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Marktausblick 2016: Europäische Aktien noch mit Aufwärtspotenzial


02.12.15 11:08
LARANSA PWM GmbH

Berlin (www.fondscheck.de) - Traditionell zum Jahreswechsel richtet sich der Blick der Anleger auf die Frage, wie sich die Märkte in 2016 entwickeln werden, so Björn Siegismund, Chief Investment Officer der LARANSA PWM GmbH.

Passend dazu würden die Banken Indexstandprognosen zum Jahresende veröffentlichen. In den Augen der Experten sei es ratsam anzuerkennen, dass niemand die Zukunft vorhersagen könne, schon gar nicht so punktgenau, wie es suggeriert werde. Daher sei für die Experten viel wichtiger, sich mit den aktuellen Rahmenbedingungen zu beschäftigen und eine Evaluierung der Anlagepreise vorzunehmen. Was sagen uns diese über Anlagechancen und Risiken? Welche fundamentalen Einflüsse sind unterstützend, welche sorgen für Gegenwind, fragen sich die Experten der LARANSA PWM GmbH. Auf Basis dieser Überlegungen könnten die Experten eine geeignete Anlagestrategie entwickeln, auch ohne die Zukunft zu kennen.

Mit Blick auf die Welt sehe man zunehmend ein geteiltes Bild der wirtschaftlichen Entwicklung. Auf der einen Seite stünden die Schwellenländer, die unter einer Abkühlung leiden würden. Ein starker US-Dollar, fallende Rohstoffpreise sowie steigende Haushaltsdefizite seien meist die Gründe dafür. Auch China als wirtschaftlicher Elefant der Schwellenländer sei von einem verlangsamten Wachstum betroffen. In der Folge hätten verunsicherte Investoren ihre Anlagen in Rekordhöhe verkauft. Neben Rohstoffen wie Öl, Gold und Kupfer seien es vor allem die Aktienmärkte der Schwellenländer, die in der Gunst der Anleger derzeit ganz weit unten stünden. Das bedeute aber auch, dass bereits ein sehr pessimistisches Bild in den Kursen eingepreist sei und sich hier Opportunitäten für geduldige Anleger eröffnen würden.

Auf der anderen Seite stehe vor allem die USA mit ihrem andauernden soliden Wirtschaftswachstum. Die Daten des Arbeitsmarktes würden eine stetige wirtschaftliche Verbesserung signalisieren, so dass die Zentralbank wohl noch im Dezember 2015 die Zinsen erhöhen werde. Aber auch in Europa und Japan gebe es valide Anzeichen, dass die wirtschaftliche Entwicklung zunehmend auf breiteren Füßen stehe. Beispiele seien die rückläufige Arbeitslosenquote und ein besserer Zugang der Unternehmen zu Krediten.

Die Dispersion der wirtschaftlich unterschiedlichen Entwicklungen werde in der globalisierten Welt zu Anpassungen führen. Fundamentale Risiken, beispielsweise aus einigen Schwellenländern, würden aus Sicht der Experten nur begrenzte Auswirkungen auf die Nachfrage in den Industrieländern haben. Die Chance bestehe, dass diese Länder gezwungen seien, notwendige Reformen einzuleiten. In der Vergangenheit seien allerdings solche Anpassungen für die betroffenen Länder meist nicht ohne Friktionen bei entsprechenden Marktvolatilitäten abgelaufen.

Die Verunsicherung durch die Finanzkrise 2008/2009 sei bei den Anlegern immer noch groß. Scheinbar würden sie dem Braten nicht trauen, dass man seit einigen Jahren ein schwaches, aber stetiges Wachstum erlebe. Und das nicht zu Unrecht. Die Systemstabilität habe seit der Finanzkrise aus Sicht der Experten eher abgenommen. Die längere Phase geringem Wirtschaftswachstum, die als säkulare Stagnation bezeichnet werde, suggeriere ein weiterhin stetiges Wachstum. Aus unserer Sicht befinden wir uns eher in einem Kredit-Superzyklus, der nicht unendlich fortgeführt werden kann, so die Experten der LARANSA PWM GmbH. So sei es nicht verwunderlich, dass selbst kleine Überraschungen auf der geldpolitischen Seite signifikante Kursbewegungen bei den nervösen Anlegern auslösen würden. Die Experten der LARANSA PWM GmbH glauben, dass diese Volatilität uns auch in 2016 an den Märkten begleiten wird. Ein Ende des Kredit-Superzyklus sähen die Experten im kommenden Jahr allerdings noch nicht kommen.

Die großen Zentralbanken würden das globale Wirtschaftssystem weiterhin mit ausreichend Liquidität versorgen. Auch wenn die US-FED auf eine erste vorsichtige Zinserhöhung ziele, so würden EZB, Bank of Japan und People's Bank of China für zusätzliche Wachstumsstimuli sorgen. Und die sinkenden Rohstoffpreise, allen voran das Öl, würden wie ein riesiges Steuersenkungsprogramm bei den Konsumenten wirken. Die Kombination beider Effekte dürfte ihre Wirkung in 2016 entfalten. Global sehe man daher mehr Rückenwind für die Wirtschaft, als Gegenwind. Trotzdem bleibe es für die US-FED eine schwierige Aufgabe, einen erfolgreichen Ausstieg aus der jahrelangen Niedrigzinspolitik zu vollziehen. Die FED-Politik werde so zum Lackmustest für alle großen Zentralbanken.

Scheitere sie, habe das andauernde Niedrigstzinsen mit allen negativen Folgen für Sparer weltweit bedeutet.

Unsere positive globale Wachstumsperspektive spielt der Aktie als Anlageklasse in die Karten, so die Experten der LARANSA PWM GmbH. Von der Bewertungsseite seien die meisten Aktienmärkte jedoch eher teuer. Mit einem um den Konjunkturzyklus bereinigtes Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) um 25 liege der US- und japanische Markt am oberen Ende der historisch beobachtbaren Bewertungen. Die europäischen Märkte seien mit KGVs zwischen 12 und 18 dagegen fair bewertet. Historischen hätten langfristig die Märkte die höchsten Renditen geliefert, deren KGVs unter 10 notiert hätten. In einigen Schwellenländern sei das aktuell der Fall.

Die Attraktivität von Aktien werde vor allem im relativen Vergleich mit Anleihen deutlich. Eine Risikoprämie existiere, weil Anleihen teuer und nicht weil Aktien günstig seien. In solch einem Umfeld sei aus Sicht der Experten eine behutsame taktische Übergewichtung von Aktien zielführend. Im Gegensatz sähen sie bei europäischen Staatsanleihen derzeit keinen Wert und würden in diesem Bereich angesichts des Risikos steigender Zinsen weitestgehend Allokationen in diesem Segment vermeiden.

Das Jahr 2015 hat uns gezeigt, wie schnell Schlagzeilen die Märkte beherrschen und ebenso schnell in den Hintergrund geraten. Die Ukrainekrise, Grexit, Konjunktursorgen in China, US-Zinsentscheid, Terror - all diese Themen sind nicht gelöst und können uns auch in 2016 wieder begegnen, so die Experten der LARANSA PWM GmbH. Es könnten aber auch Themen wie der US-Präsidentschaftswahlkampf, Schwellenländerkrise oder ganz andere Ereignisse sein, welche die Nerven der Anleger auf eine harte Probe stellen würden. Die Experten seien davon überzeugt, dass eine solide fundamentale Analyse der sich bietenden Anlagechancen und Risiken in Kombination mit einer intelligent diversifizierten Anlagestrategie der beste Weg sei, um für Überraschungen gewappnet zu sein. Traditionelle Mischfondsansätze mit ihren fixen Anleihequoten, die in den vergangenen Jahren gute Ergebnisse geliefert haben, gehören nicht mehr zu unseren Bausteinen, so die Experten der LARANSA PWM GmbH. Deren Schwachpunkte seien in 2015 zu Tage getreten.

Die Experten hätten bei der Vermögensallokation auf alternative Anlageklassen gesetzt, die weiterhin lukrative Renditechancen bieten würden und zusätzlich weniger abhängig von den Kursschwankungen der traditionellen Anlageklassen seien. Sachwertbeteiligungen, Private Equity und auch Absolute Return Produkte seien Beispiele für solche Anlagealternativen. Diese seien zwar meist komplexer, als klassische Anlagen. Die Experten der LARANSA PWM GmbH sind jedoch fest überzeugt, dass sich der Mehraufwand für eine umfassende Analyse gerade im aktuellen Anlageumfeld am Ende bezahlt macht. (02.12.2015/fc/a/m)