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UK ist der wirtschaftliche Aufschwung nachhaltig?


04.11.09 15:08
Aviva Investors

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der wirtschaftliche Aufschwung in Großbritannien ist bereits im Gange, damit er allerdings nachhaltig wird, müssen Investitionen und Exporte seine Geschwindigkeit bestimmen, so Steward Robertson, Volkswirt bei Aviva Investors.

Aufgrund der Tatsache, dass der Private Konsum typischerweise circa 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) ausmache und die Konsumprognosen für 2010 relativ pessimistisch ausfallen würden, sei der Ausblick auf die Gesamtwirtschaft ebenfalls wenig optimistisch. Etwas anders gelte, wenn die Regierung, Investitionen und Exporte einen Ausgleich schaffen könnten.

Die angespannte Finanzlage der Regierung schränke ihren Handlungsspielraum ein, daher könne sie vernachlässigt werden. Bisher habe sich in der britischen Wirtschaft wiederholt gezeigt, dass sowohl Investitionen als auch Konsum, letzterer im Durchschnitt doppelt so stark wie das BIP, während Rezessionen eingebrochen seien. Dies habe sich jetzt wiederholt.

In den vergangenen Aufschwungphasen habe sich das Gesamtwachstum in den ersten beiden Aufschwungjahren durchschnittlich um 2,5 Prozent pro Jahr erholt. Die Hälfte dieses Wachstums hätten Konsum und Investitionen ausgemacht (ein weiteres Prozent sei die Folge von Regierungsmaßnahmen in Verbindung mit einem Aufschwung am Aktienmarkt gewesen). Die Nettoexporte seien im Durchschnitt positiv gewesen, was allerdings auch auf das starke Wachstum in den 1970er Jahren zurückgeführt werden könne.

Für einen deutlichen Aufschwung müsste daher der Beitrag von Konsum und Investitionen am BIP durchschnittlich größer als ein halbes Prozent pro Jahr verglichen mit den früheren Erholungen sein. Dies erscheine jedoch eher unwahrscheinlich. (04.11.2009/fc/a/m)