Überangebot bei Öl noch nicht beendet - Wie sich Anleger rund um aktuellen Einbruch des Ölpreises positionieren


05.04.17 11:28
WisdomTree Europe

London (www.fondscheck.de) - Erneut untergräbt der Aufschwung von US-Schiefergas die Lage am Ölmarkt, so die Experten von WisdomTree Europe.

Trotz größter Bemühungen der OPEC, die Ölpreise nach oben zu treiben, lasse der aktuelle Anstieg der US-Bestände auf Rekordhochs auf ein weltweites Überangebot bei Öl schließen und es gebe keine Anzeichen auf eine Besserung. Sofern sich die Marktdynamik nicht ändere, seien die kurzfristigen Aussichten für die Ölpreise wahrscheinlich negativ und von Volatilität gekennzeichnet. Dies könnte taktische Anleger dazu verleiten, mithilfe von Short- und hebelfinanzierten ETPs Positionen einzugehen. Strategische Anleger könnten dagegen diese Situation als attraktiven Einstiegspunkt sehen, um ihr langfristigen Engagements in Öl zu steigern.

Die monatlichen Fördermengen der letzten drei Monate würden zeigen, dass die OPEC die Förderung erfolgreich unter das vereinbarte Ziel von 32,5 Mio. Barrel pro Tag gesenkt habe. Dies sei überproportional durch Senkungen der Fördermengen in Saudi-Arabien, dem Irak und den Vereinigten Arabischen Emiraten erreicht worden. Obwohl die OPEC die Ölpreise anfangs in den Bereich um 55 USD habe drücken können, sei die Wirksamkeit der Angebotsreduzierung durch die Produzenten von US-Schiefergas deutlich herabgesetzt worden, weil diese die Fördermengen rentabler Quellen erhöht hätten und damit die US-Gesamtfördermenge um über 250.000 Barrel pro Tag hätten steigen lassen.

Tatsächlich habe sich die Anzahl der Bohranlagen in den USA seit November um 30% erhöht. Aktuell seien so viele Anlagen aktiv wie im September 2015, kurz bevor die Ölpreise auf 10-Jahres-Tiefs von 28 USD/Barrel gesunken seien. Auch wenn die Ölpreise seitwärts tendieren würden, bestehe weiterhin die Möglichkeit, dass die Anzahl an US-Bohranlagen noch weiter steige, vor allem aufgrund fortgesetzter Verbesserungen bei horizontalen Bohrungsmethoden sowie einer kontinuierlichen Konsolidierung der Industrie.

Angesichts des erhöhten Angebotsdrucks werde die OPEC gezwungen sein, die aktuellen Angebotsvereinbarungen zu verlängern und/oder eine bessere Einhaltung der Angebotsziele durchzusetzen, um damit Unterstützung für höhere Ölpreise zu liefern. Diese Maßnahme werde wahrscheinlich auf der Haupttagesordnung beim nächsten Treffen der OPEC am 25. Mai 2017 stehen. Dabei würden die Fördermengen für den Iran und Nigeria, die beide in den letzten Monaten gestiegen seien, höchstwahrscheinlich auf den Prüfstand gestellt. Des Weiteren spiele auch die langsame Reduzierung der Fördermenge durch Russland beim Finden eines Gleichgewichts zwischen wirtschaftlichen Bedürfnissen und der Steigerung der Ölpreise eine Rolle.

Alle Arten von Impulsgebern für höhere Ölpreise dürften jedoch nur eine kurzfristige Wirkung haben - einfach deshalb, weil durch die OPEC initiierte Angebotsschocks zu einer höheren Fördermenge an US-Schiefergas führen würden. Dies werde die OPEC wiederum dazu zwingen, tiefere Einschnitte zu machen, woraus sich ein Teufelskreis ergebe, in dem das Angebot aufgebläht bleibe und die Ölpreise nach unten gedrückt würden. Da das globale Wachstum immer noch zu schwach sei, um die Lücke zu füllen, sorge die unverminderte Erweiterung des Angebots bei den Ölpreisen für weiteren Abwärtsdruck und erhöhte Volatilität.

Obwohl es sich dabei keinesfalls um eine genaue Vorhersage künftiger Preise handle, biete der Markt für Öltermingeschäfte Anlegern einen Hinweis darauf, wohin sich die Preise bewegen würden. Aktuell lasse die Terminstruktur von WTI-Öltermingeschäften auf ein begrenztes Aufwärtspotenzial schließen, da sich die Terminkontraktpreise bis zum Jahr 2022 im niederen Bereich zwischen 50 USD und 60 USD bewegen würden - was einem Anstieg von 5% bis 10% gegenüber aktuellen Spotpreisen entspreche. Doch während das implizierte Aufwärtspotenzial unter dieser Prämisse begrenzt sei, seien die Möglichkeiten für Anleger nicht derart eingeschränkt.

Taktische Anleger mit kurzfristigen Anlagehorizonten könnten in Betracht ziehen, ihr Öl-Engagement mithilfe von Short- und hebelfinanzierten ETPs zu nutzen und sich so angesichts erhöhter Volatilität und/oder verbesserter Kapitaleffizienz entsprechend zu positionieren. Dies sei vor allem in Anbetracht des aktuellen, auf steigende Preise spekulierenden Engagements von Hedgefonds relevant, das mit 20% aller offenen Kontrakte weiterhin über den historischen Standardniveaus liege. Das Auslaufen dieser Positionen werde für mehr Volatilität sorgen und weiteren Druck auf die Ölpreise ausüben.

Strategische Anleger mit eher langfristigen Anlagehorizonten könnten die aktuellen Preise als einen attraktiven Einstiegspunkt betrachten, um ihr Öl-Engagement zu erhöhen, vor allem, da die Preise im Verhältnis zu historischen Ständen immer noch niedrig seien. In solchen Fällen könne ein nicht hebelfinanziertes ETP ein günstiges und effektives Mittel sein, um auf eine potenzielle langfristige Erholung der Ölpreise zu setzen.

Schlussendlich werde die kurzfristige Volatilität in den kommenden Monaten anhalten, da die OPEC die Erwartungen nach Maßnahmen unterstützen werde, um die Ölpreise über 50 USD/Barrel zu halten, ohne einen Ölpreisschub anzuregen, der das Risiko eines Überschussangebots von Schiefergasproduzenten hervorrufen könnte.

Für Anleger, die diese Ansicht teilen würden, könnten folgende ETPs von Interesse sein:

Boost 3X Leveraged WTI Oil ETP (3OIL) (ISIN IE00B7ZQC614 / WKN A1VBKM)
Boost 3X Short WTI Oil ETP (3OIS) (ISIN IE00B7SX5Y86 / WKN A1VBKB)
Boost 2X Leveraged WTI Oil ETP (2OIL) (ISIN IE00BVFZGG42 / WKN A17TBX)
Boost 2X Short WTI Oil ETP (2OIS) (ISIN DE000A2BGQY5 / WKN A2BGQY)
Boost WTI Oil ETC (WTID) (ISIN DE000A18HC25 / WKN A18HC2)
Boost 1X Short WTI Oil ETP (OILZ) (ISIN DE000A2BGQW9 / WKN A2BGQW)
Boost 3X Leveraged Brent Oil ETP (3BRL) (ISIN DE000A2BGQZ2 / WKN A2BGQZ)
Boost 3X Short WTI Oil ETP (3BRS) (ISIN DE000A2BGQ05 / WKN A2BGQ0)
Boost Brent Oil ETC (BRND) (ISIN DE000A18HC33 / WKN A18HC3) (05.04.2017/fc/a/e)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
1,39 € 1,45 € -0,06 € -4,14% 25.05./20:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
IE00B7ZQC614 A1VBKM 1,52 € 0,40 €
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