SKAGEN Global-Fonds: Ein Giftcocktail verunsichert die Märkte - Fondsanalyse


06.05.22 09:00
SKAGEN Funds

Stavanger (www.fondscheck.de) - Die globalen Aktienmärkte gaben im ersten Quartal aufgrund eines Giftcocktails aus steigender Inflation, einer harten Haltung der Zentralbanken und Russlands Einmarsch in der Ukraine nach. Der SKAGEN Global besitzt aufgrund unserer Einschätzung des politischen Risikos bereits seit 2015 keine russischen Aktien mehr, so Knut Gezelius, Portfoliomanager von SKAGEN Funds.

Dennoch seien die Experten der Meinung, dass der Krieg in der Ukraine besondere Aufmerksamkeit und tiefgreifende Überlegungen verdiene, da die globalen Anleger im nächsten Jahrzehnt mit seinen weitreichenden Auswirkungen werden rechnen müssten.

Auch die Ölpreise und Zinssätze seien im Laufe des Quartals gestiegen und hätten in weiten Teilen der Welt Angst vor einem rückläufigen Wachstum geschürt - und das zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt, wenn man bedenke, wie fragil die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie sei.

Der SKAGEN Global habe sich im ersten Quartal des Jahres schlechter als sein Referenzindex, der MSCI AC World, entwickelt. Obwohl die Experten stets bestrebt seien, attraktive absolute und relative Renditen zu erwirtschaften, sei es nicht wirklich überraschend, dass der Fonds nach den soliden Ergebnissen im Jahr 2021 nun einen Rückschlag erlebt habe. Ermutigt würden die Experten durch die bisher guten Quartalsberichte ihrer bestehenden Beteiligungen sowie durch die Aufnahme von drei sorgfältig ausgewählten Neuzugängen in den Fonds.

Die am absoluten Ertrag gemessen besten Wertentwicklungen hätten im abgelaufenen Quartal Canadian Pacific, Munich Re und Brown & Brown geliefert. Der Eisenbahnbetreiber Canadian Pacific verfüge über eine starke Preissetzungsmacht und zeige sich in einem unsicheren makroökonomischen Umfeld als durchaus widerstandsfähig. Der deutsche Rückversicherer Munich Re habe von einem relativ sauberen Zeichnungsquartal und einer Marktrotation profitiert, während der amerikanische Versicherungsmakler Brown & Brown gute Zahlen veröffentlicht und durch die Übernahme des britischen Versicherungsvermittlers Global Risk Partners ein Standbein in Europa geschaffen habe.

Die drei in absoluten Zahlen gesehen größten Störfaktoren des Fonds seien in diesem Quartal Estée Lauder, Home Depot und Intuit gewesen. Die beiden erstgenannten hätten nach Gewinnmitnahmen infolge eines beeindruckenden Anstiegs im Jahr 2021 und der zunehmenden Sorge, dass die Verbraucher weniger Geld zur Verfügung haben würden, nachgegeben. Intuit sei dagegen im Rahmen einer breiteren Marktrotation ohne explizite unternehmensspezifische Gründe herabgestuft worden.

Der SKAGEN Global habe die erhebliche Marktvolatilität während des Quartals genutzt, um das Portfolio durch den Austausch von drei Positionen aufzustocken. Die Experten hätten Positionen in der schweizerischen alternativen Investmentfirma Partners Group, dem weltweit tätigen Industrieversicherungsmakler und Risikoberater Marsh & McLennan und der US-amerikanischen Diskont-Einzelhandelskette Dollar General eröffnet. Diese drei Unternehmen würden mit einem mehrjährigen Zeithorizont geführt und würden allen Stakeholdern in ihrem jeweiligen Ökosystem einen Mehrwert bieten - eine Eigenschaft, die die Experten als Voraussetzung für eine langfristige Wertschöpfung für die Aktionäre ansehen würden.

Aus der Munich Re seien die Experten ausgestiegen, als sich die Aktie nach einer soliden Performance ihrem Kursziel genähert habe. Auch UPM habe das Portfolio verlassen. Hier, nach einer längeren Periode mit unruhiger Entwicklung in verschiedenen Bereichen. Die Autodesk-Aktie habe ebenfalls ein neues Zuhause gefunden, da die Experten die oben beschriebenen neuen Anlagealternativen auf der Grundlage der Rahmendatenanalyse als überzeugendere Anlagemöglichkeiten angesehen hätten.

Der 24. Februar 2022 werde wahrscheinlich als der Tag in die Geschichtsbücher eingehen, an dem Russland eine illegale und unprovozierte Invasion in der Ukraine gestartet habe. Der russische Aktienmarkt sei am Tag nach dem Einmarsch abgestürzt und seitdem für den normalen Handel geschlossen geblieben. Es bleibe abzuwarten, wie lange der russische Markt geschlossen bleibe. Interessierte LeserInnen könnten sich vielleicht daran erinnern, dass er zwischen 1917 und 1992 für ganze 75 Jahre ausgesetzt gewesen sei.

Wie dem auch sei, die aktuelle Aufgabe des SKAGEN Global bestehe nun darin, die weitere Entwicklung der globalen Landschaft in direkter Folge des bewaffneten Konflikts zu bewerten. Obwohl die Experten Bottom-up-Investoren seien, sich also auf die Analyse von Unternehmen und nicht auf die Vorhersage von Makrovariablen konzentrieren würden, sei es von entscheidender Bedeutung, das externe Umfeld zu verstehen, in dem ein Unternehmen tätig sei.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts sei die Bandbreite der Ergebnisse nach wie vor außerordentlich groß, und ein Versuch, Entwicklungen vorherzusagen, scheine aussichtslos. Man könne jedoch völlig zu Recht sagen, dass der plötzliche Totalangriff und die nachfolgenden Gräueltaten auf europäischem Boden ein brutaler Weckruf für den Westen gewesen seien. Die Politik habe darauf mit einer Neuausrichtung der Energiepolitik, der Verteidigungsausgaben und mit internationalen Sanktionen reagiert. In den nächsten Wochen und Monaten würden wahrscheinlich noch weitere Reaktionen folgen. Dennoch seien diese unmittelbaren Auswirkungen der ersten Schritte ziemlich offensichtlich und wahrscheinlich bereits im Markt eingepreist.

Die heiklere Frage betreffe die Auswirkungen der weiteren Schritte, deren Konturen noch unklar seien und deren Strukturen durch die globalisierte Welt, in der nationale und wirtschaftliche Interessen stärker denn je zuvor miteinander verflochten sieen, wirklich kompliziert seien. Beispiele für Bereiche, die nach Ansicht der Experten langfristig kritische Auswirkungen auf ihr Portfolio haben könnten, würden von der globalen Geopolitik und den ESG-Rahmenbedingungen bis hin zum Tauziehen zwischen Inflation und Wachstum und den politischen Entwicklungen in den USA reichen.

Während der Markt den Krieg in der Ukraine weitgehend gelassen hingenommen habe, könne sich das Blatt im Falle einer Eskalation oder Ausweitung schnell wenden. Vor diesem Hintergrund müsse (immer wieder) betont werden, dass das Portfolio des SKAGEN Global aus unterbewerteten Unternehmen mit starken Bilanzen und wettbewerbsfähigen Produktpaletten bestehe, die von hochkompetenten Führungskräften geleitet würden, die über ein hohes Maß an Eigeninteresse verfügen würden. Zusammenfassend seien die Experten der Ansicht, dass das Portfolio attraktiv bewertet und gut positioniert sei, um über ihren mehrjährigen Anlagehorizont Neuland zu betreten und einen Lichtblick in diesen dunklen Zeiten zu bieten. (06.05.2022/fc/a/f)