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Moat Investing: Den breiten Markt schlagen - und zwar mit Indexfonds - ETF-Analyse


17.04.18 12:00
VanEck

Frankfurt am Main (www.fondscheck.de) - Mit Indexfonds den Markt schlagen - ein Widerspruch? Mitnichten! Die Tatsache, dass ein Großteil der aktiv gemanagten Fonds langfristig hinter ihrer Benchmark zurückbleiben, bedeutet noch lange nicht, dass Anleger einfach nur dem Markt folgen sollten, um größtmögliche Erträge zu generieren, so Dominik Poiger, CFA, ETF Trader/Portfolio Management bei VanEck.

Denn mit passiven Anlageinstrumenten - beispielsweise in Form von Exchange-Traded-Funds (ETFs), die auf innovativen Indexmodellen basieren würden - könnten Anleger eine respektable Outperformance erzielen. Ein entsprechendes Beispiel finde sich mit dem Morningstar® Wide Moat Focus IndexTM, der 2017 mit einer Gesamtperformance von 24 Prozent den S&P 500 um zwei Prozentpunkte geschlagen habe - und das zum sechsten Mal seit seiner Auflage im Jahr 2007. Damit sei diesem Index gelungen, was laut einer Studie von S&P Dow Jones mehr als 80 Prozent aller aktiven Fondsmanager über einen Zeitraum von fünf Jahren nicht schaffen würden: Den Markt zu schlagen!

Das Erfolgsrezept des Morningstar Wide Moat Focus Index liege im Konzept der nachhaltigen Wettbewerbsvorteile, auch Economic Moats oder wirtschaftliche Burggräben genannt. Gemeint seien damit Wettbewerbsvorteile, die Unternehmen gegenüber der Konkurrenz schützen würden, und das über mindestens 20 Jahre. Die Analysten des Investment-Research-Hauses Morningstar würden in einer mehrstufigen Analyse ein breites Aktienuniversum auf Wettbewerbsvorteile untersuchen. Im Vergleich zum S&P 500 werde nicht nur ein möglichst breites Spiegelbild der US-amerikanischen Wirtschaft geliefert, sondern die rund 40 wettbewerbsstärksten US-amerikanischen Titel selektiert. Der Vorteil: Der Morningstar Wide Moat Focus Index liste somit nicht einfach nur die nach Marktkapitalisierung größten Unternehmen, sondern nur solche, die ein "Wide" Morningstar® Economic MoatTM Rating tragen würden.

Neben diesen Kriterien werde anhand von Prognosen zukünftiger Erträgen ein fairer Wert der Aktie ermittelt und die Differenz zur aktuellen Bewertungslage analysiert. Nur die 40 Titel mit der niedrigsten Differenz, also die im relativen Vergleich am günstig bewerteten Titel, würden es in den Index schaffen. Mit Blick auf die historische Outperformance zeige sich, dass - obwohl Diversifikation unbestritten wichtig für jedes Portfolio sei - es sich für Anleger durchaus lohnen könne, auf selektierte Aktien mit langfristigen Wettbewerbsvorteilen zu setzen, anstelle einfach nur dem breiten Markt zu folgen. Das setze allerdings den richtigen und vor allem strukturierten Investmentansatz voraus!

Diese grundliegend unterschiedlichen Rezepte, nach dem die Indexkomponenten zusammengerührt würden, resultiere in einer Sektorengewichtung, die stark vom S&P 500 abweiche. So mache der Gesundheitssektor im Morningstar Wide Moat Focus Index etwa ein Drittel (circa 33 Prozent) des Gesamtvolumens aus, während er im S&P 500 lediglich nur rund 15 Prozent gewichtet sei. Und während beispielsweise zyklische Konsumgüter im Morningstar-Index etwa ein Fünftel (22 Prozent) des Indexvolumens ausmachen würden, betrage ihr Anteil im S&P 500 lediglich 11 Prozent. Gerade diese Sektoren hätten 2017 zu den Haupt-Performancetreibern des Moat-Universums gezählt. So seien zyklische Konsumgüter etwa zu einem Drittel und der Gesundheitssektor zu etwa 16 Prozent für die Gesamtperformance des Indices verantwortlich gewesen. Mit etwa einem Fünftel habe auch der Finanzsektor eine wesentliche Rolle für den Erfolg den Morningstar Wide Moat Index gespielt, allerdings sei er im Vergleich zum S&P 500 leicht unterrepräsentiert.

Ebenfalls unterrepräsentiert im Vergleich zum Gesamtmarkt seien Sektoren wie Technologie (-13 Prozent), Energie (-6 Prozent) oder defensive Konsumgüter (-7 Prozent). Das Erstaunliche: Obwohl deutlich weniger Technologietitel im Morningstar Wide Moat Focus Index vertreten seien, habe ihre kumulierte Jahresperformance mit 51 Prozent im Plus rund 14 Prozentpunkte über derer der Technologietitel im S&P 500 gelegen. Ein Zeichen dafür, dass es sich für Anleger lohnen könne, einem innovativen Index anstatt einfach nur dem Markt zu folgen.

Ein ähnliches Bild habe sich 2017 für den Immobiliensektor ergeben, der im Morningstar Wide Moat Index aktuell lediglich durch die beiden Immobilienunternehmen CBRE Group Inc. und Jones Lang LaSalle Inc. repräsentiert werde. Während der Immobiliensektor im Moat-Index ein Plus von 40 Prozent erzielt habe, seien die rund 30 Immobilien-Titel im S&P gerade einmal auf sieben Prozent gekommen.

Die Analyse des Morningstar® Wide Moat Focus IndexTM im Vergleich zum S&P 500 offenbare: Während Indexmodelle, die einen möglichst großen Teil des Marktes abbilden würden, sich positiv auf den Diversifikationsgrad eines Aktienportfolios auswirken würden, könne genau dies zulasten der Performance gehen. Denn wer auf einen möglichst breiten Aktienindex setze, dessen einziges Aufnahmekriterium Marktkapitalisierung laute, investiere zwangsläufig auch in Unternehmen, die zwar groß seien und im aktuellen Umfeld gut dar stünden, womöglich aber wenig zukünftiges Potenzial besitzen würden oder schlichtweg überteuert seien. Um den breiten Markt zu schlagen, könne es für Anleger daher sinnvoller sein, auf ein selektiertes Portfolio mit Qualitätsunternehmen zu setzen, die vergleichsweise günstig bewertet seien.

Mit einem passiv gemanagten Investmentprodukt auf dem Morningstar® Wide Moat Focus IndexTM könnten Anleger dabei vom gebündelten Know-how von weltweit mehr als 100 Research-Analysten von Morningstar profitieren. (17.04.2018/fc/a/e)