SKAGEN Focus Fonds: Solides Quartal im Schatten des Krieges - Fondsanalyse


03.05.22 12:00
SKAGEN Funds

Stavanger (www.fondscheck.de) - SKAGEN Focus hat in diesem Jahr bisher deutlich besser abgeschnitten als die zugrunde liegenden globalen Aktienmärkte, so Jonas Edholm, Portfoliomanager von SKAGEN Funds.

Im Quartalsverlauf seien diese von mehreren Ereignissen beeinflusst worden: Zunächst sei es zu einem dramatischen Ausverkauf bei den so genannten "profitlosen Tech-Unternehmen" gekommen, d.h. bei Unternehmen, die zu hohen Multiplikatoren gehandelt würden, obwohl sie weder nennenswerte Umsätze noch Gewinne erzielen würden. Dieser Ausverkauf habe schließlich auf höher bewertete ertragsstarke Aktien übergeschwappt, darunter auch Mega-Cap-Technologiewerte in den Vereinigten Staaten sowie ausgewählte Investitionslieblinge auf dem europäischen Aktienmarkt.

Nach der großangelegten russischen Invasion in der Ukraine habe an den Aktienmärkten ein breiter Abverkauf eingesetzt. Der Fonds habe kein direktes Engagement in Russland gehabt und Anfang März habe SKAGEN beschlossen, russische Unternehmen aus seinem Anlageuniversum auszuschließen. Die Experten von SKAGEN Funds würden die Situation weiterhin beobachten und als antizyklische und preisorientierte Anleger aktiv mehrere Unternehmen verfolgen, die aufgrund eines vermeintlichen Russland-Engagements möglicherweise übermäßig und ungerechtfertigt abgestraft worden seien.

Der Rückgang des Rohstoffangebots infolge der Russlandkrise verstärke den auch so schon hohen, pandemiebedingten Inflationsdruck. Der US-Verbraucherpreisindex sei im Februar im Jahresvergleich auf 7% gestiegen. Die US-Notenbank scheine hier "hinterherzuhinken" und erwarte nun für dieses Jahr sechs bis sieben Zinserhöhungen. Die Anleiherenditen würden sich aktuell diesen Daten anpassen und die weltweit restriktivere Haltung der Zentralbanken habe zu höheren Anleiherenditen und in bestimmten Fällen zu einer stark inversen Renditekurve geführt.

Etliche der Positionen der Experten von SKAGEN Funds, die sich im abgelaufenen Quartal besser entwickelt hätten, hätten von steigenden Rohstoffpreisen profitiert, da die Versorgung mit russischen Rohstoffen zunehmend gestört werde. Der recht bemerkenswerte Anstieg des Nickelpreises von zeitweise mehr als 100% trieb unseren indonesischen Nickelproduzenten Vale Indonesia in die Nähe unseres Kursziels, weshalb wir die Position reduzierten, so die Experten von SKAGEN Funds. Die Ukraine und Russland seien große Produzenten einer Vielzahl von Düngemitteln, darunter auch Kaliprodukte. Die konfliktbedingte Unterbrechung der Kaliversorgung habe den Preis dementsprechend in die Höhe schießen lassen. Dies sei dem Kaliproduzenten K+S zugutegekommen, der dadurch die im bisherigen Jahresverlauf beste Performance im Fonds geliefert habe.

Einen ebenfalls bemerkenswert starken Beitrag zur Wertentwicklung des Fonds im bisherigen Jahresverlauf habe der koreanische Immobilien- und Sachschadenversicherer DB Insurance geliefert, der im vergangenen Jahr hohe Gewinne und eine beeindruckende versicherungstechnische Effizienz erzielt habe. Nach einer starken Neubewertung der Commerzbank zu Beginn des Quartals hätten die Experten von SKAGEN Funds ihre Position reduziert, die sie noch immer als deutlich unterbewertet ansähen. Der Umstrukturierungsprozess der Bank scheine auf einem guten Weg zu sein und man sollte mittelfristig eine Verbesserung der Ertragskraft sehen.

Nach einem Rekordjahr für Fondsübernahmen hätten die Experten von SKAGEN Funds seit Jahresbeginn 2022 bisher zwei weitere Übernahmeangebote für Unternehmen aus ihrem Portfolio erhalten. Erstens habe die US-amerikanische Regionalbank First Horizon von der kanadischen Bank Toronto Dominion, die ihre aggressive Expansion im Südosten der USA fortsetze, ein Übernahmeangebot mit einem Aufschlag von 35% erhalten. Zudem habe das britische Busunternehmen Stagecoach ein überarbeitetes Angebot des deutschen Infrastrukturfonds DWS mit einem Aufschlag von 37% erhalten. Beide Papiere hätten das Portfolio zu ihren jeweiligen Kurszielen verlassen.

Auf der Rohstoffseite habe die russische Dominanz bei Palladium dieses Metall auf ein neues Allzeithoch getrieben. Der Fonds sei über Ivanhoe Mines in diesem Metall engagiert. Das Unternehmen entwickele derzeit sein Platreef-Projekt. Ivanhoe Mines habe kürzlich eine Machbarkeitsstudie veröffentlicht, aus der hervorgehe, dass es in der Lage sein könnte, aus dieser Mine eine durchschnittliche Jahresproduktion von 590.000 Unzen Palladium, Rhodium und Gold sowie eine beträchtliche Nickel- und Kupferproduktion zu erzielen. Die Experten von SKAGEN Funds seien der Meinung, dass dieser Ertragsstrom im aktuellen Aktienkurs nicht angemessen abgezinst sei.

Weniger positiv stehe es um die beiden Positionen in Automobilzulieferern, nämlich den deutschen Antriebsstrangproduzent Vitesco und den französischen Sitz- und Innenausstattungshersteller Faurecia. Sie stünden aufgrund der Unsicherheiten in Bezug auf die weltweite Automobilproduktion nach dem Ukraine-Krieg und die Besorgnis über höhere Inputkosten unter Druck.

Die Experten von SKAGEN Funds hätten im Quartalsverlauf mehrere neue Positionen aufgebaut, darunter den kürzlich ausgegliederten und relativ unbekannten Nutzfahrzeughersteller Iveco, der derzeit mit einem erheblichen Abschlag gehandelt werde und nahe an der Schätzung der Experten des Liquidationswertes des Unternehmens liege. Weiterhin hätten die Experten von SKAGEN Funds eine Position in dem spanischen Zellstoffhersteller Ence neu eröffnet, da die Aktie wieder zu ihrem Wunschpreis gehandelt werde und mehrere Katalysatoren für eine mittelfristige Neubewertung vorhanden seien. Außerdem hätten sich die Experten von SKAGEN Funds in Sao Martinho, einen brasilianischen Zucker- und Ethanolhersteller, eingekauft. Das Unternehmen scheine in naher Zukunft eine beträchtliche Menge an Barmitteln zu generieren und sei im Verhältnis zur Ertragskraft noch immer extrem unterbewertet.

Die jüngsten makroökonomischen Ereignisse hätten zu einem volatileren globalen Aktienhintergrund geführt, da sich die Anleiherenditen an ein inflationäres Umfeld anpassen würden. Die Experten von SKAGEN Funds seien der Ansicht, dass es an den weltweiten Aktienmärkten nach wie vor gute Argumente für eine fortgesetzte Rotation in Aktien mit einer kurzfristig überdurchschnittlichen Ertragsrendite auf Kosten von Unternehmen mit hohen Bewertungsmultiplikatoren gebe. Übermäßige und ungerechtfertigte Volatilität bedeute für die Experten von SKAGEN Funds als aktive, antizyklische und preisorientierte Anleger auch Chancen.

Das Portfolio bestehe aus 47 Positionen, von denen 85% im Small- und Mid-Cap-Segment angesiedelt seien. Allerdings hätten die Experten von SKAGEN Funds in letzter Zeit interessante Möglichkeiten in ausgewählten hochkapitalisierten japanischen Unternehmen entdeckt, die sie in zukünftigen Updates hervorheben würden. Wichtig sei, dass das Aufwärtspotenzial gegenüber ihrem gewichteten Kursziel für den gesamten Fonds derzeit mehr als 55% liege.

SKAGEN Focus habe seinen Schwerpunkt auf kleinen und mittelgroßen Unternehmen weltweit. Aus ihnen erstelle das Portfoliomanagementteam von Jonas Edholm und David Harris ein konzentriertes Portfolio aus typischerweise 30 bis 35 Titeln. SKAGEN Focus werde nach einer Value-Strategie gemanagt. (03.05.2022/fc/a/f)