Magna Eastern European Fund: Osteuropa - beste Monatsperformance seit drei Jahren


27.02.19 12:30
Fiera Capital

London (www.fondscheck.de) - Nach einem ohnehin bereits fulminanten Jahresstart pushte der Richtungswechsel der FED die osteuropäischen Märkte noch weiter, so die Experten von Fiera Capital.

Am meisten hätten laut dem Team des Magna Eastern European Fund von Fiera Capital die Türkei und Russland am meisten profitiert.

Die osteuropäischen Märkte hätten einen fulminanten Jahresbeginn gehabt und im Januar die beste Monats-Performance seit fast drei Jahren verbuchen können. Der Richtungswechsel bei der FED, wo man im Dezember noch von zwei weiteren Zinserhöhungen während 2019 ausgegangen sei, hin zu einer nun abwartenden Position ohne Tendenz, die geldpolitische Zügel anzuziehen, habe alle Risikowerte höher gepusht, und davon seien, wie nicht anders zu erwarten gewesen sei, die Emerging Markets mit die größten Nutznießer gewesen. Und wie das für gewöhnlich unter derartigen Umständen der Fall sei, habe die Türkei mit ihren höheren Beta-Faktoren am meisten von den eher ins Risiko tendierenden Handelsaktivitäten profitiert und sei bei den Kurssteigerungen der Region führend gewesen.

Russland habe sich als nächstes Land angeschlossen und ebenfalls besser als die Region insgesamt abgeschnitten. Es habe von einer Erholung der Ölpreise profitiert: Der Preis für die Sorte Brent Crude sei im Monatsverlauf um mehr als 10% angestiegen und habe den Monat bei über 60 US-Dollar pro Barrel abgeschlossen.

Von den Beteiligungen im Fonds sei die Top-Performance vom türkischen Textileinzelhändler Mavi gekommen, dessen Aktienkurs nach einem schwachen Dezember wieder deutlich nach oben geschnellt sei. Die Experten hätten die Geschäftsführung von Mavi während des Monats bei einer Investorenkonferenz getroffen. Bei dem Treffen seien die bestehenden Ansichten der Experten bestätigt worden, dass der Ertragsbericht zum 4. Quartal bei anhaltender guter Kundenfrequenz und flächenbereinigter Wachstumsdynamik stark ausfallen dürfte.

Dazu hätten die Experten erfahren, dass auch 2019 für das Unternehmen anständig ausfallen müsste, trotz einigen Gegenwinds, den man unter den gegenwärtigen Umständen auch durchaus erwarten könne. Die Geschäftsleitung gehe davon aus, dass das derzeitige zweistellige Wachstum bei den Kundenfrequenzzahlen etwas abflauen werde, erwarte jedoch Rückenwind daher, dass die Kunden importierten Marken den Rücken zukehren und Günstigeres suchen würden. Höhere Beschaffungskosten im ersten Halbjahr dürften die Bruttomargen belasten, allerdings müsste sich das Beschaffungsumfeld dann im zweiten Halbjahr verbessern und Einsparungen bei den Betriebskosten sollten die EBITDA-Margen stabil halten.

Das russische Internetunternehmen Yandex habe diesen Monat ebenfalls zu den Top-Performern gehört und den größten Positivbeitrag zur relativen Performance des Fonds geleistet. Die Aktie sei nach Berichten, dass der chinesische Investor HNA Aktien von Uber zu einem höher als erwarteten Kurs verkauft habe, deutlich angezogen. Uber in Russland gehöre zum Taxi-Arm von Yandex. Auch Moscow Exchange habe ganz ähnlich einen Top-Beitrag geleistet und sei damit nach einem schwachen Dezember wieder stark angezogen. Aus der regelmäßigen Berichterstattung des Unternehmens sei zu ersehen gewesen, dass die Trends bei Volumen und Mix im Großen und Ganzen positiv geblieben seien, während höhere Zinsen und Kundensalden gute Zinserträge erahnen lassen würden. Anfang März gebe das Unternehmen das Geschäftsergebnis für das ganze Jahr bekannt, und die Experten würden dann auch das bereits mit Spannung erwartete Update zum Dividendenvorschlag erwarten, mit dem dann Monate der Ungewissheit ein Ende haben müssten.

Ein deutlicher Nachzügler im Portfolio sei die griechische Alpha Bank gewesen. Das habe zum Teil an politischen Entwicklungen in Griechenland gelegen, wo die an der regierenden Koalition beteiligte Minderheitspartei im Anschluss an das Namensabkommen von Premierminister Tsipras mit Mazedonien aus der Regierung ausgetreten sei. Das kurz darauf stattfindende Vertrauensvotum habe Tsipras zwar überstanden, leite jetzt aber eine Minderheitsregierung, was seine Position ziemlich prekär mache. Auch griechische Banken seien im Monatsverlauf in Mitleidenschaft gezogen worden, nachdem laut Berichten die Europäische Zentralbank von Banken verlangen werde, dass sie zu einem bisher noch nicht verlautbarten Termin volle Rückstellungen für all ihre notleidenden Kredite machen würden. In Griechenland bleibe das Portfolio untergewichtet.

Mit Blick in die Zukunft würden die Experten davon ausgehen, dass vor dem gegenwärtigen Hintergrund, der den Emerging Markets gegenüber freundlich gesinnt sei, die Märkte mit höheren Betafaktoren weiterhin gut abschneiden würden. Türkische Titel müssten weiterhin im Rampenlicht stehen, da es einerseits positiven Rückenwind gebe, aber andererseits der politische Lärm vor den Kommunalwahlen im März wieder zunehme. Die Inflation lasse nach, und die geldpolitische Zügel bleibe weiterhin straff. Auch russische Aktien dürften weiterhin gut abschneiden, da sie vom besseren Preisumfeld für Rohstoffe profitieren würden. Mitteleuropa dürfte aber weiterhin eine Schwachstelle der Region bleiben, wo sich die nachlassende europäische Konjunktur spürbar machen könnte und erwartete Zinssteigerungen noch nicht in die Ertragsprognosen eingepreist worden seien. (Ausgabe vom 25.02.2019) (27.02.2019/fc/a/f)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
41,79 € 41,718 € 0,072 € +0,17% 27.01./00:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
IE0032812996 264514 43,35 € 34,02 €