DWS Deutschland LC-Fonds: 03/2019-Bericht, Investitionsgrad auf etwa 112% verringert - Fondsanalyse


08.05.19 13:30
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Fonds DWS Deutschland LC (ISIN DE0008490962 / WKN 849096) investiert in substanzstarke deutsche Standardwerte (Blue Chips) aus dem DAX-Index unter flexibler Beimischung ausgewählter Small Caps und Mid Caps, so Tim Albrecht, Fondsmanager bei DWS.

Die Erholung des Ifo-Index, die Ankündigung einer neuen TLTRO durch die EZB, die Diskussionen der EZB bezüglich der Aufhebung der negativen Einlagezinsen, der Vorschlag der FED, ihren Bilanzabbau einzustellen, die Ankündigung von Steuersenkungen seitens der chinesischen Regierung und die starke Performance des chinesischen Aktienmarkts hätten die Aktienmärkte im März 2019 gestützt. Die schwachen PMI-Indices im Euroraum, der Rückgang der Rendite zehnjähriger Anleihen unter 0%, die anhaltende Brexit-Unsicherheit, der schwache US-Arbeitsmarktbericht, der sinkende ISM-Index, die Inversion der 3 Monate/10 Jahre US-Zinskurve, der schwache globale Autoverkauf, die zweite Niederlage Bayers im Glyphosat-Prozess und der zweite Absturz eines Boeing 737 MAX-Jets hätten die Aktienmärkte nur vorübergehend belastet.

Der deutsche Aktienmarkt habe im März leichte Kursgewinne verzeichnet. Der DAX sei um 0,1% gestiegen, der MDAX um 1,4%, der TecDAX um 2,7% und der SDAX um 1,2%. Der deutsche ifo-Index habe sich überraschend von 98,7 auf 99,6 erholt. Die EZB habe eine neue TLTRO mit einer Laufzeit von zwei Jahren und einem Zinssatz angekündigt, der dem Refi-Satz der EZB entspreche. Moody's habe sein Baa3-Rating für Italien unverändert gelassen. Griechenland habe seine erste zehnjährige Staatsanleihe mit einer Laufzeit von neun Jahren verkauft. Die Nachfrage habe sich auf 11,8 Mrd. EUR bei einem Angebot von 2,5 Mrd. EUR belaufen. Die Umsätze bei Bestandsimmobilien in den USA hätten um 11,8% m/m zugelegt. Das US-Handelsdefizit habe sich von 58,9 Mrd. USD auf 51,1 Mrd. USD verbessert.

Die FED halte die Zinsen konstant und gehe für 2019 von keiner Zinserhöhung mehr aus. Die FED habe angekündigt, ihren Bilanzabbau von 30 Mrd. USD im Mai 2019 auf 15 Mrd. USD zu verlangsamen, gefolgt vom endgültigen Ende der Käufe im September 2019. Der Mueller-Bericht habe keine Verschwörung zwischen Trump und Russland gefunden. Mehrere Trends in China hätten sich verbessert. Die chinesische Regierung habe eine expansivere Fiskalpolitik mit niedrigeren Steuern angekündigt. Der Ausgang des Brexit sei im März ungewiss geblieben.

Der Investitionsgrad des Fonds sei auf etwa 112% verringert worden. Bei den Sektoren habe es keine wesentlichen Veränderungen an der Positionierung der Experten gegeben. Sie würden ihre selektiven Investments in Unternehmen mit Wachstum zu einem vernünftigen Kurs und grundsoliden Bilanzen beibehalten. Die Experten würden sich im optimistischen Lager befinden, das keine Rezession für die deutsche Wirtschaft erwarte, und würden davon ausgehen, dass mehrere Trends den DAX in den kommenden Wochen und Monaten stabilisieren könnten. Für das Portfolio würden die Experten ihr Engagement in Nebenwerten mit einem Anteil von etwa 24% beibehalten.

Der Fonds habe im Verlauf des März um 0,23% nachgegeben und damit um 0,28% hinter seiner Benchmark CDAX gelegen. Bei den Sektoren hätten die wesentlichen positiven Beiträge aus dem Übergewicht in Finanzwerten, im Gesundheitswesen und in Industrie gestammt. Die Untergewichtung in Versorgern, Immobilien und Basiskonsumgütern habe negativ zur Wertentwicklung des Fonds beigetragen. Das Übergewicht in Sixt SE und Deutsche Post AG sowie das Untergewicht in Deutsche Bank AG hätten sich positiv auf die Wertentwicklung des Fonds ausgewirkt. Am stärksten belastet hätten die Wertentwicklung das Untergewicht in Vonovia SE und das Übergewicht in Wirecard AG.

Der starke Rückgang der US-Renditen für zehnjährige Anleihen sei für die Anleger durchaus spürbar. Während Pessimisten dies als steigendes Rezessionsrisiko interpretieren würden, hätten die Experten eine konstruktivere Sicht: Ausgelöst worden sei die Renditebewegung vor allem durch eine noch gemäßigtere FED, die angedeutet habe, dass sie die Zinsen kurzfristig nicht erhöhen werde. Tatsächlich könnte der nächste - wenn auch weit entfernte - Schritt der FED eine Zinssenkung sein. Die Experten würden davon ausgehen, dass die sich daraus ergebenden günstigeren Finanzierungsbedingungen ihr Basisszenario einer Stabilisierung der Wirtschaft im 2. Halbjahr in den USA stützen würden.

In Europa könnte diese Verbesserung etwas später und von einem niedrigeren Ausgangswert als bisher erwartet erfolgen. Die schwache Nachfrage der Verbraucher nach Neuwagen - insbesondere in China - habe die globale Automobilindustrie in die Rezession geführt. Diese schwache Automobilnachfrage zeige sich derzeit in der Lieferkette und im breiteren Fertigungsbereich in Deutschland und Europa. Die Experten würden erwarten, dass in Q2/Q3 der Tiefpunkt erreicht werde. Eine Trendwende werde jedoch stark von den Handelsverhandlungen der USA mit Europa und China abhängen. Sie würden die Ankündigung eines "Abkommens" im Mai/Juni erwarten, müssten aber feststellen, dass die Verhandlungsposition der USA nach Beendigung der "Mueller-Untersuchung" wahrscheinlich stärker geworden sei.

Gewinnrevisionen in den USA und Paneuropa hätten in den letzten Wochen erste Anzeichen einer Stabilisierung gezeigt. Allerdings dürften weitere negative Korrekturen in Deutschland dort zu einer verstärkten Gewinnschwäche führen. Allerdings würden die Experten zugeben, dass ihr DAX-Indexziel (bei 11.800 im März 2020) nach der Aktienrally seit Jahresbeginn fast erreicht sei und sie wenig Aufwärtspotenzial auf aggregierter und individueller Aktienebene sehen würden. Die Annahmen der Experten würden im Mai auf dem Chief Investment Office (CIO) Day offiziell überprüft. Für eine wesentliche Erhöhung der Indexprognose wäre mehr Vertrauen in die Stabilität auf Makroebene erforderlich. (Stand vom 31.03.2019) (08.05.2019/fc/a/f)





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DE0008490962 849096 228,00 € 183,49 €