Rohstoffkorb-ETCs: Kursplus von 40 Prozent


08.11.21 10:03
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Explodierende Öl- und Gaspreise, Industriemetallpreise auf Rekordniveaus - die Rohstoffpreise sind mittlerweile so hoch, dass sie die Konjunktur abwürgen, so die Deutsche Börse AG.

"Rohstoffe sind im Moment das ganz große Thema", berichte Andreas Schröer, der bei Lang & Schwarz ETFs und ETCs handele.

ETCs, die einen ganzen Rohstoffkorb abbilden würden, etwa der WisdomTree Broad Commodities, würden für dieses Jahr einen Kursanstieg um fast 40 Prozent aufweisen. Während üblicherweise Gold-ETCs den ETC-Handel an der Börse Frankfurt dominieren würden, sei das Bild diesmal gemischt: Neben Gold- und vielen Silber-ETCs hätten in den vergangenen vier Wochen auch Rohstoffkorb-, Industriemetall- sowie Öl- und Gas-ETCs sehr hohe Umsätze aufgewiesen. Von der Richtung her eindeutig seien aber nur die Flows mit Edelmetall- und Rohstoffkorb-ETCs, wie Zahlen von WisdomTree zeigen würden: Bei den Edelmetall-ETCs hätten die Abflüsse überwogen, bei den Rohstoffkorb-ETCs die Zuflüsse.

Der Goldpreis habe zuletzt weiter um 1.800 US-Dollar die Feinunze gependelt, am Donnerstagmorgen seien es 1.776 US-Dollar. Damit habe sich Gold im Laufe des Jahres verbilligt: Ende 2020 seien es noch knapp 1.900 US-Dollar gewesen. An der Börse Frankfurt belege Xetra-Gold einmal mehr den ersten Platz in der ETC-Umsatzliste für die vergangenen vier Wochen, andere Gold-ETCs seien aber weiter abgeschlagen als üblich. Vergleichsweise hohe Umsätze hätten Silber-ETCs wie der WisdomTree Physical Silver Individual Securities (ISIN DE000A0N62F2 / WKN A0N62F) und der Xtrackers Physical Silver verzeichnet. Der Silberpreis liege aktuell bei 23,61 US-Dollar und damit ebenfalls unter dem Niveau von Ende 2020.

Nach Einschätzung von Rohstoffanalystin Barbara Lambrecht von der Commerzbank sei das Aufwärtspotenzial für Gold vorerst ausgeschöpft. "Mittelfristig gehen wir aber davon aus, dass Gold von den zunehmenden Inflationssorgen profitieren und die bis zuletzt stockende ETC-Nachfrage wieder anziehen wird."

Daneben gehe viel um in Energie-ETCs, etwa im WisdomTree Natural Gas. Bei Lang & Schwarz seien auch Gas-ETCs mit Hebel gesucht, etwa der WisdomTree Natural Gas 3x Daily Leveraged (IE00BLRPRG98/ WKN A3GL7C). Der gebe die Entwicklung des Erdgaspreises gehebelt um den Faktor 3 wider. Spekuliert werde auch auf einen Preisrückgang, und zwar mit dem WisdomTree Natural Gas 3x Daily Short (IE00B76BRD76/ WKN A1VBKC).

Öl spiele laut Schröer im Moment keine so große Rolle. Dabei sei der Ölpreis vor kurzem auf den höchsten Stand seit 2014 geklettert. In der Spitze seien es 86 US-Dollar für das Barrel Brent gewesen. Aktuell seien es 82,90 US-Dollar. Auch WisdomTree melde nur moderate Umsätze mit Öl-ETCs, wie üblich seien es meist Verkäufe. "Jetzt schaut alles auf das OPEC-Meeting", erkläre Mobeen Tahir von WisdomTree. Sollte eine Aufstockung der Fördermenge beschlossen werden, könnten die Preise auch wieder fallen. Die OPEC+, also die OPEC-Länder zuzüglich weiterer Ölproduzentenstaaten, würden sich am Donnerstag treffen.

Die Commerzbank gehe davon aus, dass die OPEC+ an ihrem Plan einer nur allmählichen Produktionserhöhung festhalten werde. "Damit bleibt der Markt fürs Erste unterversorgt", stelle Lambrecht fest. Neue Hochs der Ölpreise erwarte die Bank vorerst aber nicht, auch wegen wieder aufkeimender Nachfragesorgen im Zuge steigender Corona-Zahlen. Zu den umsatzstärksten Öl-ETCs an der Börse Frankfurt gehöre der WisdomTree WTI Crude Oil.

"Auch Aluminium, Kupfer und Nickel finden im Moment sehr viel Beachtung", melde Schröer. Der Kupferpreis habe im Oktober zwar kurzzeitig wieder angezogen, das Rekordhoch vom Mai bei 10.739 US-Dollar aber nicht mehr erreicht. Was die Industriemetalle angehe, sei der Oktober insgesamt zweigeteilt gewesen, wie Tahir feststelle: in der ersten Hälfte deutliche Gewinne, in der zweiten eher Verluste. Besonders heftig seien die Ausschläge im Fall von Zink ausgefallen: erst ein Anstieg von rund 3.000 auf über 3.800 US-Dollar, dann der Rückgang auf aktuell 3.317 US-Dollar. "Der Preis stieg steil an, als Europas Zinkproduzent Nyrstar am 13. Oktober wegen der hohen Strompreise eine Produktionskürzung um 50 Prozent in drei europäischen Hüttenwerken angekündigt hat", erkläre Tahir.

Jetzt habe sich die Engpasslage etwas entspannt. "Allerdings wird am Markt weiter eine eingeschränkte Industriemetallproduktion und steigende Nachfrage erwartet", bemerke Tahir. "Das sollte die Preise weiter eintreiben." Umsatzstärkste Industriemetall-ETCs an der Börse Frankfurt seien der WisdomTree Industrial Metals und der WisdomTree Copper. (Ausgabe 04.11.2021) (08.11.2021/fc/a/e)





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