Bellevue (Lux) BB Entrepreneur Europe Small-Fonds: 04/2022-Bericht, Wertrückgang von 2,2% - Fondsanalyse


13.05.22 13:30
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Der Bellevue (Lux) BB Entrepreneur Europe Small-Fonds (ISIN LU0631859229 / WKN A1JG2G, B EUR) hat zum Ziel, ein langfristig attraktives und kompetitives Kapitalwachstum zu erwirtschaften, so die Experten der Bellevue Asset Management AG.

Er eigne sich daher besonders für Investoren mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren, die ihr Portfolio durch Anlagen in kleinkapitalisierte, europäische eigentümergeführte Unternehmen diversifizieren wollten. Der Fonds weise die typischen Risiken auf, die sich aus Aktienanlagen in europäischen Small Caps ergeben würden.

Der Fonds investiere in kleinkapitalisierte, börsennotierte eigentümergeführte Unternehmen in Europa, welche von einem Unternehmer oder einer Unternehmerfamilie mit min. 20% der Stimmrechtsanteile maßgeblich beeinflusst würden. Die Eigenschaften solcher Unternehmen - fokussiertes Geschäftsmodell, kurze Entscheidungswege, nachhaltige Geschäftspolitik und starke Unternehmerkultur - würden zu Innovationseffizienz, hoher Produktqualität sowie starker Kundenbindung führen und sich nachweislich positiv auf den Aktienkurs auswirken. Das in diesem Anlagesegment erfahrene und in Unternehmerkreisen breit vernetzte Management-Team identifiziere mittels eines fundamentalen Bottom-up-Ansatzes die attraktivsten eigentümergeführten Unternehmen mit kleiner Marktkapitalisierung und konstruiere aus 40 bis 50 Titeln ein über Länder und Sektoren diversifiziertes Portfolio.

Europäische Small und Mid Caps hätten gemessen am MSCI Europe Small Cap ex-UK im April 2,1% nachgegeben und damit besser abgeschnitten als die schwachen globalen und US-Märkte (SPX -8,8% in USD). Geopolitische Spannungen, Wachstums- und Inflationsängste hätten dominiert, wobei die Lockdowns in China das Gesamtbild weiter getrübt hätten. Die Inflationsdaten seien in den USA und der Eurozone auf neue Rekordstände geschnellt. Staatsanleiherenditen hätten ihren Aufwärtstrend angesichts der restriktiveren Notenbanken fortgesetzt. In der Eurozone sei das BIP im Q1 um 0,4% gegenüber dem Vorquartal gestiegen, in den USA sei es dagegen annualisiert überraschend um 1,4% gesunken.

Der Flash-PMI für die Eurozone sei im April auf ein Siebenmonatshoch von 55,8 (März: 54,9) geklettert, unterstützt vom Dienstleistungsbereich, der nach der Lockerung der Coronabeschränkungen von 55,6 auf 57,7 Zähler zugelegt habe. Das Verarbeitende Gewerbe habe sich rückläufig von 53,1 auf 50,4 aufgrund der anhaltenden Lieferengpässe entwickelt. Auf Sektorebene hätten Energie (+3,5%), Versorger (+3,3%) und Grundstoffe (+2,6%) am besten abgeschnitten. Immobilien (-6,7%), Gesundheit (-6,6%) und IT (-6,5%) seien am schwächsten gewesen.

Vor diesem Hintergrund habe der Fonds einen Wertverlust von 2,2% (EUR/B-Anteile), im Einklang mit seiner Benchmark, verbucht.

Größte Verlustbringer seien im letzten Monat BESI (-24,6%), Zur Rose (-11,2%) und Kamux (-13,2%) gewesen. Der niederländische Hersteller von Halbleiter-Montageanlagen BESI habe für Q1 einen Umsatz und Gewinn ausgewiesen, die den Prognosen entsprochen hätten, allerdings hätten die Auftragseingänge aufgrund der Lockdowns in China und des offensichtlich schwachen Innovationszyklus bei Telekommunikationsunternehmen enttäuscht. Beide Faktoren dürften sich im Laufe von 2022/23 normalisieren. Die angekündigten Investitionspläne im Sektor würden auf ein gesundes Wachstum hindeuten. Angesichts der Nettocashposition, einer EBIT-Marge von 45% und des Hochfahrens der Hybrid-Bonding-Technologie sehen die Experten der Bellevue Asset Management AG bei einer Bewertung unter dem 12-fachen des EBIT erhebliches Aufwärtspotenzial.

Zur Rose habe seinen Abwärtstrend fortgesetzt, nachdem es die Gewinnschwelle um ein Jahr auf 2024 verschoben habe. Die Aktie sei auf CHF 100 und damit auf einen Tiefststand gefallen, bei dem der Wert des E-Rezepts in Deutschland mit null angesetzt werde. Am 25. April habe sich der deutsche Gesundheitsminister Lauterbach schließlich positiv zur Digitalisierung und der Einführung von E-Rezepten geäußert, was den Aktienkurs um 20% nach oben angetrieben habe. Die Experten der Bellevue Asset Management AG sind nach wie vor überzeugt, dass spätestens in H2/2022 die Marke von 30.000 elektronischen Testrezepten erreicht wird, die für die verpflichtende Einführung des E-Rezepts in Deutschland erforderlich ist.

Das finnische Online-Autohaus Kamux habe im April seine März-Performance vollständig wieder eingebüßt und unter dem sinkenden Verbrauchervertrauen gelitten. Die Bewertung von Kamux sei mit dem 12- bzw. 9,5-fachen seines EBIT 2022 und 2023 fast auf ihrem Tiefststand angelangt. Sie liege 25% unter dem 5-Jahres-Durchschnitt und habe sich gegenüber den Höchstständen halbiert. Anders als häufig vermutet liege das Trendwachstum von 20% bei Kamux vielmehr an der Verlagerung vom stationären zum Onlinehandel als am allgemeinen Gebrauchtwagenmarkt.

Melia (+17,0%), Bakkafrost (+8,2%) und Polypeptide (+17,4%) seien die Performance-Spitzenreiter gewesen. Die spanische Hotelkette Melia habe weiterhin von der Erholung im Tourismus- und Reisesektor profitiert und Rekordbuchungen für den Sommer gemeldet, die über dem Niveau von 2019 lägen. Der norwegische Lachsproduzent Bakkafrost habe von einem starken Lachsmarkt profitiert, unterstützt durch den anhaltenden Höhenflug der Preise. Zudem produziere Bakkafrost sein Futter selbst und sei damit gut gegen steigende Inputkosten gewappnet.

Die Aktie von Polypeptide habe im Anschluss an den Börsengang 2021 um über 110% zugelegt, um im Zuge der Rotation aus Wachstumswerten wieder 40% zu fallen. Nun würden sich Anleger wieder auf die ausgezeichneten defensiven Wachstumsmerkmale des Unternehmens zurück besinnen. Polypeptide sei mit einem der breitesten Portfolios unter den Auftragsfertigern für Peptid-Pharmawirkstoffe, einer attraktiven Spätphase-Pipeline und dem zunehmenden Outsourcing-Trend ausgezeichnet positioniert, um den zugrunde liegenden Peptid-Wirkstoffmarkt zu überflügeln, der selbst bereits ein strukturelles Wachstum von jährlich 7% aufweise.

Nach einer Erholung im März habe die Realität die Aktienmärkte eingeholt. Angebotsbedingte Probleme wie Warenverfügbarkeit, Inflation der Rohstoffpreise usw. würden sich langsam auf nachfrageseitige Sorgen wie Verbrauchernachfrage und Wachstumsrisiken verlagern. Die Marktstimmung ist schlecht und die besser als befürchtet ausgefallenen Q1-Ergebnisse vermochten daran nichts zu ändern, so die Experten der Bellevue Asset Management AG. Die Aktienkategorie Wachstum habe einen schweren Schlag erlitten und viele Namen seien seit ihren Höchstständen von 2021 50% und mehr gefallen.

Insgesamt scheinen jedoch Stimmung und Positionierung noch nicht negativ genug, als dass die Märkte einen Umschwung vollziehen könnten, so die Experten der Bellevue Asset Management AG weiter. Sie würden über alle Stile und Sektoren hinweg diversifiziert investiert bleiben und Qualitätsunternehmen bevorzugen, die inhärent zu ihrem Entrepreneur-Universum seien und intakte Bilanzen, hohe Margen und starke Kapitalerträge vereinen würden. Diese Zeiten würden nach erfahrener Einzeltitelselektion entlang der Hauptthemen steigende Inflation, verlangsamtes Wachstum, Post-COVID-Wiedereröffnung, Energieabhängigkeit und ESG verlangen. (Stand vom 30.04.2022) (13.05.2022/fc/a/f)





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