SPDR-ETFs: Ist es für europäische Investoren Zeit zu hedgen?


16.09.20 09:45
State Street Global Advisors

Boston (www.fondscheck.de) - Während viele Anleiheanleger daran gewöhnt sind, ihr Währungsrisiko zu hedgen, ziehen es Aktienanleger im Allgemeinen vor, ihre Allokation in einem ungesicherten Risiko zu belassen und die damit verbundenen Währungsrisiken zu akzeptieren, so die Experten von State Street Global Advisors in ihrem aktuellen "SPDR Strategie Espresso".

Durch die jüngsten großen Devisenereignisse wie die Abwertung des Britischen Pfund nach der Brexit-Abstimmung und die Aufwertung des Schweizer Franken nach dem Verzicht eines festen Wechselkurses seien die Anleger jedoch auf einige Schattenseiten dieses Ansatzes sensibilisiert worden.

In jüngster Zeit habe die starke Abwertung des USD in Verbindung mit der Erwartung, dass dies ein anhaltender Trend für die Währung sein könnte, die Aufmerksamkeit der Anleger errege, da das USD-Engagement mehr als 60 Prozent der meisten globalen Aktienpositionen ausmache. Daher könne eine anhaltende USD-Abwertung für nicht auf USD basierende Anleger erhebliche Auswirkungen haben.

Ein weiterer Trend, der Aktienanleger dazu veranlasst habe, mit gehedgten Anlagen zu beginnen, sei die Senkung der Hedging-Kosten. Diese würden sich aus der Zinsdifferenz und der "Dollar-Basis" zusammensetzen. Beide hätten sich im Laufe dieses Jahres erheblich verringert, da die FED gezwungen gewesen sei, die Zinsen aggressiv zu senken, um die Auswirkungen des Coronavirus auf das Wirtschaftswachstum zu bewältigen.

Die Umkehrung eines USD-Zyklus sei selten nur ein Strohfeuer, sondern in der Regel ein mehrjähriges Ereignis mit starken Währungsschwankungen. Daher dürfte dieses Währungsthema in absehbarer Zukunft in den Köpfen der Anleger eine Rolle spielen, und deswegen könnten währungsgesicherte ETFs unter europäischen Anlegern vermehrt zum Einsatz kommen.

Der Handel mit währungsgesicherten Aktien-ETFs werfe Probleme auf, mit denen ein festverzinsliches Instrument nicht immer konfrontiert sei, was auf die kürzlich eingeführten ESMA-Bestimmungen zurückzuführen sei, die folgende Einschränkungen für UCITS-Fonds mit sich bringen würden: Übermäßig abgesicherte Positionen dürften 105 Prozent des NIW der Aktienklasse nicht überschreiten; untergedeckte Positionen dürften 95 Prozent des Anteils des NIW der Aktienklasse, die abgesichert werden solle, nicht unterschreiten.

ETFs mit einzelnen Aktienpositionen (z.B. S&P 500-Index) seien anfälliger, diese Grenzen zu überschreiten. Dies liege daran, dass ein währungsgesicherter Fonds oder eine Anteilsklasse, die einer monatlich abgesicherten Standard-Benchmark folge, in Zeiten erhöhter Volatilität anfälliger für unerklärliche Tracking Error sei. SPDR habe diese Situation gelöst, indem sie mit dem S&P 500 EUR Dynamic Hedged Index die erste abgesicherte Benchmark entwickelt habe, die die regulatorischen Anforderungen berücksichtige.

Dynamisch gehedgte Indices würden sich auf monatlicher Basis ausgleichen, jedoch einen Mechanismus enthalten, der sicherstelle, dass der Index ab einem bestimmten Prozentsatz nicht über- oder untergesichert werde. Für den S&P 500 EUR Dynamic Hedged Index liege diese Schwelle bei 5 Prozent (Absicherungsverhältnis zwischen 95 Prozent und 105 Prozent) und der Index werde am Ende des folgenden Geschäftstages angepasst, um das Absicherungsverhältnis wieder auf 100 Prozent zurückzusetzen.

Der SPDR S&P 500 EUR Hedged UCITS ETF (Acc) (ISIN IE00BYYW2V44 / WKN A2AGXP) biete Managern die Flexibilität, die Hedging-Präferenz innerhalb des Vehikels kosten- und betriebswirtschaftlich effizient zu wechseln. Mit einer TER von 12 Basispunkten sei der SPDR ETF der kostengünstigste unter den physisch replizierten Positionen.

SPDR biete auch den SPDR MSCI ACWI EUR Hdg UCITS ETF an, der den Anlegern ein Investment in globale Aktien biete, jedoch mit einem Index, der nur die Währungen der entwickelten Märkte im Index absichere, um die Kosten für die Absicherung zu senken.

Der SPDR MSCI ACWI UCITS ETF (ISIN IE00B44Z5B48 / WKN A1JJTC) sei marktführend als der größte und kostengünstigste physisch besicherte UCITS ETF, der den MSCI ACWI Index nachbilde. (Ausgabe vom 15.09.2020) (16.09.2020/fc/a/e)





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