Rohstoff-ETCs: Anhaltend hoher Goldpreis erwartet


20.12.19 14:37
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Mit der Entspannung bei den Reizthemen Handelskonflikt und Brexit ist auch die Krisenwährung Gold nicht mehr ganz so gefragt, so die Deutsche Börse AG.

"Gold-ETCs wurden überwiegend abgestoßen", berichte Aneeka Gupta von WisdomTree. Der Optimismus bezüglich des Handelskonflikts habe zu einem "Risk-on-Modus" geführt.

Der Bestand an Xetra-Gold steige allerdings immer weiter: Mittlerweile sei die 200-Tonnen-Marke überschritten, aktuell seien es fast 203 Tonnen - ein neues Allzeithoch. Der Goldpreis liege am Donnerstagmorgen bei 1.475 US-Dollar die Feinunze, Anfang September sei ein Sechsjahreshoch von 1.557 US-Dollar erreicht worden.

Viel gehandelt worden seien in den vergangenen vier Wochen neben Xetra-Gold noch der Xtrackers Physical Gold EUR Hedged (ISIN DE000A1EK0G3 / WKN A1EK0G), der Invesco Physical Gold, der WisdomTree Physical Gold EUR Daily Hedged, der WisdomTree Physical Gold und der der Xtrackers Physical Gold (ISIN DE000A1E0HR8 / WKN A1E0HR).

Die Aussichten für den Goldpreis würden laut Barbara Lambrecht von der Commerzbank gut bleiben. "Gold profitiert vom Niedrigzinsumfeld, das die Notenbanken mit ihrer ultralockeren Geldpolitik zementiert haben." Einen Schub von dieser Seite werde der Goldpreis nach Einschätzung von Dora Borbély von der DekaBank 2020 zwar nicht mehr erhalten, sie rechne mit keinen weiteren expansiven Maßnahmen. "Das risikolose Zinsniveau, also die Opportunitätskosten der zinslosen Goldhaltung, bleibt allerdings niedrig. Dies spricht für anhaltend hohe Goldpreise."

Auch die Preise für Silber und Platin seien in diesem Jahr gestiegen, einen richtigen Sprung nach oben habe Palladium gemacht. Für die weitere Entwicklung von Palladium zeige sich die Commerzbank nun aber skeptisch. "Schließlich wird die Palladiumnachfrage vor allem von der Autoindustrie bestimmt, wo die Aussichten bekanntlich schlecht sind", bemerke Lambrecht. Der WisdomTree Physical Palladium sei seit Jahresanfang um fast 56 Prozent gestiegen.

Auch Öl sei zuletzt wieder teurer geworden, ein Barrel der Nordseesorte Brent koste am Donnerstagmorgen 66,15 US-Dollar, deutlich über dem Niveau vom Oktober, als es im Tief nur 57 US-Dollar gewesen seien. "Dem erweiterten Produktionskartell Opec+ ist es vor allem dank Saudi-Arabiens beherzter Kürzung gelungen, das Angebot im laufenden Jahr hinreichend knapp zu halten", erkläre Lambrecht. Die DekaBank erwarte keine Ölknappheit im neuen Jahr, Öl könne sich in Zukunft sogar verbilligen, je nach Entwicklung der Produktionskosten der US-Fracking-Unternehmen.

"Zudem wird es für den Ölmarkt eine wichtige Rolle spielen, wie schnell, in welchem Umfang und zu welchen Kosten nachhaltige Alternativen gefunden werden", bemerke Borbély. Bis Ende 2021 rechne die Bank mit einem Brent-Preis von 65 US-Dollar.

Öl-ETCs hätten laut Gupta auf den Verkaufslisten gestanden. "Investoren haben nach dem Opec-Treffen und dem folgenden Ölpreisanstieg Gewinne mitgenommen." Viel gehandelt worden sei in den vergangenen vier Wochen vor allem der WisdomTree WTI Crude und der WisdomTree Brent Crude (ISIN DE000A0KRKM5 / WKN A0KRKM).

Die meisten Industriemetallpreise hätten sich - durchaus mit Schwankungen - unter dem Strich 2019 seitwärts bewegt bzw. nachgegeben, etwa Kupfer, Aluminium, Zink und Blei. Die sich abschwächende Konjunktur weltweit habe die Nachfrage fallen lassen. Ausnahme sei Nickel, wegen Versorgungsengpässen sei der Preis bis zum September auf ein Fünfjahreshoch gestiegen, seitdem sei es aber abwärts gegangen. Der WisdomTree Nickel (ISIN DE000A0KRJ44 / WKN A0KRJ4) komme seit Jahresanfang immer noch auf ein Plus von 35,5 Prozent, der WisdomTree Industrial Metals hingegen nur auf 7,4 Prozent. (Ausgabe vom 19.12.2019) (20.12.2019/fc/a/e)





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