Comgest Growth China-Fonds: "Appetit auf chinesische Aktien bleibt weiterhin hoch"


05.02.21 09:00
Comgest

Paris (www.fondscheck.de) - China bereitet sich auf die Feierlichkeiten zu Beginn des "Ochsen"-Jahres am 12. Februar vor, so Jasmine Kang, Analystin und Portfoliomanagerin des Comgest Growth China bei Comgest.

Jasmine Kang schätze die Aussichten für die chinesischen Aktienmärkte mittel- und langfristig positiv sein. Dennoch sollten sich Anleger vor hoher Volatilität in Acht nehmen.

Obwohl sich die Neujahrsfeiern wegen des Corona-Virus in Grenzen halten dürften, habe Chinas Wirtschaftswachstum bereits wieder das Vorkrisenniveau erreicht: Die jüngsten BIP-Zahlen für das vierte Quartal 2020 würden einen Anstieg von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr ausweisen. Obwohl die COVID-19-Pandemie nicht spurlos an der chinesischen Wirtschaft vorbeigegangen sei, würden die Experten bei Comgest glauben, dass der Ausblick für die chinesischen Aktienmärkte mittel- und langfristig positiv sein dürfte. Die Anleger sollten jedoch weiterhin mit hoher Volatilität rechnen, bis die Pandemie endgültig durchgestanden sei. Der Appetit auf chinesische Aktien bleibe weiterhin hoch. Chinesische Festlandsaktien, insbesondere aus dem Tech-Bereich, hätten 2020 zu den Anlagen mit der weltweit besten Performance gehört und dürften diesen Kurs auch 2021 fortsetzen.

Chinas Wandel zu einer modernen Dienstleistungswirtschaft mit seinen Technologieführern, einem effizienten Management der COVID-19-Krise und einer wachsenden Mittelschicht hätten den heimischen Aktienmärkten im Jahr 2020 Auftrieb gegeben. Dabei sei die Dynamik durch einen Boom im Onlinehandel und die fortschrittlichen elektronischen Zahlungssysteme des Landes angeheizt worden. Der rasche Anstieg der chinesischen Mittelschicht sei ein besonderer Wachstumstreiber gewesen.

Namhafte Internetgiganten wie Tencent und NetEase hätten von ihrer starken Position im chinesischen Computerspielemarkt profitiert, insbesondere während der landesweiten Lockdowns. In ähnlicher Weise habe Shandong Weigao (Medizintechnik) das große Potenzial veranschaulicht, das die Experten in Chinas Gesundheitsmarkt sehen würden. Während das Wachstum einiger Unternehmen wie 3SBio (Biosimilars) oder Samsonite (Reisegepäck) im vergangenen Jahr aufgrund von kurzfristigem regulatorischem Gegenwind und den Auswirkungen der Pandemie nur schleppend verlaufen sei, würden die Experten denken, dass ihr Filialnetz langfristig stark bleiben sollte.

E-Commerce sei eine wichtige Säule des chinesischen Konsums. Mehr als 30 Prozent der Konsumeinkäufe des Landes würden mittlerweile online abgewickelt - dies sei der höchste Wert weltweit. Alibaba, der chinesische E-Commerce-Marktführer, habe mit Taobao Livestreaming, Taobao Deals, Tmall Luxury Pavilion und einem Big-Data-basierten Newsfeed-Produkt eine weitere lange Liste erfolgreicher Innovationen im Jahr 2020 vorgelegt. Während China wahrscheinlich die Regulierung des digitalen Sektors weiter verschärfen werde, seien die Experten überzeugt, dass die Regierung ein Gleichgewicht zwischen Innovation und Regulierung anstreben werde. Alibaba werde in seiner Rolle als Internet-Innovator für Chinas Ambitionen, eine Hightech-Nation zu werden, relevant bleiben.

Andere erwähnenswerte Unternehmen der Realwirtschaft seien SAIC, Chinas größter Autohersteller, dessen Aktienkurs dank der sich erholenden Absatzlage auf dem chinesischen Automobilmarkt gestiegen sei. Midea, ein bekannter Hersteller von Klimaanlagen, Lüftungs- und Heizgeräten sowie von elektrischen Haushaltsgeräten, habe ebenfalls sowohl vom steigenden Binnenkonsum als auch von starken Exporten profitiert. Das Bond-Connect-Programm habe die Öffnung der Kapitalmärkte in eine neue Dimension geführt. Ausländische Investoren würden inzwischen rund zehn Prozent der Marktkapitalisierung festlandchinesischer Unternehmen halten und hätten im vergangenen Jahr mehr als 50 Mrd. US-Dollar investiert - gegenüber mehr als 330 Mrd. US-Dollar seit dem Start des Connect-Programms im Jahr 2014.

Mit der Unterzeichnung der Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) habe China auch seinen Einfluss in der asiatisch-pazifischen Region deutlich ausgeweitet. Längerfristig sollte sich das Handelsabkommen positiv auf die zukünftige Entwicklung der asiatischen Märkte auswirken, da durch das Abkommen der Schwerpunkt der Weltwirtschaft weiter in Richtung Osten verschoben werde. Für China, das als treibende Kraft hinter dem Abkommen gelte, eröffne sich dadurch die Chance, seinen wirtschaftlichen Einfluss in der asiatisch-pazifischen Region weiter auszubauen. (05.02.2021/fc/a/f)






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