Aktienmärkte haben sich mit Covid-19 arrangiert


02.02.21 08:30
SIGNAL IDUNA AM

Hamburg (www.fondscheck.de) - Neues Jahr, neues Glück: Der gute Start, den sich die Menschheit traditionell zum Jahreswechsel gegenseitig wünscht, ist für Börsianer Wirklichkeit geworden, so Philipp van Hove, CFA, der das Fonds- und Portfoliomanagement Aktien bei der SIGNAL IDUNA Asset Management leitet und unter anderem den Europa-Aktienfonds HANSAsmart Select E verantwortet.

Der ungeordnete Brexit habe kurz vor Jahresschluss abgewendet werden können, der abgewählte Donald Trump sei letztlich doch aus dem Amt geschieden und so bleibe derzeit nur ein Thema: Das Corona-Virus und seine wirtschaftlichen Folgen.

Doch die Zahl der verabreichten Impfdosen klettere Tag für Tag, die Gruppe der zugelassenen Impfstoffe werde vermutlich weiterwachsen und die entdeckten Virusmutationen seien zwischenzeitlich akzeptiert. Im Ergebnis herrsche landauf, landab in den Handelsräumen und Analystenbüros scheinbar ein großer Konsens. Nämlich der, dass im dritten, spätestens aber im vierten Quartal die Weltkonjunktur wieder Fahrt aufnehmen sollte.

Dass Aktien davon profitieren würden, gelte dabei als ausgemachte Sache. Seien doch die begleitenden Faktoren intakt: Die Regierungen dieser Welt würden an ihren Ausgabenprogrammen festhalten. Inflation sei - in ihrer derzeit praktizierten Messung - weder erkennbar noch spürbar, sehe man von sprunghaft reagierenden Preisen vereinzelter Güter ab, die im Zuge der pandemiebedingten Unterbrechung der Lieferketten knapp geworden seien. Folglich würden die heute bereits niedrigen bzw. negativen Leitzinsen der westlichen Notenbanken auf ihrem Niveau bleiben.

Uneinigkeit herrsche bei den Fachleuten lediglich darüber, welche Länder wann ihre pandemiebedingten Einschränkungen aufheben würden. Das beeinflusse die zeitliche und regionale Abfolge der wirtschaftlichen Erholung und welche Branchen davon wann und in welchem Umfang profitieren würden.

Vor diesem Hintergrund erscheinen die zwischenzeitlich erreichten Kurs-Gewinn-Verhältnisse von Aktien zwar historisch nicht mehr günstig, aber aufgrund der Erwartungslage noch gerechtfertigt, so Philipp van Hove von SIGNAL IDUNA Asset Management. Selbst wenn steigende Gewinne die ausgeweiteten Bewertungen nicht in näherer Zukunft relativieren sollten: Im Vergleich zu den anderen traditionellen Assetklassen seien Unternehmensbeteiligungen dennoch attraktiv.

Das könne und solle kein Aufruf dazu sein, auch bei Aktienkursen jeglichen Preis zu zahlen. Doch wer sich im Angesicht dieser weltweit durch die Notenbanken getriebenen Blase der Vermögenswerte umsehe, sollte Unternehmensbeteiligungen zu schätzen wissen. Fungibilität und Liquidität dieser Assetklasse seien weiterhin unerreicht. Ein Rücksetzer von fünf oder auch zehn Prozent sei in dieser Phase keine Bedrohung, sondern eine Einladung.

Sorgen machen muss man sich deshalb nur wegen der eingangs beschriebenen Themenarmut und der für unseren Geschmack zum Konsens erhobenen optimistischen Stimmung, so Philipp van Hove von SIGNAL IDUNA Asset Management. Denn aufgrund derselben sei der Kapitalmarkt umso anfälliger für überraschende Erschütterungen. Würden diese ausbleiben, könne das Jahr 2021 trotz aller für die ersten beiden Quartale absehbaren Belastungen einen durchaus positiven Verlauf nehmen. (02.02.2021/fc/a/f)





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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
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