Rohstoff-ETC: Industriemetallpreise heben ab


06.09.17 14:19
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Es ist Bewegung gekommen in den Rohstoffmarkt, am auffälligsten ist der rasante Preisanstieg bei einigen Industriemetallen, so die Deutsche Börse AG.

Der Kupfer- und der Aluminiumpreis würden sich auf einem Dreijahres-, der Zinkpreis auf einem Zehnjahreshoch befinden. Palladium, ein Edelmetall, das auch in der Industrie eingesetzt werde, sei aktuell sogar so teuer als zuletzt 2001.

Die drei Primärmetalle seien damit die Top-Performer unter den Rohstoffen in diesem Jahr. "An den Industriemetallmärkten konnte bisher nichts die Sommerrally stoppen", bemerke Barbara Lambrecht von der Commerzbank. Dennoch gelte ihrer Ansicht nach weiter: "Je höher der Preis, desto stärker das Korrekturpotenzial."

Kupfer notiere am Mittwochmorgen bei 6.861 US-Dollar und sei damit nicht mehr weit von der wichtigen 7.000er Marke entfernt, Aluminium koste 2.096 und Zink 3.189 US-Dollar die Tonne. "Signale aus China und aus dem Industriesektor der OECD-Länder haben zuletzt die Fantasie der Finanzinvestoren angeregt", erkläre Heinrich Peters von der Helaba. Die Bank glaube aber nicht, dass der chinesische Wachstumsmotor so weiterlaufen werde. "Wir erwarten weder einen Nachfrageschub noch eine Zurückhaltung auf der Angebotsseite bei höheren Preisen."

Kupfer-ETCs wie der ETFS Copper hätten ETF Securities zufolge zuletzt Zuflüsse verzeichnet. "Wir rechnen weiterhin damit, dass die Daten aus China die Erwartungen übertreffen und die Nachfrage nach Metallen stützen werden", bemerke Jan-Hendrik Hein vom ETC-Emittenten. Auch auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen vier Wochen zeige sich das hohe Interesse an Industriemetall-ETCs: Der ETFS Industrial Metals finde sich ungewöhnlich weit oben.

Gold habe sich seit Mitte Juli wieder deutlich verteuert und notiere mit 1.339 US-Dollar je Feinunze am Mittwochmorgen auf dem höchsten Stand seit knapp einem Jahr. Das hänge mit den Sorgen um Nordkorea zusammen, aber auch mit dem schwachen US-Dollar, der Goldkäufe außerhalb des Dollar-Raums verbillige.

Auch Gold-ETCs kämen gut an: "Gold-ETCs verzeichneten vergangene Woche die höchsten wöchentlichen Zuflüsse seit März", berichte Hein und begründe das mit dem Nordkorea-Konflikt. Beliebt sei Hein zufolge vor allem der ETFS Physical Gold. An der Börse Frankfurt hätten sich Anleger in den vergangenen vier Wochen auf Xetra-Gold konzentriert, gefolgt vom ETFS Physical Gold, Gold Bullion Securities, Source Physical Gold und db Physical Gold Euro Hedged.

Peters rechne mit einem "goldenen Herbst" für das Edelmetall: "Mit einer auch durch das aktuelle Makroumfeld gezähmten US-Notenbank und einer weiter überschaubaren Wirtschaftspolitik der Trump-Mannschaft dürfte Gold weiter freie Bahn bekommen." Ende 2017 sehe die Bank den Preis bei 1.350 US-Dollar. Lambrecht sei skeptischer: "Die Party am Goldmarkt könnte schon bald enden, sollte sich EZB-Präsident Draghi in irgendeiner Weise besorgt über die Euro-Stärke zeigen und so dem Dollar Aufwind geben."

Nichts Neues gebe es vom Öl: Der Preis für die Nordseesorte Brent schwanke schon seit Sommer vergangenen Jahres um 50 US-Dollar je Barrel, am Mittwochmorgen seien es 53,14 US-Dollar. Peters weise darauf hin, dass sich die Lagerverhältnisse in den vergangenen Monaten zwar leicht entspannt hätten, die Bestände sich aber - nicht nur in den USA - nach wie vor über dem langfristigen Durchschnitten bewegt hätten. Die Bank prognostiziere 45 US-Dollar für Brent-Öl Ende 2017.

Viel gehandelt worden seien an der Börse Frankfurt in den vergangenen vier Wochen der ETFS Brent 1mth, der Coba ETC 1x WTI Oil Daily Long und der db Brent Crude Oil Booster Euro Hedged. (06.09.2017/fc/a/e)





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