Rohstoff-ETCs: Vertrauen auf Gold - egal was kommt


09.11.20 12:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Anders als nach der US-Präsidentschaftswahl vor vier Jahren erwarten Analysten von der Wahl diesmal keinen großen Effekt auf den Goldpreis, so die Deutsche Börse AG.

Entscheidender Preistreiber blieben die Corona-Krise und die Nullzinspolitik der Notenbanken, heiße es.

2016 sei der Goldpreis nach der Wahl von Donald Trump innerhalb weniger Wochen um rund 13 Prozent gefallen. Derzeit pendle die Notierung weiter um 1.900 US-Dollar die Feinunze, am Donnerstagmorgen seien es 1.918 US-Dollar gewesen. Damit bleibe das Allzeithoch von 2.069,22 US-Dollar vom August weit entfernt. Seit Jahresanfang sei der Preis aber immer noch um knapp 27 Prozent gestiegen.

Anleger würden weiter ETCs kaufen, wie Carsten Schröder von der Société Générale berichte. Zugegriffen werde dem Händler zufolge vor allem beim Xtrackers IE Physical Gold EUR Hedged. Florian Lenhart von der UniCredit Group melde vor allem Interesse an XETRA-Gold.

XETRA-Gold sei in den vergangenen vier Wochen umsatzstärkster ETC im Handel an der Börse Frankfurt geblieben. Viel umgegangen sei außerdem im Xtrackers Physical Gold mit und ohne Währungsabsicherung (ISIN DE000A1EK0G3 / WKN A1EK0G, ISIN DE000A1E0HR8 / WKN A1E0HR), im INVESCO Physical Gold (WKN A1AA5X), im WisdomTree Physical Gold und im Amundi Physical Gold. Der Bestand von XETRA-Gold verharre auf hohem Niveau von 222 Tonnen.

Auch die Preise der Edelmetalle Silber und Platin hätten sich von ihren Höchstständen entfernt. Hohe Umsätze habe es vor allem im WisdomTree Physical Silver und im Xtrackers Physical Silver (ISIN DE000A1E0HS6 / WKN A1E0HS) gegeben. Schröder beobachte viele Käufe von Platin-ETCs.

Ungewöhnlich weit oben auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt fänden sich diesmal Öl-ETCs. Anders als bei Gold dürfte die US-Wahl für Öl durchaus eine Rolle spielen: Wie Eugen Weinberg von der Commerzbank feststelle, sei Trump für die Ölmärkte der Favorit. Trump habe sich für die Ölbranche eingesetzt und zudem das Atomabkommen mit dem Iran gekündigt. Damit habe er die Rückkehr des Landes auf den Weltmarkt behindert. Bidens Fokus auf alternative Energien würden Analysten für die Ölmärkte eher negativ werten.

Zuletzt sei der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent wieder etwas gestiegen und liege aktuell bei 40,87 US-Dollar (05.11.2020). Anfang des Jahres seien es 70 US-Dollar gewesen, im März-Tief 21 US-Dollar.

Umsatzstärkste ETCs an der Börse Frankfurt seien der WisdomTree Brent Crude Oil, der WisdomTree WTI Crude Oil 2x Daily Leveraged, der WisdomTree WTI Crude Oil und der Xtrackers Brent Crude Oil Optimum Yield EUR Hedged (ISIN DE000A1AQGX1 / WKN A1AQGX). Die UniCredit Group registriere vor allem Zuflüsse in den WisdomTree WTI Crude Oil.

Deutlich gestiegen seien in den vergangenen Monaten die Preise einiger Industriemetalle. Der Kupferpreis sei vor zwei Wochen sogar über 7.000 US-Dollar die Tonne geklettert, das sei der höchste Preis seit mehr als zwei Jahren gewesen. Jetzt seien es immer noch 6.801 US-Dollar.

Mobeen Tahir von WisdomTree sehe immer noch Potenzial: Der deutliche Kursanstieg von Kupfer sei zwar teilweise auf COVID-bedingte Versorgungsstörungen zurückzuführen. Kupfer profitiere aber sowohl von zyklischem als auch von strukturellem Rückenwind. "Kupfer ist in drei Schlüsselbereichen der Elektromobilität verbreitet: Energiespeicherung; Ladeinfrastruktur sowie der Produktion von Fahrzeugen", erläutere Tahir. Durch die starke Leitfähigkeit sei es zudem unverzichtbarer Bestandteil von Stromerzeugungssystemen für erneuerbare Energien.

Rohstoff-ETFs würden laut Schröder derzeit eher abgegeben, etwa der BNP Paribas Easy Energy & Metals Enhanced Roll-ETF (ISIN LU1291109616 / WKN A2AE6P). "Gerade im Hinblick auf Energie sind Anleger wegen der US-Wahl wohl vorsichtiger", meine der Händler. Ebenfalls eher abgegeben werde der ComStage Bloomberg Equal-weight Commodity ex-Agriculture. Der bilde die Wertentwicklung von zwölf Rohstoffen durch Terminkontrakte ab. (Ausgabe vom 05.11.2020) (09.11.2020/fc/a/e)





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