iShares MSCI Australia ETF: Australien trotzt dem Rohstoffcrash - ETF-Analyse


30.11.15 11:49
Euro fondsxpress

München (www.fondscheck.de) - Die Experten von "Euro fondsxpress" stellen in der aktuellen Ausgabe den iShares MSCI Australia ETF vor.

Rund acht Millionen Touristen würden pro Jahr das "Sydney Opera House" besuchen. Das Wahrzeichen Australiens sei jedoch in die Jahre gekommen und bedürfe der Erneuerung. Der Bundesstaat New South Wales (NSW) wolle nun 600 Millionen Australische Dollar in die Modernisierung des Opernhauses und des nahe gelegenen Kulturforums "Walsh Bay Arts Precinct" stecken. Die Infrastrukturinvestitionen sollten zusätzliche ausländische Gäste anlocken und zudem generell die Konjunktur in NSW beleben.

Auch in den ressourcenreichen Bundesstaaten Queensland und Western Australia wolle man neue Wachstumsquellen erschließen, etwa durch Erdgasverflüssigungsanlagen wie das Wheatstone-LNG-Project. Und auch die Regierung in Canberra lege Programme zur Stimulierung der Wirtschaft auf und verlege landesweit ein Hochgeschwindigkeitsglasfasernetz. Bis 2018 sollten 9,5 Millionen Menschen daran angeschlossen sein. Auch der Ausbau des Pacific Highway werde vorangetrieben. Die Investitionen seien dringend notwendig.

Australien erziele längst nicht mehr die Zuwächse wie noch vor ein paar Jahren. 2012 etwa habe das Bruttoinlandsprodukt noch um über 3,6 Prozent zugelegt. 2015 würden es nach Angaben des Wirtschaftsförderungsinstituts Germany Trade & Invest (GTAI) nur 2,3 Prozent sein. Das kräftige Plus in der Vergangenheit - auch während der Finanzkrise - habe Australien vor allem dem Rohstoffhunger Chinas verdankt. Zwischen 2007 und 2013 sei der China-Anteil an den Gesamtexporten Australiens von 14 auf 36 Prozent gestiegen.

Doch das Interesse an Uran, Kohle und insbesondere Eisenerz - Australien fördere rund ein Drittel der weltweit abgebauten Menge - lasse spürbar nach und ziehe die Preise nach unten: Habe Eisenerz 2011 noch bei 185 US-Dollar notiert, seien es aktuell nur noch 47 Dollar. Die Talfahrt der Rohstoffpreise belaste die Kurse von Minenwerten wie Rio Tinto und BHP Billiton. Wegen möglicher Kosten im Zusammenhang mit dem jüngsten Dammbruch einer Mine in Brasilien, würden Anleger eine Kürzung der Dividende von BHP im kommenden Jahr fürchten.

Auch wenn die Bewertungen mittlerweile wieder attraktiv erscheinen würden: Es dürfte noch dauern, bis die Eisenerznotierungen und die Aktienkurse der beiden Rohstoffgiganten wieder anziehen würden. Doch Australien sei nicht nur ein Rohstoffexporteur. Die Wirtschaft des Landes sei diversifiziert. Im MSCI Australia würden Rohstoffwerte nur knapp 15 Prozent ausmachen. Finanztitel würden hingegen mit knapp 54 Prozent dominieren. Der Dienstleistungssektor trage rund 70 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei.

Laut GTAI würden 66 Prozent der australischen Bevölkerung zum Mittelstand zählen. Die im internationalen Vergleich wohlhabenden Verbraucher würden seit dem Wechsel im Amt des Ministerpräsidenten optimistischer in die Zukunft blicken. Dem früheren Geschäftsmann Malcolm Turnbull würden die Bürger zutrauen, durch Steuerreformen starke Wachstumsimpulse zu setzen.

Der australische Markt sei aufgrund des Rohstoffmalus unberechtigterweise zurückgeblieben. (Ausgabe 48 vom 27.11.2015) (30.11.2015/fc/a/e)






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