Rohöl verbilligte sich aufgrund verbesserter Angebotslage und Entspannungssignale aus Syrien und Iran deutlich


10.10.13 10:36
DekaBank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Rohöl verbilligte sich aufgrund der verbesserten Angebotslage - unter anderem wegen der Produktionsausweitung in Libyen - sowie der Entspannungssignale aus Syrien und dem Iran in den vergangenen Wochen deutlich, berichten die Analysten der DekaBank.

Belastend hätten zudem der Haushaltsstreit in den USA und die Unsicherheit, inwieweit dies die US-Konjunktur bremsen könnte, gewirkt. Der US-Kongress dürfte sich schon bald auf einen Budgetplan und eine Anhebung der Schuldengrenze einigen, die US-Wirtschaft ihre moderate Erholung somit fortsetzen. Im zweitgrößten Verbraucherland China würden die verbesserten Daten auf eine Stabilisierung des Wachstums hindeuten. Das reichliche Angebot am Rohölmarkt dürfte mit der erwarteten Nachfragebelebung gut Schritt halten. Eventuelle Angebotsengpässe aufgrund von Produktionsausfällen einzelner OPEC-Staaten (z.B. Libyen, Nigeria, Sudan) würden wie bisher von anderen OPEC-Ländern, vor allem durch Saudi-Arabien, aufgefangen werden. Bis zum Jahresende würden die Analysten mit Rohölpreisen um 110 USD (Sorte Brent) bzw. 105 USD je Barrel (Sorte WTI) rechnen.

Die dritte Globalisierungswelle, bei der vor allem China und Indien stärker an der weltwirtschaftlichen Dynamik teilhätten und vermehrt Rohöl nachfragen würden, habe seit der Jahrtausendwende zu einer spürbaren Verteuerung von Öl und Ölprodukten geführt. Mit dem Ausbruch der europäischen Staatsschuldenkrise und der globalen Konjunkturschwäche sei dieser starke Aufwärtstrend seit dem Frühjahr 2011 gebrochen worden. Die langfristige Preisentwicklung bei Rohöl werde von fundamentalen Faktoren, also dem Zusammenspiel der physischen Nachfrage und des physischen Angebots bestimmt.

Auf der Angebotsseite spiele die OPEC mit ca. 40% der globalen Rohölproduktion eine wesentliche Rolle. Die fundamentalen Einflussfaktoren könnten jedoch immer wieder durch politische Risiken (insbesondere die Lage im Nahen Osten) oder den nicht-physisch orientierten Handel (Spekulation) überlagert werden. Letzterer verursache zum Teil starke Preisschwankungen, sei aber nicht verantwortlich für den grundsätzlich steigenden Preistrend. Im Vergleich zum fundamental gerechtfertigten Ölpreis, der den Berechnungen der Analysten zufolge bei knapp 100 US-Dollar je Barrel anzusiedeln sei, würden die beiden führenden Ölsorten Brent und WTI im Prognosezeitraum aufgrund der enormen Liquidität in den Märkten überbewertet bleiben. (Ausgabe Oktober/November 2013) (10.10.2013/fc/a/m)