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Multi-Asset-Fonds: Flexibel reagieren


28.04.16 12:00
Euro Advisor Services GmbH

München (www.fondscheck.de) - Multi-Asset-Fonds bieten im aktuellen Umfeld Chancen. Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion des €uro-Advisor-Services-Roundtables in Köln stellen ihre Strategien für das aktuelle Umfeld vor, so die Experten der €uro Advisor Services GmbH.

"Für Privatanleger ist es sehr schwer geworden, eine eigene Strategie umzusetzen. Traditionelle Börsenweisheiten greifen nicht. Multi-Asset-Fonds sind deshalb eine hervorragende Lösung. Die Asset-Allokation übernehmen Profis, die über mehrere Marktzyklen hinweg ein stabiles Ergebnis erzielen können - und zwar nicht nur, wenn die Aktienmärkte steigen", habe Christoph von Scheurl von BNP Paribas IP gesagt. "Ein vorausschauender Ansatz, der mögliche Ereignisrisiken zu antizipieren versucht, ist entscheidend", ergänze Christian Goldsmith von Morgan Stanley Investment Management. "Wir zielen auf ein stabiles Volatilitäts-Profil ab, separat nutzen wir Put-Optionen, um Einkommen zu generieren." Gerade in volatilen Zeiten hätten sich solche Strategien bewährt. So verwundere es nicht, dass Multi-Asset-Fonds zunehmend von Anlegern nachgefragt würden.

"In der Schweiz haben sich Total-Return-Strategien als Alternative zu Hedge-Fonds etabliert. In Deutschland könnte es ähnlich kommen. Denn Investmentfonds mit Long-Short-Strategien haben hierzulande eine höhere Akzeptanz als Hedgefonds und sind Anlegern auch leichter zu vermitteln", so Walter Liebe von Pictet Asset Management. "Um für zusätzliche Diversifikation im Multi-Asset Portfolio zu sorgen, ist auch die Hinzunahme von Absolute Return Produkten sinnvoll", ergänze Daniel Lösche von Schroders. "Insbesondere in Zeiten, in denen sich Aktien und Renten in die gleiche Richtung bewegen, verleiten Absolute Return Strategien dem Portfolio wichtige Stabilität", so Lösche. "Je nach Risikoneigung können Anleger bei uns wählen, wie sie sich positionieren wollen. Als Vermögensverwalter ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, dass die Multi-Asset-Strategie zum jeweiligen Kunden passen muss", so Detlev Kleis von der UBS.

Auf die Frage, wie Fondsmanager der hohen Volatilität begegnen würden, erkläre Christoph von Scheurl von BNP Paribas IP: "Das Sentiment war insbesondere zum Jahresbeginn insgesamt sehr negativ. Da aber einige Fundamentaldaten durchaus positiv geblieben sind, ergeben sich daraus für 2016 auch Chancen". Allerdings spiele die Geldpolitik der Zentralbanken nach wie vor eine wichtige Rolle. Da müsse man rechtzeitig agieren. Für seinen Fonds BNP Paribas L1 Multi-Asset Income sehe von Scheurl deshalb unter anderem im Bereich der Hochzinsanleihen Handlungsbedarf: "Wir rechnen damit, dass die EZB über kurz oder lang auch Unternehmensanleihen aufkaufen wird. Die Spreads sind hier bereits gesunken. Wir weichen in diesem Segment in die USA aus", so Christoph von Scheurl.

"Die Europäische Zentralbank hat bereits viele der Instrumente, die ihr zur Verfügung stehen, eingesetzt", so Christian Goldsmith von Morgan Stanley Investment Management. "Wir glauben, dass Draghi nicht unzufrieden sein wird, wenn die Konsequenzen ein schwacher Euro ist, mit mittelfristig steigender Inflation durch die höheren Importkosten", so Goldsmith.

Einig seien sich die fünf Experten darin, dass die Zentralbanken auch im Jahr 2016 die Geschehnisse an den Börsen maßgeblich beeinflussen würden. Aktien würden attraktiv bleiben, allerdings werde sich der Unterschied zwischen gut laufenden und schlecht laufenden Aktien vergrößern. In diesem Szenario könnten Anleger Stock Picking betreiben und darauf hoffen, sich genau richtig zu positionieren - Short-Long- und Total-Return-Strategien würden in diesem Szenario jedoch erfolgversprechender zu sein erscheinen. (Ausgabe April 2016) (28.04.2016/fc/a/f)