ETF-Handel: Steigende Zinsen in den USA verschrecken Anleger


12.05.22 10:15
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die straffere Geldpolitik der US-Notenbank schürt die Sorgen der Anleger*innen, dass die Wirtschaft noch stärker beeinträchtigt wird, so die Deutsche Börse AG.

Chinas Null-Covid-Politik, die Inflation, Lieferengpässe und der andauernde Krieg in der Ukraine würden zusätzlich als bestehende Belastungsfaktoren wahrgenommen. Anleihenrenditen auf zehnjährige US-Treasuries seien auf über 3 Prozent und damit auf das Niveau von 2018 geklettert.

Trotz des schwachen Umfeldes berichte Frank Mohr von der Société Générale von deutlich mehr Käufen als Verkäufen der ETF-Anleger*innen in der vergangenen Woche, wenngleich das Kaufinteresse gegen Wochenende nachgelassen habe. "Die Unsicherheit ist ein großer Faktor", berichte Mohr von der Stimmung der Privatanleger*innen. Dennoch sei die gute Nachricht, dass die Sparpläne weiter ausgeführt würden. "Wir sehen hier keine Veränderungen."

"Buy the dip - hier herrscht keinerlei Panik, Rücksetzer werden aktuell gekauft." - so beschreibe Fabian Wörndl von Lang & Schwarz das Verhalten seiner Kund*innen.

"Obwohl die Kommunikation der FED deutlich weniger dramatisch als befürchtet war, hat der Dow fast 2000 Punkte verloren - ohne Pause, ohne Stopp", beschreibe Jan Duisberg von der ICF Bank die Marktreaktionen. Das sei bedenklich. "Seit gut vier Monaten und fünf Wochen in Folge fallen die Kurse - eine Stabilisierung ist noch nicht absehbar." Die Frage sei: Wo und wann würden sich die Märkte fangen. "Dieser Bewegung sollte man mit Respekt begegnen, weitere Abschläge sind nicht ausgeschlossen."

Im ETF-Handel der Société Générale würden Käufe auf globale Aktientracker herausragen, die für 41 Prozent der Umsätze bei Aktien-ETFs der Société Générale stünden. "Die globalen Produkte sind ganz klar dominant", erkläre Mohr. Stark sei die Kaufseite beim MSCI World, wo der Lyxor MSCI World ganz oben auf den Kauflisten sei und in seiner nachhaltigen Variante der AMUNDI INDEX MSCI WORLD SRI stark nachgefragt werde. Mit 20 Prozent der Umsätze in dem Bereich würden US-Aktientracker folgen.

Passend zur Dividendensaison werde der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield in die Depots geholt.

"Wir sehen Top-Umsätze mit Nasdaq-Produkten", berichte hingegen Wörndl. So stünden - häufig auch untertags - gehebelte Produkte im Mittelpunkt wie der WISDOMTREE NASDAQ 100 3X DAILY SHORT ETC (ISIN IE00BLRPRJ20 / WKN A3GL7D) und sein Long-Pendant, der WisdomTree NASDAQ 100 3x Daily Leveraged. Beide würden je nach Marktlage ge- und verkauft. Auch in Duisbergs Büchern seien gehebelte Nasdaq-Produkte ge- und verkauft worden, vor allem der Invesco EQQQ Nasdaq 100 (ISIN IE0032077012 / WKN 801498).

Anleger*innen, die auf fallende Märkte setzen würden, würden auch Short-Produkte auf den DAX kaufen, erkläre Wörndl, in erster Linie den Xtrackers ShortDAX x2 Daily Swap (ISIN LU0411075020 / WKN DBX0BY). Verkauft würden hingegen Aktien-Tracker der Emerging Markets. Das zeige sich bei Abflüssen im Amundi MSCI Emerging Markets. Duisberg vermerke hingegen höhere Umsätze als gewöhnlich im HSBC MSCI Pacific ex Japan.

Die gestiegene Volatilität sei ebenfalls auf hohe Nachfrage gestoßen. Anleger*innen von Lang & Schwarz würden auf den Lyxor S&P 500 VIX Futures Enhanced Roll setzen. Bei der Société Générale dominiere der iShares Edge MSCI World Minimum Volatility. Duisberg berichte von Käufen zum Wochenauftakt im Deka STOXX Europe Strong Style Composite 40.

Abgesehen von hohem Interesse an Indextrackern würden die Experten von einzelnen Sektorwetten berichten. Der Abverkauf bei Technologie-Aktien finde im ETF-Handel sein Echo. "Es ist keine Überraschung, dass wir hier mehr Verkäufe mit dem Abrutschen der Tech-Aktien sehen", erkläre Mohr. 24 Prozent des Sektor-Volumens würden auf diesen Sektor entfallen. Die stärksten Verkäufe habe er in einem Branchen-Schwergewicht, dem L&G Cyber Security, aber auch im iShares Digitalisation ETF verzeichnet.

Gefragt dagegen sei die Old Economy: Mohrs Kund*innen kauften vor allem Ressourcen mit dem iShares STOXX Europe 600 Basic Resources, Bergbau mit dem VanEck Global Mining und Energie mit dem iShares S&P 500 Energy Sector. Ein Dauerbrenner sei das Thema Nachhaltigkeit. Bei Mohr sei der iShares Global Clean Energy entsprechend weit oben auf den Kauflisten.

Bei Lang & Schwarz ebbe die zunächst hohe Nachfrage nach ETCs mit Industrie-Metallen ab.

Nach Käufen der vergangenen Tage werde jetzt der WISDOMTREE INDUSTRIAL METALS ETC (ISIN DE000A0KRKG7 / WKN A0KRKG) wieder abgestoßen.

Mit dem Rekordhoch von 9 US-Dollar bei Natural Gas, getrieben von den Erwartungen um Gas-Embargos inmitten des Ukraine-Krieges, würden Anleger*innen bei Lang & Schwarz hier vor allem gehebelt spekulieren: Wörndl berichte von enormer Nachfrage beim WisdomTree Natural Gas 3x Daily Leveraged ETC (ISIN IE00BLRPRG98 / WKN A3GL7C).

Viel Nachfrage verzeichne Wörndl im Krypto-Buch, wenngleich seit Wochenbeginn die Verkaufsseite Überhand habe. Mit den Kursverlusten über alle großen Kryotowährungen hinweg werde der 21Shares Bitcoin ETP und der 21Shares Terra ETP verkauft. Hier verschrecke ein Kursrutsch um zuletzt 44 Prozent die Krypto-Anleger*innen. Auch Duisberg sehe die Kryptowährungen zu Wochenbeginn abgestraft, nichtsdestotrotz würden seine Bücher Käufe und Verkäufe vor allem bei Basket-Lösungen wie des VanEck Crypto Leaders ETN und des 21Shares Crypto Basket Index ETP zeigen.

Keine großen Ausschläge in die eine oder andere Richtung würden die Experten im Fixed-Income-Geschäft ausmachen. Mohr berichte von Käufen beim Amundi Floating Rate USD Corporate ESG (ISIN LU1681040900 / WKN A2H59C) sowie Käufen und folgenden Verkäufen italienischer Staatstitel (ISIN IE00B7LW6Y90 / WKN A1JXZH). Wörndl registriere grundsätzlich mehr Handel in dem Segment. Er berichte von Käufen europäischer Staatstitel und nenne als Beispiel den Amundi ETF Government Bond Lowest Rated EuroMTS Investment Grade. Verkauft würden hingegen Inflationsprodukte, etwa der Xtrackers Global Inflation-Linked Bond UCITS ETF 1C EUR hedged (ISIN LU0290357929 / WKN DBX0AL). Grundsätzlich würden eher Staats- als Unternehmenstitel gekauft. Mohr erkläre, dass sie womöglich als sicherer betrachtet würden. (Ausgabe vom 10.05.2022) (12.05.2022/fc/a/e)






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