Öl-ETPs: Zuflüsse halten angesichts von Angebotsstörungen an


01.08.18 11:33
ETF Securities

London (www.fondscheck.de) - Bei Long-Öl-ETPs (ISIN DE000A1N49P6 / WKN A1N49P) kam es die dritte Woche in Folge zu Zuflüssen, da die Angebotsunterbrechungen für weitere Preisanstiege sorgen, berichten die Experten von ETF Securities.

Dies stelle somit den längsten Zeitraum anhaltender Zuflüsse seit Juni 2017 dar. Infolge des Ölpreisanstiegs um 2,4 Prozent seien vergangene Woche 8,6 Mio. USD in entsprechende ETPs geflossen. Während die Zuflüsse in der Vorwoche von einer Schnäppchenjagd im Zuge fallender Preise bedingt schienen, stiegen die Ölpreise in der letzten Woche als Reaktion auf Angebotsstörungen, so die Experten von ETF Securities.

Saudi-Arabien habe vorübergehend alle Öllieferungen über die Bab el-Mandab-Meerenge infolge von Angriffen auf zwei Rohöltanker durch Huthi-Rebellen im Jemen ausgesetzt. Beinahe 8 Prozent des globalen Ölhandels auf dem Seeweg würden über diese Meerenge erfolgen (knapp unter 5 Prozent des globalen Öl- und Flüssigkraftstoffangebots). Anhaltende Ausfälle könnten eine Angebotsverknappung nach sich ziehen. Die meisten Exporte aus dem Persischen Golf, die über den Suezkanal und die SUMED-Pipeline (ein weiterer wichtiger Engpass) schließlich an die europäischen Märkte gelangen würden, würden den Bab el-Mandab passieren. Bei einer Umleitung müssten die Öltanker um die südliche Spitze Afrikas herumfahren, was die Kosten erhöhe. Gleichzeitig komme es auch bei schweren Rohölsorten aus Kanada und Venezuela zu Ausfällen. Der im internationalen Fokus stehende Referenzindex für Brent-Öl habe dabei eine stärkere Kursreaktion als der US-lastige WTI-Referenzindex verzeichnet.

Die Abflüsse bei Gold hätten weiter Bestand, würden sich aber verlangsamen. Vergangene Woche sei es mit 41,7 Mio. USD die dritte Woche in Folge zu Abflüssen bei Gold-ETPs gekommen, womit sie sich aber erstmals innerhalb dieses Zeitraums auf unter 100 Mio. USD belaufen hätten. Die Abflüsse aus ETPs stünden im Einklang mit den rückläufigen spekulativen Positionen am Gold-Futures-Markt. Trotz eines starken Jahresauftakts habe Gold im bisherigen Jahresverlauf 5,8 Prozent eingebüßt. Die Experten von ETF Securities halten den Preisrückgang für überzogen. Zwar dürften die Zinsen weiter steigen und könnte der US-Dollar aufwerten (in der Regel Ereignisse, die sich negativ auf den Goldpreis auswirken). Die Experten von ETF Securities sind allerdings der Ansicht, dass diese Risiken bereits mehr als eingepreist sind. Im Gegensatz dazu scheinen die erhöhten geopolitischen Risiken (üblicherweise ein Positivfaktor für Gold) nicht angemessen im Kurs des Edelmetalls berücksichtigt, so die Experten von ETF Securities. Unser Basisszenario für Gold geht von einem Anstieg auf 1.307 USD/oz. bis Mitte 2019 aus, so die Experten von ETF Securities. Dies entspräche einer Aufwärtsbewegung um 7 Prozent ausgehend von den heutigen Niveaus.

Gewinnmitnahmen scheinen für die höchsten Abflüsse bei Baumwolle-ETPs (ISIN DE000A0KRJW6 / WKN A0KRJW) seit 2016 verantwortlich zu sein, so die Experten von ETF Securities. Baumwolle stelle angesichts eines Anstiegs um 14 Prozent seit Jahresbeginn den Spitzenreiter unter den Agrarrohstoffen dar. Das US-Landwirtschaftsministerium habe kürzlich seine globale Angebotsprognose nach unten korrigiert und gehe gleichzeitig von einem erhöhten Verbrauch aus. Obwohl Baumwolle von den chinesischen Zöllen auf US-Waren betroffen sei, könnte die zunehmende Bedeutung Vietnams bei den Baumwollimporten die rückläufige Baumwollnachfrage abfedern. Vietnam sei das Hauptziel für US-Baumwollexporte sowie ein wichtiger Garnproduzent, der die Garnproduktion Chinas zu verdrängen scheine (die Garnexporte von Vietnam nach China seien seit 2012/13 um das Fünffache gestiegen). Die Abflüsse aus Baumwoll-ETPs in Höhe von 10,6 Mio. USD scheinen auf Gewinnmitnahmen infolge des jüngsten Preisanstiegs zurückzugehen, so die Experten von ETF Securities. (Ausgabe vom 31.07.2018) (01.08.2018/fc/a/e)





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