Zinsen, Steuern und Abschreibungen erwirtschaftet haben. Eine Regel, die ausdrücklich nur für Neuzugänge gelte.

Zusätzlich müssten DAX 40-Unternehmen ihre testierten Geschäftsberichte und Quartalsberichte künftig immer rechtzeitig vorlegen, um im Index bleiben zu dürfen. Die Zusammensetzung des DAX 40 solle künftig zweimal pro Jahr, im Mai und September, überprüft werden. (Ausgabe vom 01.10.2021) (06.10.2021/fc/a/f)





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