Schwellenländer-Fonds: Die Nadel im Heuhaufen


11.10.13 10:45
FundResearch

München (www.fondscheck.de) - Die meisten Aktienfonds aus den Emerging Markets konnten bisher nicht vom guten Aktienjahr 2013 profitieren. Einige wenige durchaus, so die Experten von "FundResearch".

Dieses Jahr stehe bisher ganz im Zeichen der Aktienmärkte. Der Deutsche Aktienindex DAX habe nicht nur einmal ein neues Allzeithoch erreicht und auch sein US-Pendant, der Dow Jones, habe es ihm gleich getan. Selbst der japanische Nikkei habe zu neuen Höhenflügen angesetzt. Diese Entwicklung sei von historisch niedrigen Zinsen und der Liquiditätsbereitstellung der großen Zentralbanken tatkräftig unterstützt worden. Die Schwellenländer - insbesondere die großen - seien 2013 hingegen zusehends unter Druck geraten. Immer häufiger sei vom "BRIC-Bashing" die Rede. Im Sommer sei die Indische Rupie derart unter die Räder gekommen, dass ausländische Investoren in Scharen geflüchtet seien. Alles in allem keine guten Nachrichten für Aktienfonds der Schwellenländer. Oder? "FundResearch" zeige, welche Produkte in den ersten drei Quartalen dieses Jahres die Kritiker Lügen gestraft hätten.

Die Peergroup "Aktienfonds Emerging Markets" des FINANZEN FundAnalyzer (FVBS) komme insgesamt auf rund 650 Fonds - einschließlich ETFs und aller Einzeltranchen. Um es vorweg zu nehmen: Nur 62 Fonds hätten von Januar bis September 2013 im Plus rentiert. Im Durchschnitt habe die Peergroup fünf Prozent verloren. Angesichts der starken Entwicklung an den Märkten der entwickelten Länder, seien viele Berater in Erklärungsnot vor ihren Kunden gekommen. Aber auch innerhalb der Schwellenländer-Produkte sei die eine oder andere Perle zu finden gewesen.

Der Schroders Frontier Markets Equity sei so eine. Mit einer Wertentwicklung von 23,8 Prozent in diesem Jahr (Stand: 30. September 2013) führe der Fonds die Peergroup an. Die Fondsmanager Allan Conway und Rami Sadini würden nun von ihrer Strategie profitieren, sich nicht auf die großen Schwellenländer, sondern auf die kleinen, aufstrebenden Staaten zu konzentrieren. Darauf hätten sie eine Zeit lang warten müssen. Denn der Fonds sei nach Auflegung im Dezember 2010 erst einmal abgeschmiert. Zwei Jahre lang hätten sich Anleger, die von Beginn an dabei gewesen seien, gedulden müssen, bis sie wieder auf plus/minus Null gewesen seien.

2013 sei der Fonds dann durchgestartet. Besonders mit dem Finanzsektor würden die Fondsmanager Performance machen. Zu verdanken sei diese Performance insbesondere den Investitionen in den reichen Öl-Staaten Katar (21,1 Prozent) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (19,2 Prozent) gewesen. Der Finanzsektor sei mit 57,2 Prozent extrem stark gewichtet. Mit einer Total Expense-Ratio von 1,61 Prozent sei der Fonds zudem vergleichsweise günstig.

Dass aber auch mit klassischen Schwellenländern im Portfolio positive Renditen zu generieren seien, beweise Will Ballard. Der Aviva-Fondsmanager verwalte den Aviva Investors - Emerging Markets Equity Small Cap. Wie der Name schon sage, setze der Fonds auf gering kapitalisierte Unternehmen, die insbesondere von einer positiven binnenwirtschaftlichen Entwicklung profitieren würden. Mit immerhin 5,3 Prozent Wertsteigerung in den ersten drei Quartalen dieses Jahres gehöre er zu den performancestärksten Schwellenländer-Fonds, die nicht "Frontier Markets" im Namen tragen würden. Auf die BRIC-Staaten setze Ballard aber ebenfalls nicht. Südkorea sei mit 14,6 Prozent am stärksten allokiert. Taiwan, Hongkong, Türkei und Malaysia würden dahinter folgen.

Das Fondsvolumen von knapp 115 Millionen Euro investiere der Fondsmanager zu jeweils rund 20 Prozent in IT-Titel und zyklische Konsumgüter. Finanztitel würden hier 15,8 Prozent ausmachen. Die Gebühren seien mit 2,12 Prozent für Anleger recht teuer. Bei Small-Cap-Fonds seien sie in der Regel aber immer recht hoch, da der Research-Aufwand größer sei.

Berater, die ihren Kunden einen Schwellenländer-ETF empfehlen wollten, könnten den iShares MSCI GCC ex-Saudi Arabien (ISIN DE000A0RM470 / WKN A0RM47) heranziehen. Der Fonds bilde den Aktienindex der Region des Gulf Cooperation Council (GCC) ab und beinhalte die 20 größten Unternehmen. Der Indexfonds schaffe im laufenden Jahr bisher ein Plus von 19,2 Prozent. Der größte Anteil des Portfolios sei in Kuwait (38,5 Prozent) investiert. Außerdem würden noch Katar (28,2 Prozent), die Vereinigten Arabischen Emirate (25,9 Prozent) der Oman (5,9 Prozent) und Bahrain (1,39 Prozent) zur GCC-Region zählen. Das Fondsvolumen von 25,5 Millionen Euro sei mit 61,8 Prozent hauptsächlich in Finanztiteln investiert. Telekom-Dienstleistungen würden 16,2 Prozent ausmachen. Anleger würden für den Indexfonds eine Gebühr von 0,8 Prozent bezahlen. (Ausgabe vom 10.10.2013) (11.10.2013/fc/a/f)





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