RICI Enhanced Zink (TR) ETC: Ein Defizit mit Folgen - ETC-Analyse


07.02.17 13:21
BNP Paribas

Paris (www.fondscheck.de) - Die Analysten der BNP Paribas stellen in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate" einen RICI Enhanced (TR) ETC (ISIN DE000PB8R1Z8/ WKN PB8R1Z) auf Zink vor.

Zink komme in der Erdkruste weit verbreitet vor. Die meisten Minen würden ein Konzentrat mit einem Zinkanteil von über 50 Prozent produzieren. Das reine Metall werde dann in spezialisierten Schmelzanlagen hergestellt. Der größte Produzent sei China. Peru, Indien, Australien und die USA seien die nächstgrößten Förderländer - zusammen würden sie aber weniger als China produzieren. Gleichzeitig sei die Volksrepublik mit Abstand der größte Konsument des Metalls - rund die Hälfte allen Zinks werde im Reich der Mitte verbraucht.

In den vergangenen Jahren seien mehrere große Zinkminen geschlossen worden. Der größte Zinkproduzent der Welt, der Schweizer Konzern Glencore, habe im vergangenen Jahr Minen in Australien und Peru dicht gemacht. Die Produktion sei um 500.000 Tonnen geschrumpft. In Irland habe der britische Bergbaukonzern Vedanta Resources ebenfalls eine Mine geschlossen. Dort seien vorher 300.000 Tonnen Zink pro Jahr gefördert worden.

Zwar steige angesichts der gestiegenen Zinkpreise nun wieder der Anreiz für die Minenproduzenten, ihre Förderung hochzufahren. Doch so schnell gehe das nicht. Ein stillgelegtes Bergwerk lasse sich nicht von heute auf morgen wieder in Betrieb nehmen. Bis die Produktion tatsächlich gesteigert werde, könnten die Zinkpreise also durchaus noch eine Weile Höhenluft schnuppern. Während die Zinknachfrage wachse, werde das Angebot knapper.

"Auf dem Zinkmarkt ist in diesem Jahr mit einem defizitären Angebot zu rechnen", sage Achim Wittmann, Rohstoffanalyst der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Zugleich sehe der Rohstoffanalyst aufgrund der jüngsten extremen Preissprünge nur noch moderates Steigerungspotenzial. Bis zum Jahresende prognostiziere er einen Zinkpreis von 2.800 US-Dollar pro Tonne.

Nach den Daten der International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) sei der Zinkmarkt 2016 in den ersten elf Monaten mit 263.000 Tonnen unterversorgt gewesen. Im gleichen Zeitraum 2015 habe es noch ein Angebotsüberschuss von 176.000 Tonnen gegeben. Für 2017 solle laut der Prognose der ILZSG ein Defizit 248.000 Tonnen entstehen. In den kommenden Jahren könnte sich dieses Defizit aufgrund steigender Nachfrage vor allem aus Asien ausweiten.

Auch der bekannte Fondsmanager Joachim Berlenbach von Earth Resource Investment verweise darauf, dass die Schließung mehrerer Minen wie die Century Mine in Australien und der Lisheen Mine in Irland sowie die Produktionskürzungen von Glencore und Nyrstar die Zinkpreise unterstützt hätten. Er gehe davon aus, dass in den kommenden Jahren ein Zink-Defizit bestehe, das nur bei einem weiter steigenden Preis geschlossen werden könnte. Laut seiner Einschätzung müsste ein Zinkpreis von 3.600 US-Dollar pro Tonne erreicht werden, damit sich überhaupt neue Zinkminen lohnen würden. "Die Zinkpreis-Rally und ein drohendes Marktdefizit haben Spekulationen angeheizt, dass große Produzenten wie Glencore ihre Produktionsausfälle umkehren können", sage Berlenbach und füge hinzu: "Wir glauben jedoch, dass dies in naher Zukunft unwahrscheinlich ist." Sprich, das Defizit werde bestehen bleiben.

Auch wenn Experten davon ausgehen würden, dass mittel- bis langfristig die Nachfrage das Angebot übersteigen werde, der Zinkpreis stehe und falle - wie grundsätzlich alle Industriemetallkurse - mit der weltweiten Konjunkturlage, insbesondere der in China. Starke globale wirtschaftliche Schwankungen würden die Volatilität an den Metallmärkten treiben. Das treffe natürlich auch auf Zink zu. Sollte die Konjunktur also nicht mitspielen, werde auch der Zinkpreis einbrechen. Letztendlich würde sich dadurch aber das Problem des Defizits nicht lösen. Ganz im Gegenteil, bei einem rückläufigen Preis würden weitere Minen schließen, was das Defizit eines Tages nur vergrößern würde. (Ausgabe Februar 2017) (07.02.2017/fc/a/e)





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