Magna Emerging Markets Fund: Brasilianische Titel schöpften am meisten Wert - Fondsanalyse


23.11.18 13:00
Fiera Capital

London (www.fondscheck.de) - Angesichts der dramatischen Reaktion auf das brasilianische Wahlergebnis, überrascht es nicht, dass drei Titel aus gerade diesem Land im Oktober den meisten Wert schöpften, so die Experten von Fiera Capital in einem aktuellen Kommentar zum Magna Emerging Markets Fund.

Für die globalen Aktienmärkte habe sich der Oktober als schlimmster Monat seit Mai 2012 erwiesen, und auch die Vereinigten Staaten seien schlussendlich von der Negativentwicklung berührt worden, die andere Märkte in letzter Zeit geplagt habe. Der Katalysator sei hier wohl der starke Anstieg bei den US-Treasury-Renditen zum Monatsbeginn auf deutlich über 3% gewesen, dem höchsten Stand seit sieben Jahren. Lediglich zwei Märkte hätten stärker notiert - beide Emerging Markets - nämlich Brasilien und Katar. Auch Rohstoffe hätten geschwächelt. Öl sei gefallen, da Russland und Saudi-Arabien einen lockereren Kurs auf der Angebotsseite signalisiert hätten, bevor die USA ihren Druck auf den Iran anziehen würden.

Wie das gewöhnlich bei schwächelnden Märkten so üblich sei, habe der Dollarkurs angezogen, und zwar sowohl gegenüber Währungen aus den hoch entwickelten Ländern als auch aus Emerging Markets, obwohl der Brasilianische Real und die Türkische Lira sich dem allgemeinen Trend widersetzt hätten. Brasilianische Vermögenswerte hätten durch die Wahlen Antrieb erhalten, aus denen ein unternehmensfreundlicher Rechtspopulist als neuer Präsident hervorgegangen sei. In der Türkei habe es sich um einen Fall von "das Gerücht verkaufen und die Tatsache kaufen" gehandelt. Das Wachstum lasse nach und die Inflationswerte seien hoch - 25% und, fürs Erste, weiter steigend - aber die Leistungsbilanz verbessere sich, und erste Analysten würden davon ausgehen, dass die Inflation im ersten Halbjahr 2019 den Höchststand erreichen werde.

Die Welt erwarte zwischenzeitlich die nächste Phase in Trumps Handelskrieg mit China. In Taiwan, Thailand und Malaysia - drei asiatische Volkswirtschaften, die eher mehr vom Handel abhängig seien - seien Verkaufsmanagerindices (PMIs) herausgekommen, die unter den Erwartungen gelegen hätten, was darauf deute, dass die Handelsspannungen sich jetzt auch erstmals konkreter auf die Geschäftsstimmung auswirken würden. Xi Jinping habe zum Ausdruck gebracht, dass er "unerschütterlich" weiterhin den Privatsektor seines Landes unterstützen wolle und an detaillierten Einkommenssteuererleichterungen festhalte, die der Volkswirtschaft zugutekommen sollten. Dies sollte dem Konjunkturwachstum zwar zuträglich sein, könnte die Leistungsbilanz des Landes allerdings zum ersten Mal seit Jahrzehnten ins Defizit kippen.

Angesichts der dramatischen Reaktion auf das brasilianische Wahlergebnis, überrasche es nicht, dass drei Titel aus gerade diesem Land im Oktober den meisten Wert geschöpft hätten. Dabei habe es sich um Lojas Renner, den Textileinzelhändler, Bank Itau und Localiza, die Autovermietung, ein Unternehmen, das die Experten bereits seit vielen Jahren kennen würden, aber erst vor kurzem dazugekauft hätten, gehandelt. Letzteres sei stetig gewachsen, selbst dann, als die Wirtschaft zu kämpfen gehabt habe, und das bei einer an internationalen Standards gemessenen niedrigen Vermietungserschwinglichkeit.

Der nächstbeste Performer sei dann NMC Healthcare gewesen, ein Krankenhausbetreiber im Nahen Osten, an dem die Experten schon lange eine Beteiligung halten würden. Das Unternehmen habe ein hervorragendes Zwischengeschäftsergebnis bekannt gegeben. Außerdem habe es die Umsatzwachstumserwartungen für dieses Jahr von 22% auf 24% nach oben revidiert, mit ähnlichen Wachstumsprognosen auch für das nächste Jahr. Und beim Ertragswachstum werde 2019 ein Plus von 18 bis 20% erwartet.

Eine kuriosere Bewegung diesen Monat habe von Yandex gestammt, dem russischen Internetunternehmen. Die Aktie habe deutlich nach einem Bericht verloren, dass die Sberbank einen signifikanten Anteil erstehen würde, was zu Bedenken geführt habe, dass der Gründer Wolosch aus dem Unternehmen gedrängt werden und das Unternehmen dann unter "Staatskapitalismus"' betrieben werden könnte. Beide Seiten hätten abgestritten, dass ein Deal anstehe, worauf sich der Titel wieder erholt und den Monat dann so etwa wie der Benchmark abgeschlossen habe. Was die politische Lage angehe, hätten die Experten keine Einblicke, würden aber feststellen, dass der Wert eines Unternehmens wie Yandex in seinen Mitarbeiter und seinem geistigen Kapital zu finden sei. Yandex gehe mit den russischen Gesetzen konform und werde dies wohl auch in der Zukunft tun und sei auf einem Markt, auf dem es mit einem Riesenunternehmen aus den USA konkurriert (Google), ein nationaler Champion.

Zu den belastenden Titeln hätten einige asiatische Konsumaktien gehört. Wuliangye Yibin, ein chinesisches Getränkeunternehmen, habe gute Gewinne für das dritte Quartal 2018 bekannt gegeben sowie bessere Bruttomargen. Die Erwartungen der Investoren seien wohl allerdings zu übertrieben gewesen, und der Markt habe sich dadurch erschrecken lassen, dass der Hauptkonkurrent von Wuliangye fallende Volumen bekannt gegeben habe, was zu Bedenken geführt habe, dass die Nachfrage insgesamt schwächer werde. Matahari, das indonesische Kaufhausunternehmen, habe nach Anschuldigungen gegenüber dem Vorsitzenden der Lippo-Gruppe (dem größten Anteilseigner von Matahari) geschwächelt.

Die Fundamentaldaten des Unternehmens scheinen inzwischen eine Talsohle erreicht zu haben, so die Experten von Fiera Capital. Das Unternehmen habe sich auf die geringere Nachfrage durch Schließung einiger Kaufhäuser eingestellt, werde in der Zukunft aber wahrscheinlich wieder expandieren, und zwar bei leicht stärkerem flächenbereinigten Umsatzwachstum. Ein 2019er KGV von 7x und ein Dividendenertrag von beinahe 10% würden günstig aussehen.

Jede Marktkorrektur habe gewisse Ähnlichkeiten und Unterschiede im Vergleich zu der davor. Dieses Mal, auch wenn die Fundamentalwerte besser seien als bei vielen anderen Baissemärkten (z.B. 1997-98, 2008-9), komme der Handelskonflikt als neuer Störfaktor dazu. Die Citibank stelle fest, dass sich die durchschnittliche EM-Aktienkorrektur seit 1990 auf -22% belaufen habe, was auch dem jüngsten Rückgang entspreche. Die Analysten der Citibank würden darauf hinweisen, dass nach einem typischen Rückgang in den nächsten zwölf Monaten im Schnitt Renditen von 16% erzielt würden, und in 70% der Fälle die Märkte wieder anziehen würden. Den Experten würden diese Wahrscheinlichkeiten gefallen. (23.11.2018/fc/a/f)





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