Bellevue Sustainable Healthcare (Lux)-Fonds: 03/2022-Bericht, Wertanstieg von 3,1% - Fondsanalyse


04.05.22 10:30
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Der Bellevue Sustainable Healthcare (Lux)-Fonds (ISIN LU1819586261 / WKN A2JMRM, EUR B) hat zum Ziel, ein langfristig attraktives und kompetitives Kapitalwachstum zu erwirtschaften, so die Experten der Bellevue Asset Management AG.

Er eigne sich besonders für nachhaltig ausgerichtete Investoren mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren. Der Fonds weise die typischen Risiken auf, die sich aus Aktienanlagen ergeben würden.

Der Fonds strebe die Erzielung eines langfristigen Kapitalwachstums an. Der Bellevue Sustainable Healthcare Fonds investiere in nachhaltig geführte Gesundheitsfirmen mit innovativen Geschäftsmodellen. Nachhaltigkeit in der Gesundheitsbranche könne beispielsweise durch eine ökologische Beschaffungspolitik für die Medikamentenherstellung, hohe Sicherheitsstandards bei Produkten und Dienstleistungen sowie der Ausrichtung klinischer Studien nach ethischen Grundsätzen gewährleistet werden. Bei Patienten stünden die Früherkennung schwerer chronischer Krankheiten, personalisierte Medizin im Sinne einer zielgerichteten Wirkung von Arzneien und effiziente Behandlungsmethoden im Fokus. Mit der Mischung aus wachstumsstarken Themenfeldern, der richtigen Firmenauswahl auf der Grundlage unseres etablierten Anlageprozesses sowie der Einbindung von Nachhaltigkeitskriterien strebe der Fonds eine attraktive Rendite an. Der Fonds berücksichtige ESG-Faktoren bei der Umsetzung der Anlageziele.

Im Monat März hätten die meisten Aktienmärkte trotz wachsenden Unsicherheiten in Sachen Geld- und Geopolitik in einer freundlichen Verfassung abschließen können. Wie erwartet habe der US-Währungshüter begonnen, an der Zinsschraube zu drehen und habe den Leitzins um ein Viertel Prozentpunkt erhöht. Zusehends stark inflationäre Tendenzen und beständig scharfe Preisanstiege im Energiesektor und bei den Rohstoffen hätten den Schritt zur Einleitung einer Zinswende zu einer überfälligen Tatsache gemacht. Während als Reaktion davon Anleihen massive Abflüsse hätten hinnehmen müssen, seien im Gegensatz dazu Zuflüsse in renditestärkere Realwerte wie Aktien beobachtet worden.

Vor diesem Hintergrund hätten sich die wichtigsten Vergleichsindices gemessen in USD wie folgt entwickelt: Der umfassende Weltaktienindex MSCI World habe um 2,7% zugelegt. Derweil habe der MSCI World Healthcare Index mit einem Wertzuwachs von 4,8% deutlich höher notiert. Die rege Investorennachfrage nach defensiven Big Pharma-Werten habe den Gesundheitssektor in der Summe prosperieren lassen. Dahingegen habe der Bellevue Sustainable Healthcare Fonds mit einem Plus von 2,2% (USD/I-Anteile) abgeschlossen. Ein Grund, weshalb die Benchmark in der Betrachtungsperiode nicht habe übertroffen werden können, sei, dass der Subsektor Pharma im Portfolio mit einem Untergewicht vertreten sei.

Auf Einzeltitelebene habe Vertex Pharmaceuticals (+13,5%, Gesamtrendite in USD) aufgrund der erfolgreichen Weiterentwicklung der Pipelinekandidaten den höchsten Performancebeitrag geleistet. Als impulsgebender Faktor habe sich einerseits die Überführung des weltweit ersten Wirkstoffes VX-147 zur Therapie von Patienten mit APOL1-Gen-assoziierter chronischer Nierenerkrankung in die zulassungsrelevante Spätphase erwiesen. Anderseits sei die Biotech-Firma noch stärker in den Fokus von Anlegern geraten, nachdem das Molekül VX-548 mit neuartigem Mechanismus zur Behandlung von akuten Schmerzen nach einer Bauchdeckenstraffung oder Bunionektomie erfreuliche Studienergebnisse habe erzielen können. In zwei Phase II "Proof-of-Concept" klinischen Untersuchungen habe VX-548, ein nichtopiodes Schmerztherapeutikum, bei insgesamt guter Verträglichkeit den primären Endpunkt erreicht. Die Behandlung ziele darauf ab, eine Komponente des körpereigenen Schmerzsignalsystems zu hemmen. Wenn sich VX-548 auch in Phase III Studien als wirksam erweise, könnte der Wirkstoff zu einer alternativen Schmerzbehandlung ohne Suchtpotenzial wie bei opioidhaltigen Medikamenten werden, welche vor allem in den USA für größere Kontroversen sorgen würden.

Schwache Performancebeiträge hätten im Portfolio übergewichtete Healthcare-Firmen aus Hong Kong gezeigt und würden aus Monatssicht eine weitere Erklärung für die Underperformance gegenüber dem Vergleichsindex MSCI World Healthcare Index liefern. Ausgangspunkt hierfür seien die Besorgnisse über eine schnellere Abkopplung zwischen China und den USA, ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine, und die Warnung der SEC vor ADR-Dekotierung. Allerdings habe sich die Generika-/Spez.Pharma-Firma Shanghai Fosun (+22,1%) unter den chinesischen Einzelwerten als Ausnahme entlarvt und einen besonderen Höhenflug erlebt. Hintergrund davon sei unter anderem die Selektion durch die Medicines Patent Pool (eine von Vereinten Nationen unterstützte internationale Organisation) zur Herstellung einer generischen Version der COVID-19-Pille von Pfizer (nicht investiert).

Als Grundlage des Fonds diene der seit 2007 erfolgreich geführte regelbasierte Investitionsansatz von Bellevue, der auch durch den Adamant Global Healthcare Index abgebildet werde. Aus einem globalen Pool mit über 4000 notierten Gesundheitsaktien werde basierend auf einer Vorselektion ein Universum mit rund 600 Gesundheitswerten erarbeitet. Als Zusatzschritt zur herkömmlichen Methodologie werde bei den 600 investierbaren Aktien die Exponiertheit gegenüber ESG-Risiken geprüft, die den ökonomischen Wert eines Unternehmens beeinträchtigen könnten. Hier stützen sich die Experten der Bellevue Asset Management AG auf das langjährige Fachwissen ihres Researchpartners Sustainalytics. Um in das Fondsportfolio zu gelangen, müssten die Unternehmen folgende Kriterien erfüllen: angemessenes ESG-Risikoprofil (Bestin-Class-Ansatz), keine schwerwiegenden ESG-relevanten Verstöße und Einhaltung der zehn Prinzipien des UN Global Compact.

Bei kontroversen Geschäftsfeldern und -praktiken seien für die Aufnahme Ertragsschwellen definiert. Die Ergebnisse der Anwendung würden zeigen, dass etwa 40 bis 50% der Titel den strengen Nachhaltigkeitsanforderungen der Experten genügen würden. Anschließend werde die bewährte Faktorenanalyse nach vier quantitativen und vier qualitativen Parametern durchgeführt. Ziel sei die Selektion von Firmen, die günstig bewertet und wachstumsstark seien sowie eine außergewöhnliche Wettbewerbsposition innehätten, um ihre führende Stellung auch zukünftig halten zu können. Aus der Analyse resultiere eine Portfoliostruktur bestehend aus den 40 nachhaltigsten Titeln, davon zehn pro Region (Westeuropa, Nordamerika, Japan/Ozeanien, Emerging Markets). In der Vergangenheit habe sich aufgrund der acht erhobenen Faktoren ein Fokus auf Mid Caps sowie eine Untergewichtung von Pharmawerten und der Region Nordamerika relativ zum MSCI World Healthcare Index ergeben. Die Umstellung finde auf halbjährlicher Basis statt. (Stand vom 31.03.2022) (04.05.2022/fc/a/f)