MEAG EuroKapital-Fonds: Jahresbericht per 31.03.2021, Wertzuwachs von 33,54% - Fondsanalyse


30.07.21 11:30
MEAG

München (www.fondscheck.de) - Der MEAG EuroKapital investiert schwerpunktmäßig in Aktien europäischer Unternehmen, so die Experten von MEAG.

Je nach Markteinschätzung könne das Aktienkursrisiko mittels Derivaten teilweise oder ganz abgesichert werden. Die Höhe der Aktienquote im Fondsvermögen bewege sich zwischen 0 und 100 Prozent. Anleihen und Wertpapiere außereuropäischer Aussteller könnten dem Fondsvermögen beigemischt werden. Ziel sei ein langfristig hoher Wertzuwachs.

Im vergangenen Geschäftsjahr hätten die europäischen Aktienmärkte im Zeichen der Corona-Pandemie gestanden. Die aus der Corona-Krise resultierenden nationalen Eindämmungsmaßnahmen hätten gewaltige ökonomische Einschnitte verursacht, sodass die Wirtschaftsleistung unzähliger Länder im zweiten Quartal 2020 im zweistelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorquartal geschrumpft sei - damit hätten sich zahlreiche Staaten, nach einem Rückgang im Vorquartal, in der mit Abstand kräftigsten Rezession der Nachkriegsgeschichte befunden.

Umfassende Unterstützungsmaßnahmen zahlreicher Regierungen mit einer Gesamtsumme historischen Ausmaßes von mehreren Billionen Euro sowie geldpolitische Lockerungsschritte diverser Notenbanken hätten bereits vor dem Beginn des Geschäftsjahres, also bereits in der zweiten Märzhälfte 2020, zu steigenden Notierungen geführt. Diese freundliche Marktstimmung habe sich angesichts erfreulicher Wirtschaftsdaten einiger asiatischer Länder und erster Lockerungsmaßnahmen europäischer Regierungen im Sommer 2020 in den kommenden Monaten fortgesetzt. Im weiteren Verlauf hätten dann allerdings der deutliche Anstieg der Zahl an Corona-Infektionen und die damit verbundenen "Lockdowns" in zahlreichen europäischen Ländern zu einer zunehmenden Risikoaversion bei den Marktteilnehmern geführt, mit der Folge von Kursverlusten an den europäischen Aktienmärkten.

Der spannende US-Wahlkrimi im Herbst 2020, der die Kursrücksetzer verstärkt habe, sei nur vorübergehender Natur gewesen. Denn als der knappe Sieg des neuen US-Präsidenten Joe Biden rechnerisch unumstößlich gewesen sei, hätten die europäischen Aktienmärkte erneut einen beachtlichen Aufwärtstrend verzeichnet. Der positive Jahresauftakt sei angetrieben gewesen von der Aussicht auf weitere Konjunkturpakete in den USA sowie guten Wachstumsdaten aus Asien. Für positive Impulse hätten auch Ankündigungen zahlreicher Notenbanken gesorgt, die Leitzinsen, trotz der bereits steigenden Inflationserwartungen, weiterhin auf niedrigem Niveau belassen zu wollen. Davon hätten verstärkt die Aktienmärkte profitiert, sodass der STOXX Europe 600 in der Berichtsperiode kräftig habe zulegen können und stichtagsbezogen um etwa 34 Prozent höher geschlossen habe. Die Renditen zehnjähriger deutscher Staatsanleihen seien stichtagsbezogen um 0,13 Basispunkte auf -0,33 Prozent gestiegen.

In den vergangenen zwölf Monaten sei die Aktienquote mittels Derivaten flexibel den Marktgegebenheiten angepasst worden, sie habe sich im Geschäftsjahr in einer Bandbreite zwischen ca. 58 und etwa 84 Prozent bewegt. Ausgehend von ca. 69 Prozent, sei zunächst eine volatile Seitwärtsbewegung erfolgt. Im weiteren Verlauf habe das Fondsmanagement die Aktienmarktpartizipation des Fonds auf etwa 84 Prozent erhöht. Im Sommer sei vorübergehend die Aktienquote kräftig auf ca. 72 Prozent reduziert worden, da an den europäischen Aktienmärkten nach der anfänglichen Kursrally eine Verschnaufpause erfolgt sei.

Im weiteren Verlauf habe sich die Aktienquote in einem Seitwärtsband von etwa 68 bis zu ca. 80 Prozent bis Ende Oktober 2020 bewegt. Nach der Entscheidung bei den US-Präsidentschaftswahlen und positiven Nachrichten zu den Impfstoffen sei das Engagement in die Aktienmärkte wieder angehoben worden. Die Aktienquote habe gegen Ende Februar erneut bei etwa 84 Prozent gelegen, im weiteren Verlauf sei diese sehr kräftig auf ca. 58 Prozent Mitte März 2021 reduziert worden, zum Berichtsstichtag habe sie etwa 73 Prozent betragen.

Branchenbezogen habe das Fondsmanagement die konjunktursensitiven Sektoren Banken, Automobile, Technologie und Industrie höher gewichtet. Auf Einzelwertebene seien im Technologiebereich die Titel von Infineon aufgestockt worden. Der Halbleiterhersteller Infineon passe mittel- bis langfristig hervorragend in das Portfolio. Das Unternehmen profitiere von der sich derzeit beschleunigenden Penetration von Elektrofahrzeugen und der damit einhergehenden starken Nachfrage nach Leistungshalbleitern. Zusammen mit der aktuellen Chipknappheit auf kurze Frist führe kein Weg am Marktführer in diesem Bereich vorbei.

Innerhalb des vom Niedrigzinsumfeld besonders betroffenen Bankensektors habe das Fondsmanagement auf einem attraktiven Kursniveau die Bestände an Aktien des niederländischen Kreditinstituts ING aufgestockt. Daneben habe das Fondsmanagement die Porsche-Titel neu in das Portfolio gekauft. Im zyklischen Industriesegment habe das Fondsmanagement Aktien des deutschen Optik-Spezialisten Carl Zeiss Meditec und des Zahlungsdienstleister Adyen erworben, der mit seinen Produkten stark vom strukturellen Wachstum im Online-Payment-Bereich profitiere.

Reduziert worden seien hingegen die defensiven Segmente Gesundheit und Konsumgüter. Im Gesundheitssektor habe das Fondsmanagement vollständig den Bestand an Aktien des Krankenhausbetreibers Fresenius veräußert. Die infolge der Corona-Pandemie erhöhten Hygieneauflagen und der Wegfall von Operationen hätten die Bilanz von Fresenius belastet. Darüber hinaus sei ein aussichtsreiches Neuengagement in Aktien der Online-Apotheke Zur Rose Group aus dem Einzelhandelsbereich erfolgt. Zum Unternehmen Zur Rose Group würden u.a. bekannte Marken wie DocMorris gehören. Das Unternehmen sei Krisengewinner und könne aufgrund der Einführung des E-Rezeptes in Deutschland auf weiteres Wachstumspotenzial bauen.

Ferner habe das Fondsmanagement die Position des französischen Luxusgüterkonzerns LVMH höher gewichtet. Zu dem Konzern würden Marken wie beispielsweise Louis Vuitton, TAG Heuer, Dom Pérignon oder Moët gehören. Zu den größten Positionen im Portfolio hätten per Ende März 2021 ASML (6,63 Prozent), LVMH (4,22 Prozent) und Linde (3,33 Prozent) gezählt.

Der Rentenanteil sei in der Berichtsperiode leicht von ca. 22 auf etwa 17 Prozent gefallen. Innerhalb des Portfolios von Anleihen öffentlicher Emittenten seien regionenübergreifend die Bestände an Staatspapieren diverser Länder reduziert worden. So habe stichtagsbezogen das Fondsmanagement den Anteil an Staatsanleihen spanischer, niederländischer und österreichischer Provenienz niedriger gewichtet. Darüber hinaus seien die Engagements in Staatspapiere brasilianischer, nordmazedonischer und kroatischer Herkunft verkauft worden. Der Anteil der deutschen Staatsanleihen sei hingegen in der Berichtsperiode gestiegen.

Der MEAG EuroKapital habe in den vergangenen zwölf Monaten eine Wertentwicklung von 33,54 Prozent (BVI-Methode) erzielt. Der Vergleichsindex (50% MSCI EMU ESG Leaders Net Total Return, 20% IBOXX EURO SOVEREIGN EZONE all mats., 30% Geldmarkt Eonia) habe in den vergangenen zwölf Monaten eine Wertentwicklung von 20,58 Prozent verbucht.

Positive Performancebeiträge hätten die grundsätzlich freundlichen Kapitalmärkte geliefert, die durch die monetären und fiskalischen Maßnahmen befeuert worden seien. Auf der Aktienseite hätten positive Impulse aus der aktiven Steuerung der Aktienallokation resultiert. Negativ auf die Wertentwicklung hätten sich teilweise der Anstieg der Inflationserwartungen und der damit einhergehende Zinsanstieg auf die Rentenseite und die Schwankungen an den Aktienmärkten im Zusammenhang mit den US-Präsidentschaftswahlen ausgewirkt.

Am 24. Juni 2021 sei die Endausschüttung an die Anleger für das abgelaufene Geschäftsjahr 2020/2021 erfolgt. Je Anteil würden 0,23 Euro ausgeschüttet.

Die COVID-19-Pandemie werfe ihre Schatten voraus - der Ausgang hinsichtlich weiterer Mutationen, "Lockdowns" und die Dauer der Pandemie seien noch ungewiss. In Europa und speziell in Deutschland sei das Impftempo noch deutlich ausbaufähig. Die Kapitalmärkte befänden sich tendenziell in einem Spannungsfeld zwischen der Furcht vor einem Zinsanstieg und der Hoffnung auf eine Erholung der Konjunktur.

Einerseits hätten die jüngsten Anstiege der Inflationserwartungen und der Rohstoffpreise angedeutet, dass sich eine Konjunkturerholung anbahne. Dabei dürfte die US-Ökonomie schneller aus der Krise kommen als die europäische Wirtschaft. Andererseits habe der gigantische fiskalische Stimulus der US-Regierung für zusätzliche Impulse und für zwiespältige Reaktionen gesorgt. Dieses Paket habe aufgrund seiner großen Dimension bei dem einen oder anderen Marktteilnehmer die Angst davor geschürt, dass hierdurch eine potenzielle Inflation noch stärker angetrieben werden könnte.

Am Rentenmarkt habe der Anstieg der US-Renditen von zehnjährigen Staatspapieren weit über einen Prozentpunkt hinaus die Sorge vor einer früher als ursprünglich erwartet kontraktiven US-Geldpolitik entfesselt, um einem potenziellen Inflationsanstieg Einhalt zu bieten. Der damit einhergehende steigende Zins hätte eine hemmende Wirkung auf die Investitionstätigkeit und damit auf eine konjunkturelle Erholung in den USA und dadurch indirekt auch auf Europa.

Falls die Impfquote in Europa in naher Zukunft deutlich angehoben werde und die Konjunkturerholung mit einer moderaten Inflation folgen sollten, dann dürften die Renditen zehnjähriger deutscher Staatspapiere nur moderat ansteigen, begleitet von einer weiterhin expansiven Geldpolitik der Notenbanken.

Auch wenn die europäischen Aktienmärkte eine regelrechte Kursrally im vergangenen Geschäftsjahr verbucht hätten und diverse Titel bereits recht hoch bewertet seien, sei weiterhin unterstützt durch die lockere Geldpolitik ein moderates Aufwärtspotenzial möglich. Dennoch hänge auch die Entwicklung an den Aktienmärkten vom Pandemiegeschehen ab. Für temporäre Rücksetzer könnten ferner geopolitische Konflikte sorgen.

Grundsätzlich könnten Adressenausfallrisiken nicht ausgeschlossen werden. Das Fondsvermögen sei im Berichtszeitraum jedoch breit gestreut investiert gewesen, zudem habe bei der Auswahl der Einzeltitel immer die gute Qualität der Wertpapiere im Vordergrund gestanden. Die Anleihen im Portfolio hätten Ende März 2021 ein durchschnittliches Rating von A2 gehabt (internes MEAG Rating). Mit einem Anteil am Rentenportfolio von 100 Prozent hätten Papiere guter bis zu bester Bonität den Anlageschwerpunkt gebildet. Für das Rentenportfolio seien die Adressenausfallrisiken trotz der durch das Coronavirus ausgelösten Marktturbulenzen demnach im Berichtszeitraum gering gewesen.

Das Sondervermögen könne infolge der Investition in Rentenpapiere Zinsänderungsrisiken aufweisen, die sich in Form von Kursänderungen in den einzelnen Anlagen niederschlagen würden. Die Zinssensitivität des Rentenportfolios habe Ende März 2021 8,32 betragen (Modified Duration mit Derivaten), das heiße, die Zinsänderungsrisiken des Fonds seien hoch gewesen.

Während des Berichtszeitraumes habe das Sondervermögen Marktpreisrisiken vor allem in Form von Aktienkursschwankungen innegehabt. Grundsätzlich seien angesichts der allgemein vorherrschenden Unsicherheit an den Kapitalmärkten die Marktpreisrisiken gestiegen. Das Marktpreisrisiko, gemessen an der Schwankungsbreite (Volatilität) des Anteilpreises, habe in den vergangenen zwölf Monaten 12,38 Prozent betragen und sei somit als hoch einzustufen gewesen.

Auf Währungsebene sei der Fonds zum Berichtsstichtag zu etwa 4 Prozent in Fremdwährungsanlagen investiert gewesen. Daneben seien überschaubare Risiken durch den Einsatz in Derivaten vorhanden gewesen. Die Währungsrisiken seien insgesamt gesehen im Berichtszeitraum niedrig gewesen.

Das Sondervermögen sei im Berichtszeitraum überwiegend in hochliquide europäische Aktien investiert gewesen. Alle Positionen seien handelbar gewesen, es habe sich ein sehr geringes Liquiditätsrisiko für das Sondervermögen ergeben.

Die Fondsgesellschaft habe im Berichtszeitraum die erforderlichen Maßnahmen getroffen, um die operationellen Risiken auf ein angemessenes Niveau zu reduzieren. Das operationelle Risiko schließe Rechts-, Dokumentations- und Reputationsrisiken sowie Risiken mit ein, die aus den für ein Investmentvermögen betriebenen Handels-, Abrechnungs- und Bewertungsverfahren resultieren würden. Hierunter würden auch Risiken fallen, die aus der Nicht-Beachtung von gesetzlichen oder vertraglichen Anlagevorschriften resultieren würden. Die Fondsgesellschaft begegne diesen Risiken unter anderem durch schriftlich dokumentierte Verhaltensrichtlinien, Prozessbeschreibungen sowie mit einem Kontrollumfeld. Die Prüfung der Einhaltung der entsprechenden Vorschriften erfolge regelmäßig durch die Interne Revision.

Das Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften belaufe sich auf -1.412.181,27 Euro. Der Betrag setze sich im Wesentlichen wie folgt zusammen: Realisierte Gewinne aus Derivaten (27.131.597,11 Euro), aus Aktien (5.419.524,69 Euro), aus verzinslichen Wertpapieren (117.707,56 Euro) sowie aus Devisengeschäften (-33.345,80 Euro); realisierte Verluste aus Derivaten (-30.500.083,69 Euro), aus Aktien (-3.032.304,69 Euro), aus Devisengeschäften (-334.132,73 Euro), aus verzinslichen Wertpapieren (-181.120,43 Euro) sowie aus Bezugsrechten (-23,29 Euro). Während des Berichtszeitraumes habe es keine wesentlichen Ereignisse gegeben. (Stand vom 31.03.2021) (30.07.2021/fc/a/f)





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