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USA: Krankenhausbetreiber, Biotechnologieunternehmen und Servicedienstleister profitieren von "Obamacare"


24.02.14 15:45
Janus Capital International

London (www.fondscheck.de) - Der tief greifende Wandel, der dem US-Gesundheitssektor aufgrund des so genannten Affordable Care Acts (besser bekannt unter "Obamacare"), bevorsteht, bietet sowohl Aktien- als auch Anleiheinvestoren gute Anlagechancen, glaubt Brad Smith, Kreditanalyst bei Janus Capital.

"Die gravierendste Folge des neuen Gesetzes wird sein, dass sich die Zahl der US-Bürger, die derzeit noch ohne eine Krankenversicherung und medizinische Versorgung sind, in den kommenden drei Jahren von heute 47 Millionen in etwa halbieren wird", prognostiziere Brad Smith. "Unserer Einschätzung nach werden Unternehmen aus den Bereichen Krankenhausbetrieb, Biotechnologie, Gesundheits-IT und Dienstleistung zu den Gewinnern der Reform gehören. Auf der Verliererseite werden vor allem Versicherer stehen, die durch die Vertragspflicht gezwungen sind, auch schlechte Risiken in ihrem Portfolio mitaufzunehmen."

Laut Smith induziere die Gesundheitsreform eine Reihe langfristiger Anlagetrends, von denen vor allem Anleiheinvestoren profitieren könnten. Dazu gehöre etwa das Thema Kostendämpfung. "Das Gesundheitssystem und die alternde Bevölkerung haben dazu geführt, dass die Gesundheitskosten in den USA überdurchschnittlich stark steigen", so der Janus-Experte. Die steile Aufwärtsentwicklung sei durch die Reform bislang aber kaum korrigiert worden. "Private Anbieter werden am ehesten in der Lage sein, dieses Problem zu adressieren", schätze Anleihespezialist Smith. "Dazu gehören so genannte Pharmacy Benefit Managers. Das sind spezielle Dienstleister, die mit den Pharmaherstellern Gruppenrabatte aushandeln, Generikahersteller, Ambulanzbetreiber und IT-Dienstleister, die allesamt die Effizienz des Systems dadurch verbessern, dass sie unnötige Ausgaben streichen."

Ein weiterer interessanter Bereich sei Smith zufolge die Biotechnologiebranche. "Am Aktienmarkt hat dieser Sektor in den vergangenen Jahren einen wahren Boom erlebt, nachdem einige dieser Unternehmen hochwirksame Medikamente für schwierig zu therapierende Krankheiten wie Multiple Sklerose, Hepatitis C und HIV entwickelt haben, die gleichzeitig nur vergleichsweise geringe Nebenwirkungen haben", so der Janus-Experte.

Im Bereich der Unternehmensanleihen hätten seiner Ansicht nach viele Firmen aus der Biotech-Branche Produkte in ihrer Pipeline, die das Zeug dazu hätten, in den kommenden Jahren zum Blockbuster zu werden. "Wir würden diese Emittenten gegenüber traditionellen Pharmakonzernen bevorzugen, da sie ein insgesamt jüngeres Produktportfolio mit durchschnittlich längeren Patentschutzlaufzeiten und eine größere Preisverhandlungsmacht am Markt haben." Ebenfalls gute Chancen sehe Smith bei speziellen Pharmaunternehmen, die anders als die Branchengrößen die Strukturen in ihrer Forschungs- und Entwicklungsarbeit schlank gestalten anstatt Unsummen in die Entwicklung neuer Medikamente zu investieren. "Auf diese Weise senken diese Unternehmen ihre Investitionsrisiken", stelle Smith den Vorteil heraus. (Ausgabe Januar 2014) (24.02.2014/fc/a/m)