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Aktiv-Passiv-Studie: Die Mehrheit der Aktienfonds schlug 2020 ihre Benchmark


03.02.21 13:31
Lyxor Asset Management

Paris (www.fondscheck.de) - Die meisten Aktienstile schnitten 2020 besser ab als ihre Benchmark - dies ist das Ergebnis des aktuellen "Aktiv-Passiv-Navigators" von Lyxor ETF, berichten die Experten von Lyxor Asset Management.

Viele aktive Manager hätten trotz Corona-Krise, hoher Volatilität, geopolitischer Risiken und starker Sektorrotation ihre Portfolios über lange Strecken vorne halten können. Dabei würden aktive Aktienfondsmanager eine größere Streuung der Renditen nutzen, um Alpha zu generieren.

Laut dem "Aktiv-Passiv-Navigator" habe die Mehrheit der aktiven Manager 2020 ihre Benchmark in den meisten Aktienkategorien übertroffen. Uneinheitliche Reaktionen der Regierungen auf die Pandemie hätten zu einer höheren Streuung der Renditen über Länder, Sektoren und Faktoren hinweg geführt, was wiederum Chancen für aktive Aktienmanager geschaffen habe. So hätten 66 Prozent der europäischen Large-Cap-Manager ihre Benchmark übertroffen.

Der "Aktiv-Passiv-Navigator" des Lyxor ETF Research and Solutions Teams sei eine detaillierte Analyse der Wertentwicklung von 13.000 in der EU aufgelegter aktiver Fonds, die ein Vermögen von 2,3 Billionen Euro repräsentieren würden. Diese würden mit ihrer jeweiligen Benchmark verglichen. Die Studie identifiziere zudem die wichtigsten Markttrends, die einen Einfluss auf die globale Marktentwicklung hätten und somit die Generierung von Alpha beeinflussen würden.

Besonders gut hätten in 2020 Small-Cap-Fonds abgeschnitten, da sie stark von der höheren Streuung der Renditen und der gestiegenen Volatilität profitiert hätten: 80 Prozent der aktiven Small-Cap-Manager hätten in Europa eine Outperformance erzielt, während 85 Prozent in Großbritannien dies geschafft hätten, da sie einen Brexit-Deal in letzter Minute eingeplant und sich entsprechend positioniert hätten.

Bei aktiven Fixed-Income-Fonds sei die Wertentwicklung durchwachsen gewesen. Viele hätten Mühe gehabt, mit der von den Zentralbanken ausgelösten bemerkenswerten Anleihen-Rally wie auch mit der starken Verengung der Credit-Spreads Schritt zu halten. Doch es habe auch einige Lichtblicke gegeben. 69 Prozent der Schwellenländeranleihen-Fonds hätten besser abgeschnitten als ihre Benchmark. Dies sei ihnen gelungen, indem sie ab dem ersten Quartal kontinuierlich höhere Risiken eingegangen seien und zu Anleihen geringerer Qualität gegriffen hätten. Dabei hätten sie divergierende Trends bei Inflation und Konjunkturprogrammen genutzt. US Aggregate und Global Aggregate Fixed Income Fonds hätten mit 54 bzw. 52 Prozent Outperformance gegenüber der Benchmark ebenfalls gut abgeschnitten. Sie hätten die sich verändernden Renditekurven und die höhere US-Inflation genutzt und Alpha durch den Erwerb verbriefter, halb-staatlicher und lokaler Emissionen erzielt.

Passive Produkte hätten sich dagegen besser bei hochverzinslichen Anleihen geschlagen: Nur 29 Prozent der High Yield-Fondsmanager in den USA hätten ihre Benchmark übertroffen, da sie von der aggressiven Spread-Verengung getroffen worden seien, die eine Streuung der Renditen gebremst habe. Zudem hätten sie übermäßig vorsichtig agiert.

2020 sei mehr als die Hälfte der Zuflüsse im europäischen ETF-Markt auf ESG-ETFs entfallen. Eine überdurchschnittlich gute Performance habe den Anlegern recht gegeben: Über alle im "Aktiv-Passiv-Navigator" untersuchten Anlageklassen hinweg hätten ESG-ETFs im vergangenen Jahr eine durchschnittliche Überrendite von 1,4 Prozent gegenüber ihren jeweiligen Konkurrenten erzielt.

Insgesamt werde 2020 als ein herausragendes Jahr für aktive Fondsmanager in Erinnerung bleiben. In 85 Prozent aller Anlageklassen hätten die relativen Renditen 2020 die des Vorjahres übertroffen, so die Ergebnisse von Lyxor. Konsistente Alpha-Generierung über einen längeren Zeitraum bleibe jedoch rar. Laut "Aktiv-Passiv-Navigator" hätten nur 12 Prozent der Manager weltweiter Aktienfonds sowohl 2019 als auch 2020 ihre Benchmarks übertroffen. Über zehn Jahre hätten gar nur 9 Prozent der World Equity Large Cap-Fonds eine Outperformance erzielt. Die meisten aktiven Aktienmanager hätten offensichtlich Probleme damit gehabt, die zehnjährige Rally an den globalen Aktienmärkten zu ihren Gunsten zu nutzen.

Vincent Denoiseux, Head of ETF Research and Solutions bei Lyxor Asset Management, habe kommentiert: "2020 war beispiellos und forderte das Geschick der aktiven Manager extrem heraus. Dennoch haben viele aktive Aktienmanager im Großen und Ganzen ihren Anspruch erfüllt, Portfolios auch in Zeiten starker Marktturbulenzen zu schützen. Da die langfristige Alpha-Generierung jedoch nach wie vor eine Herausforderung darstellt, müssen Anleger, die auf aktives Management setzen, bei der Verwaltung ihrer Portfolios agil sein und schnell reagieren können. Sie müssen auf aktive Manager setzen können, die in der Lage sind, die Entwicklung der Märkte schnell nutzen zu können. Für weniger taktisch orientierte Investoren dagegen, die eine langfristige Portfolioallokation anstreben, können ETFs eine sinnvolle Alternative sein."

Jean-Baptiste Berthon, Senior Cross-Asset Strategist bei Lyxor Asset Management, habe hinzugefügt: "Die makroökonomischen Fundamentaldaten können sich im Laufe des Jahres 2021 normalisieren, doch die Handelsbedingungen können atypisch bleiben. Die je nach Region und Sektor verschieden einsetzende Erholung und das Navigieren durch bereits entsprechend bewertete Anlagen, mit wenigen verlässlichen Portfolio-Absicherungen und anhaltenden Unsicherheiten, können die Arbeit der aktiven Manager nicht einfacher gestalten. Die Streuung von Vermögenswerten und diversifiziertere Anlagethemen unterstützen eine Generierung von Alpha eigentlich aus Sicht einer Bottom-up-Auswahl, jedoch wird Alpha-Generierung durch Markt-Timing schwieriger, und dennoch letztendlich entscheidend sein. Kombinationen aus aktiven und passiven Anlagen können eine stärkere Selektion erfordern, die wiederum von den zugrunde liegenden treibenden Faktoren und deren Rückschlagspotenzial abhängen." (03.02.2021/fc/a/e)