Magna MENA Fund: Interesse der Anleger an MENA-Region geweckt - Fondsanalyse


27.04.18 14:00
Fiera Capital

London (www.fondscheck.de) - Nach zwei Jahren unterdurchschnittlicher Entwicklung zieht die aktuelle Performance der MENA-Region das Interesse der Anleger auf sich, so die Experten von Fiera Capital.

Die Gründe dafür habe Stefan Böttcher, Fondsmanager des Magna MENA Fund, in diesem Update zusammengefasst.

Im März habe der Fonds eine Bruttorendite von 3,9% erzielt, leicht über dem Plus, das der S&P Pan Arab Index geschafft habe. Dieses Jahr sei der Fonds bisher um 11,0% gestiegen im Vergleich zu den 5,2% des Index. Die starke jüngste Performance der MENA-Region nach zwei Jahren einer relativ unterdurchschnittlichen Entwicklung ziehe jetzt das Interesse der Anleger auf sich, und der Fonds erlebe den Beginn erstaunlicher Mittelzuflüsse.

Die größte Marktneuigkeit sei gewesen, dass Saudi-Arabien von FTSE mit Wirksamkeit ab März 2019 als sekundärer Emerging Market klassifiziert worden sei. Es werde erwartet, dass die Gewichtung Saudi-Arabiens im FTSE Emerging Index bei etwa 2,7% liegen werde, was für passive Zuflüsse im Umfang von 3 Mrd. US-Dollar sorgen könnte. Wichtig hier, dass es sich um den ersten einer Reihe von Schritten innerhalb eines Prozesses handele, zu dem auch das Hochstufen durch MSCI im Juni dieses Jahres gehören könnte, was zu signifikanten Mittelzuflüssen führen müsste. Insgesamt könnten sowohl an passiven als auch aktiven Zuflüssen leicht über 10 Mrd. US-Dollar zusammenkommen.

Im letzten Quartalsverlauf habe die Experten die saudische Reformdynamik immer mehr überzeugt, und der Fonds habe jetzt eine Gewichtung (ohne Cash) von deutlich über 50% auf dem saudischen Markt. Saudi-Arabien befinde sich gerade in einer Phase einer riesigen Umwälzung. Um das Ausmaß der Veränderungen zu verstehen, müsse man mehr als ein Jahrzehnt zurückblicken, als es nur eingeschränkte Möglichkeiten für nicht ansässige Investoren gegeben habe, in den Markt zu investieren. Das habe sich 2008 geändert, als es dann allen Ausländern gestattet worden sei, in Saudi-Arabien mittels Total-Return-Swap-Produkten zu investieren. Zu einem weiteren Durchbruch sei es dann 2015 gekommen, als ausländische Anleger durch die QFI-Reformen für qualifizierte ausländische Investoren die Möglichkeit bekommen hätten, im Rahmen gewisser Schwellenwerte saudische Aktien zu erstehen.

Der saudische Markt sei weiterhin stark auf Binnenanleger ausgerichtet. Örtliche Institutionen und Privatanleger seien für etwa 95% des Gesamtumsatzes an der Tadawul-Börse verantwortlich, und die verbleibenden 5% würden sich zum gleichen Anteil zwischen nicht-heimischen Swap-Anlegern und internationalen QFI-Investoren aufteilen, im Vergleich dazu liege der durchschnittliche ausländische Aktienbesitz in Emerging Markets bei 50%. Der tägliche Börsenumsatz betrage in etwa 655 Mio. US-Dollar, was dem Niveau der Türkei entspreche.

In Saudi-Arabien sei der Fonds am stärksten im Bankensektor engagiert, der eine der höchsten Gesamtkapitalrenditen der Emerging Markets aufweise. Zurückzuführen sei das auf niedrige Steuern, geringe Kosten und geringe Rückstellungen. Der Sektor habe außerdem eine niedrige Verschuldungsquote, was bedeute, dass die Banken beträchtlich mehr Kredite vergeben könnten, ohne sich dafür frisches Kapital besorgen zu müssen. Vor allem Kredite an Privathaushalte und -personen gebe es nur in sehr geringfügigem Ausmaß, was bei der Umsetzung der Reformen hin zu einer Nicht-Öl-Volkswirtschaft viel Wachstumsspielraum biete. Dazu komme, dass die saudischen Leitzinsen an die US-Zinsen gekoppelt seien, und da saudische Banken eine Mischung aus Unternehmensanleihen und zinsfreien Einlagen halten würden, würden sie global zu den mit am besten positionierten Banken gehören, um von den US-Zinserhöhungen zu profitieren.

eXtra, der größte Elektronik- und Weißwareneinzelhändler in Saudi-Arabien, der einen Marktanteil von 14% halte, habe sich im März als starker Performer erwiesen. Der Großteil des übrigen Sektors bestehe aus Familienbetrieben mit jeweils einem Ladenbetrieb. Die Saudisierung des Arbeitsmarktes habe zu deutlich höheren Lohnkosten geführt, was viele der unabhängigen Elektrohändler aus dem Geschäft dränge. eXtra sei groß genug, um diese höheren Kosten zu verkraften und gewinne Marktanteil, was eine Umsatzsteigerung von 30% in einem stagnierenden Sektor verdeutliche. Das wirke den Negativkonsequenzen entgegen, mit denen sich der Sektor aufgrund geringerer Einkommen wegen Subventionsabbau, niedrigeren Gehältern im öffentlichen Dienst, Kürzungen bei den Sozialversicherungsleistungen und dem Abwandern ausländischer Arbeitskräfte herumschlagen müsse.

Emirates NDB, die jetzt größte Beteiligung im Portfolio mit einer Gewichtung von 9,1%, sei im März um 20% geklettert. Es handele sich bei ihr um die größte Bank in Nahost und sie sei auch eine der günstigsten, da das Limit für ausländischen Aktienbesitz sehr niedrig gesteckt sei, was dazu geführt habe, dass der Titel nicht vom Hochstufen der VAE auf Emerging-Market-Status 2014 habe profitieren können und den daraus resultierenden passiven und aktiven Mittelzuflüssen, da ja keine Zugehörigkeit zu den wichtigen Indices existiere, einschließlich beim MSCI Emerging Markets Index. Am 27. März hätten die Aktionäre von Emirates NBD die Erhöhung des Grenzwertes für ausländischen Aktienbesitz von 5% auf 20% verabschiedet, um Kapital für eine Akquisition in der Türkei zu beschaffen. Im Resultat werde der Titel dieses Jahr wahrscheinlich sowohl in den MSCI Index als auch den FTSE Index aufgenommen. Der Ausländerbesitzanteil der Bank habe zum Zeitpunkt dieser Ankündigung bei lediglich 2,5% im Vergleich zu 10% bei ähnlichen Instituten gelegen.

Die Experten würden schätzen, dass innerhalb des nächsten Jahres etwa 1 Mrd. US-Dollar der Aktie zufließen würden. Selbst nach dem Kursanstieg von 20% werde die Aktie zu einem Kurs/Buchwert von 1,1x für 2018 gehandelt bei einer Eigenkapitalrendite von 18% und einem Dividendenertrag von 5%. Die Experten hätten die Position aufgestockt, da sie nach wie vor der Meinung seien, dass die Aktie um über 30% unterbewertet sei, und die Käufe seitens Ausländer könnten erst dann anlaufen, wenn der Grenzwert erhöht sei, was nach Einschätzung der Experten drei Monate dauern müsste.

Es lohne sich auch, darauf hinzuweisen, dass die größten Nahost-Beteiligungen nur sehr geringfügig mit dem Ölpreis korrelieren würden. Dubai fördere praktisch überhaupt kein Öl, lediglich 5% des saudischen Aktienmarktes seien Energieaktien, und der Markt habe historisch betrachtet lediglich eine Korrelation von 0,3 mit dem Ölpreis. Angesichts der ganz klar unterdurchschnittlichen Entwicklung des saudischen Marktes in den letzten zwei Jahren aufgrund geopolitischer Bedenken, sei es wahrscheinlich, dass die Gewichtung Saudi-Arabiens im Portfolio noch weiter zunehmen werde. (Ausgabe vom 24.04.2018) (27.04.2018/fc/a/f)





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