Türkei-ETFs unter Druck


04.06.13 14:54
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Market Maker berichten aus dem Handel mit Indexfonds von einer feiertagsbedingt ruhigen Handelswoche, so die Deutsche Börse AG.

"Offenbar waren einige Marktteilnehmer über das lange Wochenende im Urlaub. Jedenfalls sind die Umsätze im Vergleich zu den Vorwochen zurückgegangen. Das Niveau ist aber immer noch ganz ordentlich", kommentiere Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank. Gregor Hamme von der UniCredit bestätige: "Es war eher eine ruhige und tendenzlose Woche. Wir haben keine großen Käufe oder Verkäufe gesehen."

So lasse sich laut Hamme vor allem bei Trackern von DAX (ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA; ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01) und EURO STOXX 50 (ISIN DE0005933956 / WKN 593395; ISIN DE000ETFL029 / WKN ETFL02) aktuell keine klare Richtung ausmachen. "Die Impulse sind derzeit auch eher gegensätzlich: Auf der einen Seite herrscht Sorge darüber, dass die US-Notenbank ihre Anleihekäufe reduzieren könnte, andererseits haben die jüngsten Konjunkturdaten aus Europa zuletzt positiv überrascht. Das spiegelt sich in einem uneinheitlichen Markt", erläutere der Händler.

Die Deutsche Bank melde unterdessen einen leichten Kaufüberhang bei DAX- und EURO STOXX 50-ETFs. Ebenso seien der britische FTSE 100 und der S&P 500 tendenziell gesucht. Überwiegend Abgaben beobachte Kleefeld bei Trackern des MSCI World sowie des MSCI Emerging Markets (ISIN IE00B0M63177 / WKN A0HGWC).

Die tagelangen Massenproteste gegen die türkische Regierung und der damit einhergegangene Kurseinbruch an der Istanbuler Börse würden auch unter ETF-Investoren für Verunsicherung sorgen, nachdem Tracker türkischer Indices in der vergangenen Woche noch auf den Einkaufslisten gestanden hätten. "Türkei-ETFs wie der Lyxor ETF Turkey sind in den vergangenen Tagen stark zurück gekommen", melde Kleefeld, der allerdings davon ausgehe, dass sich der türkische Markt von den Turbulenzen relativ schnell erholen werde.

Am gestrigen Montag sei der ISE 100, der Leitindex der Istanbuler Börse, um über 8 Prozent eingebrochen - der größte Kursrutsch seit der Pleite von Lehmann Brothers. Zuletzt sei das Land am Bosporus angesichts eines fulminanten Wirtschaftsaufschwungs zu einem der Schwellenländerfavoriten aufgestiegen; der ISE 100 habe in einem Jahr mehr als 50 Prozent gewonnen.

Im Bereich der Sektoren-Fonds beobachte Hamme einen leichten Anstieg der Risikofreude. "Bei erhöhten Umsätzen haben wir hier in den vergangenen Tagen einen Wechsel aus dem defensiven Versorger- in den eher zyklischen Technologiesektor gesehen", berichte der Market Maker. Abgegeben worden sei demnach der iShares STOXX Europe 600 Utilities (DE) (ISIN DE000ETFL011 / WKN A0Q4R0) und gekauft der iShares STOXX Europe 600 Technology (DE) (ISIN DE000A0H08Q4 / WKN A0H08Q).

Das Geschäft mit Renten-ETFs bleibe nach Auskunft der Händler wie schon in der Vorwoche weiter ruhig. "Die größten Umsätze sehen wir derzeit im Aktienbereich, während im Fixed Income-Bereich eher wenig los ist", fasse Kleefeld zusammen. (04.06.2013/fc/a/e)