Rohstoff-ETCs: Weiter hoher Ölpreis erwartet


19.10.18 13:38
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Es ist weiterhin der Ölpreis, der an den Rohstoffmärkten die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht, so die Deutsche Börse AG.

Um rund 20 Prozent habe sich Öl in diesem Jahr verteuert. Anfang Oktober sei der Preis auf in der Spitze 86,74 US-Dollar je Barrel Brent geklettert - ein Vierjahreshoch. Am vorgestrigen Mittwoch sei die Notierung leicht unter die 80 US-Dollar-Marke gerutscht, am Donnerstagmittag seien es 79,30 US-Dollar. Auslöser für die zuletzt wieder etwas niedrigeren Preise seien Daten aus den USA gewesen: Dort seien die Lagerbestände deutlich stärker als erwartet gestiegen.

Doch das Preisniveau bleibe hoch, noch im Sommer 2017 habe das Barrel 45 US-Dollar gekostet. Gründe dafür seien vor allem die ab November geltenden Iran-Sanktionen der USA und Ausfälle durch die Krise in Venezuela. "Bis Klarheit darüber herrschen wird, inwieweit die iranische Exportlücke gefüllt wird, dürften die Ölpreise auf erhöhten Niveaus verharren", meine Dora Borbély von der DekaBank. Die Bank habe daher ihre Prognose angehoben und prognostiziere nun 79 US-Dollar in drei und 75 US-Dollar in sechs Monaten. "Im kommenden Jahr rechnen wir jedoch damit, dass die Mehrproduktion von Russland, Saudi-Arabien und den USA ausreichen wird, damit am globalen Ölmarkt das Angebot und die Nachfrage sich weitgehend die Waage halten."

Auch laut Barbara Lambrecht von der Commerzbank werde sich der Preis vorerst wohl weiter über 80 US-Dollar halten, daran werde auch der starke Anstieg der US-Schieferölproduktion nichts ändern. "Schätzungen der US-Energiebehörde zufolge ist sie zwar in den ersten zehn Monaten des Jahres um über eine Million Barrel pro Tag gestiegen, dies reicht aber kurzfristig nicht aus, neben dem Produktionsrückgang in Venezuela auch die drohenden Exportausfälle des Iran auszugleichen." Öl-ETCs wie der ETFS Brent Crude würden seit Jahresanfang auf ein Plus von 30 Prozent kommen.

Zumindest etwas habe Gold von der aktuellen Unruhe an den Märkten profitiert: Die Feinunze koste wieder 1.222 nach 1.177 US-Dollar vor zehn Tagen, noch im Februar seien es allerdings 1.366 US-Dollar gewesen. "Der von der US-Notenbank bestätigten Perspektive steigender Zinsen stehen die vielen politischen Risiken gegenüber, allen voran der drohende Handelskrieg", bemerke Borbély. In diesem Spannungsfeld müssten Goldanleger auch weiterhin ihre Kauf- und Verkaufsentscheidungen treffen. "Daher erwarten wir weder einen starken Anstieg noch einen starken Rückgang der Goldnotierung."

Gold-ETCs wie Xetra-Gold oder ETFS Physical Gold hätten seit Jahresanfang leicht verloren. Xetra-Gold bleibe unterdessen beliebt: Der Goldbestand von Xetra-Gold (ISIN DE000A0S9GB0 / WKN A0S9GB) liege aktuell bei 177 Tonnen und damit nur knapp unter dem Rekordhoch. Die Auslieferungen hätten zuletzt die Marke von 1.000 überschritten, das heiße, dass sich über 1.000 Xetra-Gold-Anleger seit 2007 für eine Auslieferung ihres physisch hinterlegten Goldes entschieden hätten. Das Volumen der Auslieferungen liege bei 4,9 Tonnen.

Auch der Platinpreis habe sich etwas erholt und liege aktuell bei 833 US-Dollar, Platin gehöre aber weiter zu den großen Verlierern in diesem Jahr. Palladium habe sich von seinem Tief Mitte August bei 846 US-Dollar deutlich erholt und koste wieder 1.076 US-Dollar. "Belastend für Platin sind die trotz einer allgemein guten Automobilkonjunktur fallenden Neuzulassungen von Diesel-Pkw in Europa", stelle Lambrecht fest. Infolgedessen drohe die Nachfrage nach Platin im laufenden Jahr hinter dem Angebot zurückzubleiben. Dennoch sehe die Bank für Platin Preispotenzial nach oben: "Der in den vergangenen Monaten stetig gestiegene Preisabschlag gegenüber Palladium macht auch nach Einschätzung des größten Palladiumproduzenten Norilsk Nickel eine Substitution des Schwestermetalls attraktiv." Auf Platin und Palladium setzen könnten Anleger zum Beispiel mit dem ETFS Physical Platinum und dem ETFS Physical Palladium (ISIN DE000A0N62E5 / WKN A0N62E.)

Etwas gestiegen seit den Tiefständen im August und September seien die Industriemetallpreise. Die Tonne Kupfer koste jetzt wieder 6.248 US-Dollar, im Sommer seien es vorübergehend weniger als 5.800 US-Dollar gewesen. Der ETFS Industrial Metals habe seit Jahresanfang immer noch 8,3 Prozent an Wert verloren, auf Dreijahressicht seien Anleger mit 5,4 Prozent p.a. aber noch klar im Plus. Der ETFS Copper (ISIN GB00B15KXQ89 / WKN A0KRKR) liege seit Jahresanfang sogar 13,6 Prozent im Minus, in den vergangenen drei Jahren sei der ETC damit auf ein nur kleines Plus von 1,6 Prozent im Jahr gekommen. (Ausgabe vom 18.10.2018) (19.10.2018/fc/a/e)





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