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USA: Zug und Jet für Investoren


27.03.14 13:41
Janus Capital International

London (www.fondscheck.de) - Der Aufschwung in den USA gewinnt an Dynamik und Stabilität - dies signalisiert eine Reihe von Indikatoren, wie etwa die Haus- und Fahrzeugverkäufe oder die Zahlen zur industriellen Produktion, so die Experten von Janus Capital.

Die Bewertungen am Aktienmarkt seien aufgrund dieser zunehmend besseren konjunkturellen Aussichten in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen, doch Ken Spruell, Industrie-Experte bei Janus Capital, sehe noch gute Einstiegsmöglichkeiten für Investoren: "Anleger sollten sich auf Unternehmen oder industrielle Bereiche konzentrieren, die sich in einem Übergangsprozess befinden und deren Wachstumspotenzial am Markt bislang unterschätzt wird."

Besonders attraktiv sei Spruell zufolge die Luftfahrtbranche, die sich derzeit in einem Konsolidierungsprozess befinde. "In einem wirtschaftlich stabilen oder sogar sich verbessernden Umfeld ist es für die großen Fluggesellschaften einfacher, Kapazitäten abzubauen oder Ticketpreise anzuheben, um auf steigende Kosten etwa für Treibstoff zu reagieren", so der Janus-Experte. "Durch die Konsolidierung haben die großen Airlines nunmehr seit Jahrzehnten zum ersten Mal wieder eine gewisse Preismacht am Markt." Ebenfalls Chancen sehe Spruell in Industriezweigen, die überproportional von den gesunkenen Energiepreisen profitieren würden, so etwa US-Chemiekonzerne wie Dow Chemical und LyondellBasell. "Der Erdgaspreis ist einer der größten Kostenfaktoren bei der Produktion von Kunstoffen", begründe Spruell seine Einschätzung.

Zudem hätten aktivistische Investoren in den vergangenen Jahren bei vielen Unternehmen, die sich in einer Konsolidierungs- oder Restrukturierungsphase befunden hätten, darauf gedrungen, dass das Management ausgetauscht und die Firma wettbewerbsfähiger und rentabler ausgerichtet worden sei. "Canadian Pacific ist ein Beispiel dafür", erläutere Spruell. Die Performance der Eisenbahngesellschaft habe lange Zeit der ihrer unmittelbaren Wettbewerber in den USA hinterhergehinkt. "Ein neuer, branchenerfahrener Vorstandschef hat die Kosten gesenkt und gleichzeitig die Produktivität, den Service und damit die Zuverlässigkeit verbessert", so der Analyst. "Auf diese Weise hat das Management die Stellung des Unternehmens im Güterverkehrsmarkt verbessert und neue Umsatzquellen erschlossen."

Die Rentabilität der US-Industrie sei nach Beobachtungen des Janus-Experten nach dem Ende der Rezession zwar auf ein historisch hohes Niveau gesprungen. "Wenn die Umsätze im Zuge der konjunkturellen Belebung steigen, werden unserer Einschätzung zufolge jedoch viele Unternehmen in der Lage sein, ihre Margen noch weiter auszubauen." Mit negativen Folgen durch den von der US-Notenbank FED eingeleiteten geldpolitischen Kurswechsel rechne er nicht, solange die US-Wirtschaft auf Wachstumskurs bleibe. Im Gegenteil. "Viele Konzerne in traditionellen Industriebranchen wie etwa dem Automobilbau, der Rüstungsgüterproduktion und dem Maschinenbau betreiben große Pensionsfonds oder -kassen für ihre Mitarbeiter", erläutere Spruell.

Ziehe die FED in den kommenden Monaten ihre Zügel an, würden die Zinsen aller Wahrscheinlichkeit steigen. Folge: Die laufenden Einzahlungen für die Pensionsverpflichtungen würden für die US-Konzerne nicht mehr so hoch ausfallen wie in den Vorjahren, in denen die Zinsen an den wichtigen Kapitalmärkten sehr niedrig gewesen seien. "Konzerne wie zum Beispiel GM, Boing oder Ford werden dadurch mehr Cash zur Verfügung haben und dadurch in der Lage sein, mehr Geld an ihre Aktionäre auszuschütten", prognostiziere Spruell. (27.03.2014/fc/a/m)