Magna New Frontiers Fund: Stabile Entwicklung im Juli - Fondsanalyse


22.08.18 14:00
Fiera Capital

London (www.fondscheck.de) - Wie sich die Frontier Märkte im Kalendermonat Juli sowie ganz konkret auch das Portfolio von Fondsmanager Stefan Böttcher entwickelten, welche Ereignisse auf Einzeltitelebene im Fokus standen und warum man sich bei einer Rückkehr des Marktfokus auf Fundamentaldaten sehr gut positioniert fühlt, erklärt Stefan Böttcher, Fondsmanager des Magna New Frontiers Fund (ISIN IE00B68FF474 / WKN A1H7JG, R EUR; ISIN IE00B65LCL41 / WKN A1H7JK, N EUR) bei Fiera Capital in einem aktuellen Marktkommentar.

Im Juli habe der Magna New Frontiers Fund ein Plus von 1,5% (vor Gebühren) erzielt, was den Verlust seit Jahresanfang auf 3,1% vermindert habe. Der MSCI Frontier Markets Index sei im Vergleich dazu seit Jahresbeginn bisher um 5,2% rückläufig.

Der Monat habe sich in Bezug auf die Performance einzelner Titel als sehr stabil erwiesen. Keine Aktie sei für Bewegungen von mehr als etwa 30 Basispunkten nach oben bzw. unten verantwortlich gewesen. Positiv sei gewesen, dass es bei zwei der größeren Beteiligungen im Portfolio zu Fortschritten gekommen sei: Emirates NBD habe äußerst starke Ergebnisse bekannt gegeben, und der Überhang bei HumanSoft-Aktien sei durch eine Platzierung abgebaut worden.

HumanSoft, das größte kuwaitische Hochschulbildungsunternehmen, habe im Juli nach der erfolgreichen Platzierung eines 17%igen Anteils wieder stark angezogen. Die Platzierung sei ursprünglich zum Ende letzten Jahres angesetzt worden, wobei dann aber lediglich 2% des Unternehmens verkauft worden seien, und der verbleibende Überhang habe entsprechend den Aktienkurs belastet. Die Experten hätten die Gelegenheit genutzt, dass die Transaktion zu einem Abschlag zum Marktpreis durchgeführt worden sei und ihren Anteil auf 9,6% erhöht, womit HumanSoft jetzt eine der zwei größten Beteiligungen im Portfolio sei. Der gegenwärtige Aktienkurs deute für die nächsten fünf Jahre nicht auf Wachstum hin, wohingegen die Experten ein Umsatzwachstum von 13% pro Jahr für den Zeitraum 2017-22 prognostizieren würden.

Die Prognose der Experten fuße auf um 6% pro Jahr steigenden Studentenzahlen aufgrund neuer Studiengänge in Fachbereichen wie Krankenpflege, Technik und Architektur, plus 6% mehr Durchschnittsgebührstudenten für den gleichen Zeitraum aufgrund steigender Studiengebühren und wegen mehr Technikstudenten, deren Gebühren höher seien. HumanSoft werde zu einem 2018er KGV von 14,0x und einem Unternehmenswert/EBITDA-Multiplikator von 11,5x gehandelt, im Vergleich zu ähnlichen Unternehmen aus Emerging und Frontier Markets, die jeweils zu 29,6x bzw. 17,4x gehandelt würden, und das obwohl es sich durch überdurchschnittliche Renditen und Wachstum auszeichne. Angesichts des stabilen und gut prognostizierbaren Geschäftsmodells, würden die Experten weiterhin davon ausgehen, dass die Aktie neu bewertet werde.

Eine weitere große Beteiligung im Portfolio, Emirates NBD, die Bank aus den VAE mit einer Marktkapitalisierung von 16 Mrd. US-Dollar, habe im Juli aufgrund eines starken zweiten Quartalsergebnisses sehr gut abgeschnitten. Da die Währung der VAE und daher auch die Zinsen an den US-Dollar gekoppelt seien, sei Emirates NBD einer der größten Nutznießer von allen EM-Banken, wenn die US-Zinsen steigen würden. Die Erträge für das zweite Quartal seien im Jahresvergleich um 30% gestiegen und die Vorausschau für den Rest des Jahres gehe von einer deutlichen Erhöhung der Margen aus.

Der große Katalysator für eine Neubewertung des Titels werde die Erhöhung des gegenwärtig sehr geringen Ausländerbesitzlimits sein, die die Experten gegen Ende dieses Jahres erwarten würden. Marktschätzungen würden von potenziell passiven Zuflüssen zum Titel aufgrund der Indexaufnahme von bis zu 600 Mio. US-Dollar ausgehen. Während die Experten auf dieses Event warten würden, würden sie eine sehr gute Bank im Portfolio halten, die zu 0,9x vom Buchwert 2018 gehandelt werde mit 17,5% Eigenkapitalrendite und einem 70%igen Abschlag zu vergleichbaren Unternehmen.

Negativ sei im Juli dagegen gewesen, dass die vietnamesische Verbraucherbank VPBank ein enttäuschendes Ergebnis für das zweite Quartal sowohl beim Kreditwachstum als auch bei den Risikokosten bekannt gegeben habe, was den Aktienkurs um 7% habe einknicken lassen. Dass die Zahlen für das erste Quartal schwach ausgefallen seien, sei aufgrund der langen Ferien verständlich gewesen, dass sich der Trend aber im zweiten Quartal fortsetze, scheine daraus jetzt Normalität werden zu lassen. Das Wachstum sei zwar immer noch sehr stark, und die Experten würden in dem Sektor auch ein riesiges langfristiges Potenzial sehen, seien aber der Ansicht, dass sich in diesem Bereich Chancen mit klareren Aussichten bieten würden und hätten daher ihre Beteiligung zurechtgestutzt.

Von National Medical Care, dem saudischen Privatkrankenhauskonzern, sei im Juli ein Negativbeitrag gekommen. Über das letzte Jahr sei der Titel aber stark gestiegen, und die Experten würden auch keine fundamentalen Gründe sehen, warum der Aktienkurs eingeknickt sei. Es gebe zwei langfristige positive Katalysatoren für den privaten Gesundheitssektor in Saudi-Arabien: Zum Einen die Ausdehnung der Pflichtversicherung für saudische Staatsbürger, und zweitens die Privatisierung staatlicher Gesundheitseinrichtungen. Care sei gut positioniert, um aus beiden Trends einen Nutzen zu ziehen.

Die Experten würden unter der neuen Geschäftsführung bereits einen klaren Turnaround sehen, der sich jetzt schon in einer um 260 Basispunkte besseren Marge 2017 zeige und um 870 Basispunkte besser im ersten Quartal 2018. Die Experten würden unter dem neuen Managementteam ein nachhaltiges Aufwärtspotenzial für die Margen sehen, da auf Kosteneinsparungen beim Personal, bei den Verbrauchsgütern und auf bessere Versicherungskonditionen abgezielt werde. Nach Einschätzung der Experten müsste die kumulierte jährliche Wachstumsrate beim Gewinn pro Aktie (EPS CAGR) in den nächsten drei Jahren bei 25% liegen, und die Experten würden weiteres deutliches Aufwärtspotenzial aus dem Joint-Venture mit NMC Healthcare, dem Krankenhausbetreiber aus den VAE sehen, in den sie bereits seit vielen Jahren investieren würden.

Die Ahli United Bank, also die an der Börse in Bahrain notierte Bank, habe im Juli einen Negativbeitrag geleistet. Lediglich 18% der Geschäfte der Bank würden sich auf Bahrain beziehen, das Gros der Geschäftstätigkeit befinde sich in Kuwait und anderen Golfkooperationsratsländern. Die Bank werde bisher keinen Analysten gecovert und werde zu einem Abschlag von über 40% zum kuwaitischen Banksektor gehandelt. Das Ergebnis des zweiten Quartals 2018 sei sehr gut mit einem Plus von 8,4% bei den Einlagen seit Jahresbeginn und einem im Jahresvergleich um fast 13% gestiegenen Nettozinsertrag im ersten Halbjahr aufgrund höherer Nettozinsmargen gewesen. Der Nettoertrag sei im Jahresvergleich um 15,5% geklettert.

Aufgrund des großen Engagements der Bank in Kuwait habe der Indexanbieter FTSE die Länderklassifizierung des Titels auf Kuwait umgestellt, was ihn jetzt mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken müsste. Die Experten seien zuversichtlich, dass es sich hier um eine ganz grundsätzlich starke Position handele und dass es sowohl interne als auch externe Katalysatoren gebe, die eine Neubewertung der Aktie herbeiführen müssten.

Die Investmentstrategie der Experten sei in den letzten paar Monaten negativ von politischen (Pakistan) und wirtschaftlichen (Argentinien) Entwicklungen beeinflusst worden sowie von Verkaufstendenzen aus technischen Gründen in Vietnam. Die Lage in Pakistan und Argentinien hänge von jeweils zwei möglichen politischen Ausgängen ab, und die Experten hätten diese Märkte im Wesentlichen verlassen und würden erst dann zurückkehren, wenn die Reformprozesse wieder klarer seien und für die Märkte wieder ein fundamentaler Investmentfokus möglich sei. In Vietnam hätten die Experten die Gelegenheit genutzt und ihre Position ausgebaut.

Die Experten seien auch derzeit nicht weniger vom Value des Portfolios überzeugt, als sie es in der Vergangenheit gewesen seien. Historisch betrachtet habe die Strategie der Experten immer dann am besten abgeschnitten, wenn Marktstabilität gegeben gewesen sei und sich der Markt auf Fundamentalwerte habe konzentrieren können, und die Experten seien davon überzeugt, dasssie für die Rückkehr eines derartigen Umfelds sehr gut positioniert seien. (Ausgabe vom 20.08.2018) (22.08.2018/fc/a/f)





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