Rohstoff-ETCs: Gold gewinnt Nachfrage


04.04.18 16:38
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Nimmt man den Bloomberg Commodity Index zum Maßstab, waren die vergangenen Wochen für Investoren eher durchwachsen, so die Deutsche Börse AG.

Das mit 20 verschiedenen Rohstoffen weit gefasste Barometer verliere bei einem Stand von 86,99 Punkten im Vergleich zu Anfang März leicht an Gewicht. Diese Entwicklung spiegele sich bei der UniCredit im Handel mit Exchange Traded Commodities wider. "Anleger trennten sich tendenziell von Produkten, die sich an breit aufgestellten Rohstoff-Indices orientieren", beschreibe Oliver Kilian von der UniCredit.

Rohstoffe seien nach Einschätzung der Helaba generell beträchtlichen Einflüssen aus dem makroökonomischen Umfeld und dem wenig kalkulierbaren politischen Management der Vereinigten Staaten ausgesetzt. So drohe nach Finanz-, Schulden-, Flüchtlings- und Gesellschaftskrise auch noch eine Handelskrise, wie Heinrich Peters anmerke. Dadurch bleibe der gesamte Sektor nach Ansicht des Rohstoff-Analysten relativ schwankungsanfällig.

Den Goldpreis sehe Heinrich auf einem aufsteigenden Ast. Unter anderem ausgelöst durch Handelskrisen, wachsende Spannungen in der Nahostpolitik und labile Aktienmärkte werde das gelbe Edelmetall als sichere Anlage wieder stärker zum Tragen kommen. "Die zuletzt noch vorherrschende Spanne zwischen 1.300 und 1.350 US-Dollar pro Feinunze Gold dürfte somit bald nach oben verlassen werden, zumal die aktuelle Phase des US-Zinszyklus vom gelben Metall recht gut verkraftet wird", prognostiziere der Analyst. Die Realrendite zehnjähriger US-Treasuries werde sich voraussichtlich weiterhin nahe an der Nulllinie bewegen und sei damit für Gold eher unschädlich.

Anleger scheinen das ähnlich zu sehen, so die Deutsche Börse AG. Zu den meist gehandelten und in Summe gekauften Werten zähle die UniCredit Xetra-Gold und ETFS Physical Gold.

Steigende Nachfrage nach Goldprodukten mache auch Andreas Bartels von der Commerzbank aus. Der Source Physical Gold ETC lande ebenso häufig in den Depots wie eine Variante mit Währungsabsicherung (ISIN DE000A1EK0G3 / WKN A1EK0G).

Rohöl stehe auf Monatssicht auf der Gewinnerseite. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent habe von 64,67 auf 67,92 US-Dollar zugelegt. Das entspreche einem Plus von 5 Prozent. Für viele Anleger sei dies scheinbar Anlass genug gewesen, ihre Gewinne mit zu nehmen. Sowohl Kilian als auch Bartels würden Verkaufstendenzen melden. Investoren hätten sich beispielsweise von ihren Rohöl- (ISIN DE000A0KRJX4 / WKN A0KRJX) und Brent-Positionen getrennt, wie die UniCredit registriere. Zugleich hätten sich Commerzbank-Kunden verstärkt von ihren ETFS Natural Gas-Produkte verabschiedet.

In der Woche vor Ostern habe ETF Securities bereits von Abflüssen aus Rohöl-ETPs (ISIN DE000A1N49P6 / WKN A1N49P) in Höhe von 90,4 Millionen US-Dollar berichtet und einen Zusammenhang zum unerwartet hohen Rückgang der Lagerbestände hergestellt. Zugleich hätten Short-Rohöl-ETCs mit 5,2 Millionen US-Dollar die höchsten Zuflüsse seit Ende vergangenen Jahres gesehen.

Auf kurze Sicht vermute Heinrich den Preis für Brent weiterhin in einer Spanne zwischen 60 und 70 US-Dollar. Einer höheren Rohölproduktion in den USA stünden Lieferausfälle seitens Venezuela gegenüber. Zudem wüchsen die Spannungen im Nahen Osten. Ein sanktionsbedingter Rückgang der Rohölexporte aus dem Iran und der Kapazitätsausfall in Venezuela könne das Angebot um rund zwei Millionen Barrel verkürzen. Auch wenn das Produktionswachstum im Nicht-OPEC-Bereich die Ausfälle aller Voraussicht nach nicht ganz ausgleichen könne, spreche die anstehende Sommersaison gegen kurzfristig spürbar teureres Öl. Das würde bei US-Verbrauchern gar nicht gut ankommen.

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China drücke die Nachfrage nach Industriemetallen. "Mit Ausnahme von Nickel wirkt die Markttechnik bei Basismetallen inzwischen labil", beobachte Heinrich. Die Preise von Aluminium und Blei hätten bereits die 200-Tage-Linien unterschritten. Kupfer und Zink hätten an der viel beachteten technischen Unterstützung gekratzt. Im Übrigen seien viele Metalle mit den jüngsten Hochs bereits an hartnäckige langfristige Widerstandslinien gestoßen. Zum aktuellen Verlauf passten, dass die ifo-Geschäftserwartungen sowie die Exportindikatoren Südkoreas - bekannt als besonders sensitive Frühindikatoren der Weltkonjunktur - nach unten gedreht hätten, so die Deutsche Börse AG.

So mancher mutige Anleger nutze die günstigeren Kurse zum Einstieg. "Produkte wie der ETFS Industrial Metals werden von unseren Kunden überwiegend gekauft", berichte Kilian. (04.04.2018/fc/a/e)






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