Notenbanken weiter auf der Hut


03.02.12 17:08
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - In dieser Woche treffen sich rund um den Globus wieder zahlreiche Notenbanker, um über eine adäquate Geldpolitik zu entscheiden, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Im Fokus dürfte dabei vor allem die Europäische Zentralbank stehen, die am Donnerstag tage. Mit Blick auf die zuletzt zu erkennenden zaghaften Stabilisierungstendenzen erwarte man im Rahmen dieser Sitzung zwar vorerst keine weitere Senkung des Leitzinses. Da die Wachstumsrisiken mit Blick auf die nach wie vor ungelöste Schuldenkrise dennoch deutlich ausgeprägt seien, sollten weitere expansive Zinsanpassungen allerdings nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden.

So habe EZB-Präsident Draghi betont, dass die EZB jederzeit bereit sei, zu agieren - ein möglicher Hinweis darauf, dass das bisherige Rekordtief von 1,0% nicht das Ende der Fahnenstange darstellen müsse. Die Analysten würden deshalb davon ausgehen, dass der Leitzins im laufenden Jahr noch um weitere 50 BP gesenkt werden könnte. Bis dahin dürfte der Fokus der Notenbank weiter darauf liegen, eine Kreditklemme abzuwenden, besonders nachdem der jüngste Bank Lending Survey eine weitere Verschärfung der Kreditvergabestandards aufgezeigt habe.

In Großbritannien dürfte die Bank of England den Leitzins im Februar ebenfalls unangetastet lassen. Zwar habe sich auch hier jüngst eine Stabilisierung der konjunkturellen Rahmenbedingungen abgezeichnet - der PMI habe zuletzt überraschend wieder auf ein leichtes Wachstum des Verarbeitenden Gewerbes hingedeutet - allerdings bleibe die Arbeitslosenquote hoch und das Wirtschaftswachstum zuletzt hinter den Erwartungen zurück, sodass eine geldpolitische Stimulierung der Konjunktur auf der Agenda der Währungshüter bleiben dürfte. Nachdem die Inflation zuletzt deutlich abgeebbt sei, würden die Analysten davon ausgehen, dass das Ankaufprogramm von Staatsanleihen um 75 Mrd. auf 350 Mrd. GBP ausgeweitet werde.

Auch die australische Notenbank dürfte der nachlassenden heimischen Beschäftigung entgegenwirken und den Leitzins um 25 BP auf 4,00% senken. Spielraum dafür bestehe: Die Teuerung habe sich im zweiten Halbjahr 2011 mit 2,6% komfortabel im Bereich des Inflationsziels der RBA von 2% bis 3% befunden. (03.02.2012/ac/a/m)





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