Magna Eastern European Fund: Mitteleuropäische Märkte quasi eingeklemmt im Kräftefeld eines Tauziehens


29.10.19 11:30
Fiera Capital

London (www.fondscheck.de) - Der Magna Eastern European Fund zielt auf Kapitalwachstum durch Investitionen in ein diversifiziertes Portfolio von osteuropäischen (inklusive türkischen) Aktien ab, so die Experten von Fiera Capital.

Der Magna Eastern European Fund sei ein Teilfonds des Magna Umbrella Fund plc.

Die Experten würden in Qualitäts-Unternehmen investieren, mit starkem Management und nachhaltigen Wachstums-Aussichten, die attraktiv bewertet seien. Ihr Investment-Ansatz folge einer auf ihrem Research basierenden bottom-up Einzeltitelauswahl. Dabei würden die Experten besonders nach vom Markt weniger gut verstandenen Gelegenheiten suchen. Regelmäßige Treffen mit dem Management seien für ihren Prozess unverzichtbar.

Das Ziel der Experten sei, Unternehmen zu finden, die ihnen langfristig eine attraktive Anlagemöglichkeit bieten würden. Das Vertrauen in die Nachhaltigkeit des Wachstums und die bewiesene Orientierung am Wohl der Anteilseigner stünden für die Experten dabei im Mittelpunkt. Der Grad der Überzeugung von einem Unternehmen spiegele sich in der Portfolio-Konstruktion. Die Experten seien sich der Zusammensetzung des Benchmark-Index bewusst, wenn sie allerdings einen Titel nicht mögen würden, würden sie ihn nicht halten, unabhängig vom Gewicht im Index.

Julian Mayo, Fondsmanager bei Fiera Capital (ehemals Charlemagne Capital), gebe einen Einblick, wie sich osteuropäische Aktienmärkte im Kalendermonat September entwickelt hätten und wie der von ihm gemanagte Magna Eastern European Fund habe abschneiden können.

Nach einem turbulenten August sei es den osteuropäischen Märkten im September wieder besser ergangen; die Spannungen im Welthandel hätten etwas nachgegeben, und Zentralbanken auf der ganzen Welt hätten weiter auf einen lockeren Kurs gesetzt. Die US-FED habe den Leitzins um weitere 0,25% gesenkt, während die Europäische Zentralbank ihren Einlagenzinssatz auf -0,5% gestutzt und wieder angefangen habe, Anleihen aufzukaufen. Alle Märkte der Region hätten schwarze Zahlen mit Ausnahme der Tschechischen Republik verbucht. Die Türkei habe merklich überdurchschnittlich abgeschnitten, da zurückgehende Inflationswerte, abflauende geopolitische Bedenken und eine weitere Zinssenkung ausreichend Unterstützung geboten hätten.

Polen sei hinterhergehinkt, da die Banken aufgrund von Unsicherheiten bezüglich der Risiken von in ausländischen Währungen ausgestellten Hypothekenkrediten weiterhin unter Druck geblieben seien. Die Region habe in der zweiten Monatshälfte etwas an Dynamik eingebüßt, als die Märkte durch ein plötzliches drastisches Anziehen der Ölpreise wegen der Angriffe auf eine saudische Erdölraffinerie aufgerüttelt worden seien. Zum Monatsende seien die Ölpreise dann aber nur um 1% höher gewesen, da es den Saudis rasch gelungen sei, eingebüßte Kapazitäten wiederherzustellen.

Der türkische Textileinzelhändler Mavi sei der Titel gewesen, der im Portfolio den besten Beitrag geleistet habe. Das Unternehmen habe ein starkes Quartalsergebnis bekannt gegeben. Der Umsatz sei im Jahresvergleich um 31% gestiegen und das EBITDA um 24%. Hinter dem starken Umsatzwachstum hätten vor allem bessere flächenbereinigte Umsatzzahlen in der Türkei gestanden. Die Geschäftsführung habe ihre Vorausschau auf das ganze Jahr unverändert gelassen, obwohl die bisher erreichten Umsatzzahlen, das flächenbereinigte Wachstum und die EBITDA-Margen allesamt über dieser Vorausschau lägen.

Der türkische Automobilhersteller Tofas sei ein weiterer Top-Performer gewesen, nachdem staatliche Banken angekündigt hätten, dass sie bis zum Jahresende günstigere Darlehen für in der Türkei produzierte Kraftfahrzeuge anbieten würden, um den Sektor zu stützen. Die subventionierten Kreditzinsen müssten die PKW-Verkäufe ankurbeln, die nach dem Auslaufen von Steuervorteilen im Juni etwas nachgegeben hätten. Bei den Automobilherstellern sei Tofas der Hauptnutznießer dieser Maßnahme, da über 90% seiner verkauften Fahrzeuge in der Türkei hergestellt würden. Als weiteren baldigen Katalysator würden die Experten den Abschluss von Verhandlungen zur Verlängerung des Exportvertrags für die nächste Generation des Fiat Doblo Hochdachkombis erwarten.

Die Aktien des russischen Internetanbieters und Digitaldienstleisters Yandex seien diesen Monat rückläufig gewesen, da der Tech-Sektor insgesamt unter Druck gekommen sei. Die Experten könnten hinter dieser Entwicklung allerdings keine grundsätzlichen Ursachen feststellen und würden Yandex gegenüber als attraktivem potenziellem Nutznießer von Konsumwachstum in Russland weiterhin positiv eingestellt bleiben. Das Unternehmen baue weiterhin seinen Anteil am russischen Search-Geschäft aus und lege auch im Online-Werbegeschäft weiter zu. Sein JV mit Uber halte über 80% des Marktes, der höchste Wert einer derartigen Unternehmung irgendwo auf der Welt, und dazu die einzige profitable Unternehmung dieser Art. Die Experten würden erwarten, dass dieser Unternehmensbereich irgendwann ausgegliedert werde, um den darin befindlichen, beachtlichen Wert freizusetzen.

Wenn die Experten den Blick in die Zukunft werfen würden, müsste der russische Markt weiterhin belastbar bleiben, da der kontrazyklische fiskalpolitische Rahmen dabei helfe, Empfindlichkeiten des Marktes und der Wirtschaft gegenüber dem Ölpreis abzubauen. Die Türkei müsste weiterhin von einem entgegenkommenden externen Umfeld profitieren, da die Lockerungstendenzen weltweit fortdauern würden.

Man müsse in der volatilen geopolitischen Situation allerdings aufpassen, auch davor, dass die politischen Entscheidungsträger allzu sehr die Hände in den Schoß legen würden, da der Schlüssel für eine langfristigere Neubewertung weiterhin in Reformen und orthodoxeren politischen Maßnahmen zu finden sei. Schlussendlich würden die Experten die mitteleuropäischen Märkte weiterhin quasi eingeklemmt im Kräftefeld eines Tauziehens sehen: Einerseits belaste die Flaute in der Eurozone, andererseits gebe es in vielen Märkten gute heimische Aussichten und potenzielle politische Anpassungsmaßnahmen. (Ausgabe vom 24.10.2019) (29.10.2019/fc/a/f)





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