Wöchentlicher Markt- und Flowbericht: Neuerliche Risikoerholung nach Einigung der EU in der Migrationspolitik


03.07.18 15:19
ETF Securities

London (www.fondscheck.de) - Die Zuflüsse in Gold-ETPs in Höhe von 73,3 Mio. USD kehrten die Abflüsse der vergangenen beiden Wochen um, da die Schnäppchenjäger die niedrigen Preise für Käufe zu nutzen schienen, so die Experten von ETF Securities by WisdomTree.

Die Goldpreise hätten das zweite Quartal bei 1252,60 USD/oz. und damit auf dem niedrigsten Stand seit beinahe sechs Monaten beendet. Trotz der anhaltenden geopolitischen Spannungen, der Handelskriege und der Korrektur an den globalen Aktienmärkten sei Gold, das aus historischer Sicht für seinen Status als sicherer Hafen bekannt sei, nicht in der Lage gewesen, von der Risikoaversion zu profitieren. Dies sei insofern logisch, als Gold seit jeher als langfristige Absicherung anstatt eines vorübergehenden sicheren Hafens für kurzfristige Marktvolatilität angesehen werde.

Eine anhaltende und langfristige Korrektur an den Aktienmärkten würde sich vermutlich günstig auf die Goldpreise auswirken. Bislang sei in diesem Jahr der starke US-Dollar infolge des von steigenden Zinsen geprägten Umfelds in den USA für den Großteil der Schwäche bei Gold verantwortlich gewesen, was der antizyklischen Beziehung der Währung zum Edelmetall geschuldet sei. Die Stimmung in Bezug auf Gold falle weiter äußerst verhalten aus, wenngleich die Zuflüsse in der vergangenen Woche nahelegen würden, dass sich die Anleger für eine Wende bei den Goldpreisen positionieren würden.

Aus Rohöl-ETPs (ISIN DE000A1N49P6 / WKN A1N49P) sei mit 21 Mio. USD die zweite Woche in Folge Kapital abgezogen worden, was auf Gewinnmitnahmen infolge der höheren Ölpreise hindeute. Die Ölpreise hätten in der vergangenen Woche aufgrund weiterer Angebotsausfälle, rückläufiger US-Lagerbestände und der Berichte, die Regierung Trump wolle bis zum 4. November alle Rohölimporte aus dem Iran einstellen, deutlich zugelegt. Hauptgründe für den unerwartet starken Rückgang der US-Rohölbestände, der sich laut US Department of Energy auf 9,9 Mio. Barrel in der vergangenen Woche belaufen habe, seien die Rohölförderung in Rekordhöhe sowie der deutliche Anstieg der US-Rohölexporte gewesen.

Die Preisdifferenz zwischen Rohöl der Sorte Brent und WTI habe sich weiter von 10 USD auf 5 USD pro Barrel verringert, was auf die aktuellen Produktionsausfälle einer Ölfördereinrichtung in der kanadischen Provinz Alberta zurückzuführen sei. Die Anlage verfüge über eine Produktionskapazität von beinahe 350.000 Barrel pro Tag und werde voraussichtlich bis Ende Juli außer Betrieb bleiben, sodass weniger Rohöl aus Kanada die USA erreiche. Da die rückläufige Preisdifferenz zwischen Rohöl der Sorte Brent und WTI US-Exporte weniger attraktiv mache, dürften die US-Rohölbestände in den kommenden Monaten erhöht bleiben.

Bei Industriemetallkorb-ETPs (ISIN DE000A0SVX75 / WKN A0SVX7) sei es mit 38,9 Mio. USD die zweite Woche infolge zu Rücknahmen gekommen, da die anhaltenden Handelsspannungen die Stimmung belasten würden. Die Industriemetallpreise seien angesichts der fortwährenden Handelskriege Schwankungen unterworfen gewesen. Die Regierung Trump habe angekündigt, ihr Vorhaben, chinesische Investitionen in den USA einschränken zu wollen, voranzutreiben, dabei aber von den strengsten Maßnahmen abzusehen. Gleichzeitig sei es bei Kupfer-ETPs (ISIN DE000A0KRJU0 / WKN A0KRJU) die dritte Woche in Folge zu Abflüssen gekommen, die mit 31,8 Mio. USD so hoch ausgefallen seien wie seit 39 Wochen nicht mehr.

Long-Yen-Short-EUR-ETPs hätten die höchsten Zuflüsse seit sechs Wochen (9,1 Mio. USD) verzeichnet, nachdem die führenden EU-Politiker beim EU-Gipfeltreffen eine Einigung in der Migrationsfrage erzielt hätten. Infolge der viel beachteten Einigung habe der Yen um 0,94 Prozent gegenüber dem Euro nachgegeben, sodass die Zuflüsse in Long-Yen-Short-EUR-ETPs allem Anschein nach Schnäppchenjägern geschuldet seien.

Die Abflüsse aus US-Dollar-ETPs hätten mit 15,9 Mio. USD den höchsten Stand seit 20 Wochen erreicht. (03.07.2018/fc/a/e)





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