Magna MENA Fund: Engagement in Saudi-Arabien wird weiter zurückgefahren


29.08.19 14:00
Fiera Capital

London (www.fondscheck.de) - Stefan Böttcher, Fondsmanager bei Fiera Capital (ehemals Charlemagne Capital), gibt einen Einblick, wie sich die Aktienmärkte der Mena-Region im Kalendermonat Juli entwickelten und wie der von ihm gemanagte Magna MENA Fund abschneiden konnte, so die Experten von Fiera Capital.

Im Juli habe der Fonds eine Rendite von 5,9% (vor Gebühren), was den Zugewinn für das Jahr bisher auf 23,9% gebracht habe, um 6,9% besser als der S&P Pan Arab Composite Index erwirtschaftet, der ja als Benchmark fungiere.

Der Monat habe sich auf den entsprechenden Märkten zwar insgesamt als stark erwiesen, kennzeichnend für die Performance des Portfolios im Juli seien aber signifikante Ankündigungen zu positiven Unternehmensgeschäftsergebnissen und Fortschritte bei Fusions- und Akquisitionsaktivitäten bei Titeln gewesen, die die Experten halten würden. Es habe keine größeren Umschichtungen im Portfolio gegeben, aber die Experten würden weiterhin ihr Engagement in Saudi-Arabien zurückfahren, da die Mittelzuflüsse nach Aufnahme in Emerging Markets Indices für starken Rückenwind gesorgt hätten, und die letzte größere MSCI-Tranche ja im August fällig sei.

Dieses Jahr hätten die Experten ihr Engagement im Banksektor reduziert, wo sie denken würden, dass in manchen Fällen die Bewertungen etwas übertrieben aussehen würden. Dagegen würden sie immer noch riesiges Potenzial vor allem im Konsum- und Gesundheitssektor sehen, wo die Auswirkungen der Reformen und des neuen konjunkturellen Umfelds jetzt erst so richtig von Unternehmen verstanden würden, die nun auch die Zuversicht hätten, um für weiteres Wachstum Investitionen zu tätigen.

Die Fondsbeteiligung an der Ahli United Bank (AUB) aus Bahrain sei im Juli um 12% geklettert, da die Geschäftsführung des Kuwait Finance House (KFH), der größten Bank Kuwaits, bekannt gegeben habe, dass es bei der Fusion mit/der Übernahme von AUB beachtliche Fortschritte gegeben hätte. Die Konditionen des Aktientausches seien bereits vor einiger Zeit vereinbart worden, und die Transaktion müsste nun in den nächsten paar Wochen zum Abschluss kommen. Zum Zeitpunkt dieser Ankündigung sei AUB mit einem Abschlag von 17% im Vergleich zu den Fusionskonditionen gehandelt worden; nach Ansicht der Experten vor allem wegen der Notierung in Bahrain, ein Markt, der für viele Anleger weniger zugänglich sei als Kuwait. Zum Deal-Abschluss werde der Abschlag gänzlich verschwinden, daher würden die Experten weiteren Auftrieb bei ihrer AUB-Beteiligung erwarten.

Bei Emirates NBD, das im Juli ebenfalls einen signifikanten positiven Beitrag geleistet habe, setze sich die positive Unternehmensstory fort. Zum Ersten habe die Bank ein sehr starkes Geschäftsergebnis für das erste Halbjahr bekannt gegeben, bei dem vor allem das Ausmaß des Gewinns, der vor Kurzem beim Verkauf eines Teils ihrer Beteiligung an Network International im Rahmen eines Börsengangs erzielt worden sei, die Prognosen der meisten Analysten beträchtlich übertroffen habe. Außerdem sei es am 1. August zum Abschluss des Kaufs der Denizbank in der Türkei von der Sberbank gekommen, sodass die Bezugsrechtsemission jetzt durchgezogen werden könne, hoffentlich nach der Erhöhung der Obergrenze für ausländischen Aktienbesitz. In letzter Zeit sei es gehäuft zu Spekulationen in Bezug auf die Erhöhung der Obergrenze beim ausländischen Aktienbesitz gekommen, vor allem in den VAE und in Saudi-Arabien, nachdem es auf dem katarischen Markt deshalb aufgrund von passiven Mittelzuflüssen dadurch zu großen Erfolgen gekommen sei.

Eine der größeren anderen Banken in den VAE, die First Abu Dhabi Bank, befinde sich in der Anfangsphase eines Vorschlages, im Rahmen dessen die Obergrenze beim ausländischen Aktienbesitz ganz abgeschafft werden solle. Emirates NBD beabsichtige gegenwärtig lediglich eine Erhöhung auf 20%. Dies allein müsste dem Titel, dessen Marktkapitalisierung bei 16 Mrd. US-Dollar liege, mindestens 500 Mio. US-Dollar an passiven und aktiven Mittelzuflüssen bringen. Weitere Erhöhungen der Obergrenze bzw. die Abschaffung eines Limits wären von noch signifikanterer positiver Bedeutung. Gegenwärtig werde die Bank nach wie vor zu einem Kurs-Buchwertverhältnis von 1,0x gehandelt, bei einer Eigenkapitalrendite von 12% und einem Dividendenertrag von 5%.

HumanSoft, das kuwaitische Bildungsunternehmen, bei dem es sich um eine der größten Beteiligungen des Fonds handele, habe das Geschäftsergebnis zum zweiten Quartal bekannt gegeben, mit einem im Jahresvergleich um 27% gestiegenen Ertrag, was weit über den Markterwartungen gelegen habe. Ein den Erwartungen entsprechendes Umsatzwachstum von 7%, das zu einem Plus von 27% beim Gewinn führe, mache deutlich, wie es um das Verhältnis Fixkosten vs. variable Kosten beim Unternehmen stehe (dem so genannten 'operational gearing').

HumanSoft bleibe weiterhin viel versprechend: Es biete nachhaltiges Wachstum hinter dem steigende Umsätze aufgrund von höheren Immatrikulationszahlen, Kapazitätserweiterungen und der Einführung neuer Studiengänge stünden. Der Titel werde bei lediglich 12x 2019er KGV gehandelt, mit einem Dividendenertrag von 6%, und werde nach Ansicht der Experten davon profitieren, dass globale Emerging-Markets-Investoren im Anschluss an die Umsetzung des Upgrades von Kuwait in den MSCI Emerging Markets Index nächstes Jahr breiteren Zugang zu kuwaitischen Unternehmen haben würden.

Es sei natürlich klar, dass der globale Investmentausblick weiterhin unsicher bleibe, aber wie eh und je werde der Ansatz der Experten ja nicht durch globale makroökonomische Aspekte oder Handelsaktivitäten geprägt. Der Fokus der Experten liege weiterhin auf der Fundamentalanalyse von Unternehmen und nach einem, relativ betrachtet, schwierigen Jahr 2018, würden sich inzwischen auch wieder erste Vorzüge ihrer Prinzipientreue zeigen. Dazu komme, dass auf relativer Basis es so aussehe, als ob die MENA-Region höchstwahrscheinlich von signifikanten ausländischen Mittelzuflüssen auf die Aktienmärkte profitieren werde, da das Beispiel, das Katar im letzten Jahr vorgegeben habe, auch in anderen Ländern Schule mache, vor allem in den VAE.

Im Juli habe eine der größten Banken in den VAE, die First Abu Dhabi Bank (FAB), angekündigt, dass sie erwäge, die Obergrenze für ausländischen Aktienbesitz ganz abzuschaffen. Die passiven Mittelzuflüsse zur FAB könnten zusammengenommen eine Summe von 1,3 Mrd. US-Dollar erreichen, plus ein Mehrfaches davon, wenn die aktiven Manager nachziehen würden, um entstehende Untergewichtungen auszugleichen.

Die Experten würden denken, dass diese Entwicklung in den VAE in der Entscheidung durch die saudische Kapitalmärkteaufsichtsbehörde CMA, die Obergrenzen für ausländischen Aktienbesitz bei strategischen Stakeholdern zu lockern, ihren Ursprung gehabt habe; das sei wiederum ein Schritt gewesen, der von der im Dezember von der kuwaitischen CMA angekündigten Entscheidung, die letzten noch verbleibenden Aktienbesitzobergrenzen für Ausländer ganz abzuschaffen, motiviert worden sei. Das mache es wahrscheinlicher, dass auch ausländische Besitzobergrenzen in Saudi-Arabien noch weiter gelockert würden.

In einem Szenario, bei dem ausländische Besitzobergrenzen in der gesamten Region ganz abgeschafft würden, sei nach Erwartung der Experten die Gewichtung von MENA im MSCI Emerging Markets Index auf über 7% geklettert, mehr als doppelt so hoch wie die gegenwärtige Gewichtung, was zu Mittelzuflüssen im Umfang von 16 Mrd. US-Dollar allein aus passiven MSCI Emerging Markets Index Trackern führen würde, und dann noch mal bis 3,5x diesen Betrag seitens aktiver Investoren, um eine Gewichtung wie im Benchmark zu erreichen, und noch einmal etwa weitere 8 Mrd. US-Dollar aus FTSE Index-Trackern. Diese Zuflüsse bei anhaltenden positiven Reformen seien ein wichtiger Grund, warum die Experten für diese Region im Vergleich zu anderen Emerging Markets in ihrem globalen Frontier Fonds eine Präferenz hätten. MENA mache dort über 60% ihres derzeitigen Anlageengagements aus. (Ausgabe vom 28.08.2019) (29.08.2019/fc/a/f)





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