Rohstoff-ETPs: Zuflüsse in Industriemetalle nehmen trotz des Handelsstreits wieder zu


26.09.18 10:20
ETF Securities

London (www.fondscheck.de) - Die Zuflüsse in Industriemetall-ETPs (ISIN DE000A0SVX75 / WKN A0SVX7) stiegen auf ein 15-Wochen-Hoch, berichten die Experten von ETF Securities.

Die Anleger scheinen der Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China wenig Beachtung zu schenken, da es bei Industriemetall-ETPs mit 45 Mio. USD zu den höchsten Zuflüssen in 15 Wochen kam, so die Experten von ETF Securities. Der Bloomberg Industrial Metals Sub-Index habe vergangene Woche um 5,8 Prozent zugelegt, was darauf hindeute, dass sich die Anleger mittlerweile damit abgefunden haben könnten, dass die bilateralen Handelsgespräche zwischen dem weltweit größten Industrieland (USA) und dem weltweit größten Schwellenland (China) einen langwierigen Prozess darstellen dürften. Zwar seien bislang nur wenige Fortschritte erzielt worden. Dennoch fänden die Anleger Trost in der Tatsache, dass die USA nach wie vor zu Verhandlungen bereit seien. Letzte Woche habe Präsident Trump angekündigt, dass chinesische Waren im Wert von 200 Mrd. USD unmittelbar mit Zöllen in Höhe von 10 Prozent belegt würden, die bis Ende des Jahres auf 25 Prozent angehoben würden. Die Sorgen der Anleger seien durch die niedrigen anfänglichen Zölle gemindert worden, die ebenfalls als Basis für weitere Verhandlungen seitens der US-Regierung aufgefasst worden seien.

Im Gegenzug hätten die Behörden in China eine Reihe von Maßnahmen zur Öffnung der chinesischen Märkte für ausländische Waren angekündigt. Zudem hätten die offiziellen Stellungnahmen darauf hingedeutet, dass keine weitere Abwertung des Yuan toleriert würde. Nach der Einführung der letzten Runde an Handelszöllen unterlägen nur rund 12 Prozent der US-Importe höheren Zöllen, und die durchschnittliche Zollerhöhung für alle Importe betrage lediglich etwa 1,6 Prozent. Dies dürfte sich unseres Erachtens nur begrenzt auf das allgemeine BIP-Niveau beider Volkswirtschaften auswirken, so die Experten von ETF Securities. China wirke etwaigen wirtschaftlichen Folgen der Zölle zudem mit geldpolitischen Stimulusmaßnahmen entgegen.

Die Zuflüsse in Nickel-ETPs (ISIN DE000A0KRJ44 / WKN A0KRJ4) nähmen Fahrt auf und würden mit 18 Mio. USD ein 6-Wochen-Hoch erreichen. Die Verbreitung von Elektrofahrzeugen sowie der damit verbundenen Reinluft-Batterietechnologie scheine die Nachfrage nach Nickel zu beflügeln. Zwar seien laut Angaben der International Nickel Study Group (INSG) lediglich 3 Prozent der gesamten Nickelnachfrage im Jahr 2017 auf Batterien entfallen. Dieser Wert dürfte allerdings zunehmen, da Nickel aufgrund der günstigen Eigenschaften des Metalls verstärkt bei der Batterieherstellung zum Einsatz komme. Der deutliche Anstieg der Neuwagenzulassungen in der Europäischen Union (EU) im Juli (+10,5 Prozent) und August (+31,2 Prozent) habe den Nickelpreisen ebenfalls Auftrieb verliehen.

Bei Gold-ETPs sei es im Vorfeld der Sitzung der Federal Reserve die zweite Woche in Folge zu Abflüssen gekommen. Die Anleger hätten 26,3 Mio. USD aus Gold-ETPs abgezogen, da die Zinsentscheidung in den USA diese Woche im Mittelpunkt stehe.

Die Anleger hätten im Zuge der zunehmenden Brexit-Risiken das Exposure bei Long-EUR-/Short-USD-ETPs um 24,4 Mio. USD verringert. Die Wahrscheinlichkeit eines harten Brexit habe vergangene Woche zugenommen, da die britische Premierministerin Theresa May und die führenden EU-Politiker auf dem Gipfeltreffen in Salzburg nur wenige Fortschritte erzielt hätten. Die EU wünsche eine Zollgrenze in der Irischen See zwischen Nordirland und dem Rest des Vereinten Königreichs. Diese Forderung sei aber bereits in der Vergangenheit von May zurückgewiesen worden. (Ausgabe vom 25.09.2018) (26.09.2018/fc/a/e)





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