Nachhaltige Swisscanto-Fonds mit Impact-Ansatz: Das Schreckgespenst der Greenflation geht um


10.05.22 12:00
Swisscanto Invest

Zürich (www.fondscheck.de) - Der Ukrainekrieg beschleunigt die Energiewende, so die Experten von Swisscanto.

Einige würden jetzt von "doppelter Dringlichkeit" sprechen, sprich Klimaschutz und Energiesicherheit. Entsprechend stehe die Frage im Raum: Drohe nun eine Greenflation?

Die Kritik gegen erneuerbare Energien verstumme in diesen Tagen. Krieg und Klimakrise würden aufzeigen, dass die Abkehr von (russischen) fossilen Energieträgern sowohl das Klima schütze als auch die Energiesicherheit erhöhe. "Dennoch fragt man sich, wie teuer es für Wirtschaft und Gesellschaft kommt, wenn unser Wirtschaftssystem bis 2050 aufgrund des Klimaschutzes und der Energiesicherheit nahezu ohne fossile Energieträger auskommen soll. Es stehen Argumente im Raum, die scheinbar kaum vereinbar sind", so Gerhard Wagner, Portfolio Manager des Swisscanto (LU) Equity Fund Sustainable.

Einerseits werde eine Greenflation, sprich steigende Energiepreise aufgrund neuer Umwelttechnologien, erwartet, die die Bevölkerung de facto ärmer mache. Das Kernargument sei der für Klimaschutz notwendige hohe CO2-Preis. Der frühere Chefökonom der Weltbank, Joseph Stiglitz, betone, dass billige fossile Energieträger ihren Kostenvorteil verlieren müssten. Wenn bis 2030 aufgrund des 1,5 Grad Celsius Klimaschutzzieles die CO2-Emissionen halbiert werden sollten, dann impliziere dies einen CO2-Preis von 50 bis 100 US-Dollar pro Tonne CO2. Konsumenten müssten diesen bezahlen, damit die Energiewende möglich werde. Dies führe zwangsläufig zu Greenflation.

Andererseits würden gewisse Klimaschutzverfechter auch eine Greendeflation sehen. Sie würden ihre Prognose zum Beispiel mit dem Verweis auf deutlich gesunkene Preise für Solarmodule untermauern. Im Jahr 2008 hätten die Preise für ein Solarmodul bei rund 4 Dollar pro Watt gelegen. Heute seien es noch rund 0,2 bis 0,3 Dollar pro Watt. "Hinsichtlich Solarenergie ist somit der Begriff Greenflation zweifelsohne falsch. Ähnliches gilt für die Preisentwicklung von Windenergie oder von Batterien für die Elektromobilität", sage Wagner.

Die internationale Energieagentur (IEA) versuche nun die Diskussion hinsichtlich Greenflation zu versachlichen, indem sie durch detaillierte Analysen zeige, welche Klimaschutzmaßnahmen beziehungsweise -technologien inflationär und welche deflationär auf Energiepreise wirken würden. Die IEA erkläre, dass bis 2030 neben den bereits in Folge der UN-Klimakonferenz von Glasgow (COP26) geplanten CO2-Reduktionen zusätzlich noch 14 Gigatonnen (GT) CO2 eingespart werden müssten - ein fraglos enormer Kraftakt. Allerdings hätten sich rund 40 Prozent oder 5,6 GT mit Technologien einsparen lassen, die bereits kosteneffizient, das heiße deflationär wirken würden. Dazu würden unter anderem Stromerzeugung aus Wind und Sonne, die Elektromobilität oder zahlreiche Energieeffizienz-Technologien gehören.

Die restlichen zu reduzierenden gut acht GT CO2 würden noch auf relativ teuren Technologien fußen. In diesem Kontext sei der Begriff Greenflation insofern zutreffend, da sie für Konsumenten Energie verteuern würden. Dazu würden zum Beispiel grüner Wasserstoff, die Speicherung von CO2 oder die Entfernung von CO2 aus der Luft gehören. Mit zunehmender Massenproduktion sollten indes auch hier die Kosten sinken.

Die IEA komme zum Ergebnis: Wenn das globale Ziel bis 2050 ein Gleichgewicht zwischen der Menge der produzierten CO2-Emissionen und der der Atmosphäre entzogenen CO2-Emissionen ("Net Zero Emission") konsequent angestrebt werde und somit die Erderwärmung vermutlich auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden könne, dann würden sich die durchschnittlichen Energiekosten eines durchschnittlichen Haushaltes bis 2030 im Vergleich zu 2016 bis 2020 nicht erhöhen. In diesem Szenario müssten Haushalte allerdings große Anfangsinvestitionen schultern (zum Beispiel energetische Sanierung des Hauses), bei denen sie staatliche Unterstützung benötigen würden.

Die Energiewende sei gemäß der IEA bis 2030 für die Haushalte somit kein Kostenproblem, aber eine Herausforderung bezüglich der verfügbaren liquiden Mittel für die notwendigen klimafreundlichen Investitionen. "Vorausgesetzt die IEA hat mit ihrer Modellierung Recht, dann ergibt es ökonomisch Sinn, die Energiewende konsequent anzugehen. Das Schreckgespenst Greenflation wäre dann kein wirkliches Problem. Erfreulich wäre auch, dass die Abhängigkeit nach fossilen Energieträgern aus Russland und anderen Ländern sinkt und dies zu weniger Volatilität bei den Energiekosten führen sollte. Zuletzt darf aber auch nicht verschwiegen werden, dass die Abhängigkeit nach anderen Rohstoffen wie etwa Kupfer, Lithium, Nickel durch die Energiewende steigt", so Wagner.

Die Experten von Swisscanto würden folgende Fondsbeispiele darstellen:

Ausgewählte nachhaltige Swisscanto-Fonds mit Impact-Ansatz
Swisscanto (LU) Equity Fund Sustainable AA
Swisscanto (LU) Portfolio Fund Sustainable Balanced (EUR) AA (ISIN LU0208341965 / WKN A0DQU0)
Swisscanto (LU) Bond Fund Sustainable Global Credit AAH EUR (10.05.2022/fc/a/f)





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