Max Otte Vermögensbildungsfonds: Vermögensaufbau ohne Sicherheitsnetz - Fondsanalyse


12.11.14 09:12
FundResearch

München (www.fondscheck.de) - Wer Vermögen aufbauen möchte, hat in der Regel einen Anlagehorizont von deutlich mehr als zehn Jahren, so Harald Braml von der FondsConsult Research AG.

Dafür prädestiniert seien Value-Titel, die ihr - teilweise sehr hohes - Potenzial gerade über einen langen Zeitraum ausspielen könnten. Der Max Otte Vermögensbildungsfonds verspreche nicht zuletzt durch die Namensgebung genau diese Ansprüche erfüllen zu können. Aber wie schlage sich der noch recht junge Fonds? Und biete er auch das, was sein Name verspreche?

Der Max Otte Vermögensbildungsfonds sei am 01.07.2013 aufgelegt worden und verfüge zum 31.10.2014 über ein Volumen von ca. 89 Mio. EUR. Bei der Allokation halte sich das Fondsmanagement alle Optionen offen: Es könne jeweils zwischen 0 und 100% in Aktien, Renten oder Kasse investiert werden. Auch Derivate seien nicht ausgeschlossen. Auf der Aktienseite liege der Fokus größtenteils auf Value-Titeln mit einem äußerst niedrigen Preis/Buch-Verhältnis.

Die vergangenen Wochen seien die turbulentesten gewesen, die der Fonds in seiner noch jungen Historie zu durchschreiten gehabt habe.

Im Betrachtungszeitraum habe der Fonds einen Rückgang um 7,4% verkraften müssen. Im Vergleich dazu habe der MSCI World um 8% zulegen können. Beim Blick auf den Chart lasse sich feststellen, dass der Fonds an der Markterholung ab Mitte Oktober nicht habe partizipieren können und den Verlust eingeloggt habe. Ein Blick in das Portfolio verrate auch warum: So würden die Goldminen Barrick Gold und Kinross zu den größeren Positionen gehören. Auch andere Rohstoffminen würden sich im Portfolio befinden. Der Fonds sei ebenfalls in den Emerging Markets engagiert.

Zu den weniger erfolgreichen Investments in diesem Jahre gehöre in jedem Fall Russland. Dort hätten Titel wie Gazprom oder Sberbank schwach abgeschnitten. Weiterhin sei die Allokation von Banken aus den Peripherieländern auffällig. Zu den Titeln würden Banco Espirito Santo (insolvent), Banco Monte dei Paschi di Siena (höchster Kapitalbedarf laut EZB-Stresstest), Eurobank Ergasias (griechische Bank) und noch eine ganze Handvoll mehr solcher Namen gehören. All diese Titel würden ein außergewöhnlich niedriges Preis/Buch-Verhältnis aufweisen.

Wenn man sich diese Titel jedoch vor dem aktuellen wirtschaftlichen und politischen Hintergrund ansehe, möge man möglicherweise zu dem Schluss kommen, dass die Bewertungen durchaus gerechtfertigt seien und es sich eben nicht um Value, sondern "Value Traps" handele. Ein Unterschied, der nicht immer klar zu erkennen sei.

So düster dieses Bild nun erscheinen möge, lohne sich ein Blick auf die lange Frist. Der PI Global Value, welcher ebenfalls nach der Max-Otte-Königsanalyse gemanagt werde (Portfolioüberschneidung mit dem Otte-Fonds Ende September: 69%), verfüge über einen Track Record, der bis ins Jahr 2008 zurückreiche.

Der eigentlich größte Unterschied zwischen den beiden Fonds sei wohl der Name. Den Begriff "Vermögensbildung" würden wohl viele Anleger mit stetigen Erträgen und temporär moderaten Verlusten verbinden. Beim Otte Vermögensbildungsfonds habe man es aber unter Umständen mit einer hohen Volatilität und schmerzhaften Drawdowns zu tun.

Klar sei, wer einen sehr langen Anlagehorizont aufweise und die zwischenzeitlichen Drawdowns verkraften könne, der habe mit Value Fonds die Möglichkeit, langfristig attraktive Renditen zu erwirtschaften. Es bleibe nur zu hoffen, dass auch beim Otte Vermögensbildungsfonds Chancen und Risiken noch im Einklang miteinander stünden und keine "Value Trap" vorliege. (Ausgabe vom 11.11.2014) (12.11.2014/fc/a/f)





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