MEAG EuroInvest-Fonds: Jahresbericht zum 31.03.2021, Wertzuwachs von 44,09% - Fondsanalyse


02.08.21 11:00
MEAG

München (www.fondscheck.de) - Der MEAG EuroInvest (ISIN DE0009754333 / WKN 975433, A) investiert nach einem langfristigen und wertorientierten Investmentansatz überwiegend in Aktien europäischer Unternehmen, so die Experten von MEAG.

Große führende Unternehmen könnten dabei um aussichtsreiche kleinere Unternehmen ergänzt werden. Der Fonds bevorzugt Aktien von Unternehmen, die gemessen an ihrem Ertragspotenzial und ihren Zukunftsaussichten unterbewertet erscheinen und zudem eine hohe Dividendenrendite aufweisen (Dynamic-Value-Konzept), so die Experten von MEAG. Ziel sei eine Teilnahme an der Wertentwicklung der europäischen Aktienmärkte.

Der MEAG EuroInvest bestehe zum Berichtsstichtag 31.03.2021 aus zwei verschiedenen Anteilklassen (Anteilklasse A und I). Die zwei Anteilklassen würden sich hinsichtlich der Gebührenstruktur (Ausgabeaufschlag und Verwaltungsvergütung) sowie der Mindestanlagesumme unterscheiden.

Im vergangenen Geschäftsjahr hätten die europäischen Aktienmärkte im Zeichen der Corona-Pandemie gestanden. Die aus der Corona-Krise resultierenden nationalen Eindämmungsmaßnahmen hätten gewaltige ökonomische Einschnitte verursacht, sodass die Wirtschaftsleistung unzähliger Länder im zweiten Quartal 2020 im zweistelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorquartal geschrumpft sei - damit hätten sich zahlreiche Staaten, nach einem Rückgang im Vorquartal, in der mit Abstand kräftigsten Rezession der Nachkriegsgeschichte befunden.

Umfassende Unterstützungsmaßnahmen zahlreicher Regierungen mit einer Gesamtsumme historischen Ausmaßes von mehreren Billionen Euro sowie geldpolitische Lockerungsschritte diverser Notenbanken hätten bereits vor dem Beginn des Geschäftsjahres, also bereits in der zweiten Märzhälfte 2020, zu steigenden Notierungen geführt. Diese freundliche Marktstimmung habe sich angesichts erfreulicher Wirtschaftsdaten einiger asiatischer Länder und erster Lockerungsmaßnahmen europäischer Regierungen im Sommer 2020 in den kommenden Monaten fortgesetzt. Im weiteren Verlauf hätten dann allerdings der deutliche Anstieg der Zahl an Corona-Infektionen und die damit verbundenen "Lockdowns" in zahlreichen europäischen Ländern zu einer zunehmenden Risikoaversion bei den Marktteilnehmern geführt, mit der Folge von Kursverlusten an den europäischen Aktienmärkten.

Der spannende US-Wahlkrimi im Herbst 2020, der die Kursrücksetzer verstärkt habe, sei nur vorübergehender Natur gewesen. Denn als der knappe Sieg des neuen US-Präsidenten Joe Biden rechnerisch unumstößlich gewesen sei, hätten die europäischen Aktienmärkte erneut einen beachtlichen Aufwärtstrend verzeichnet. Der positive Jahresauftakt sei angetrieben gewesen von der Aussicht auf ein weiteres Konjunkturpaket in den USA sowie guten Wachstumsdaten aus Asien. Für positive Impulse hätten auch Ankündigungen zahlreicher Notenbanken gesorgt, die Leitzinsen, trotz der bereits steigenden Inflationserwartungen, auf niedrigem Niveau belassen zu wollen. Davon hätten verstärkt die Aktienmärkte profitiert, sodass der MSCI Europe ESG Universal Net Return EUR in der Berichtsperiode kräftig habe zulegen können und stichtagsbezogen um etwa 37 Prozent höher geschlossen habe.

Im Berichtszeitraum vom 1. April 2020 bis 31. März 2021 habe das Fondsmanagement auf Branchenebene die Gewichtungen der Sektoren Industriegüter und Service, Bau, Energie, Medien sowie Einzelhandel erhöht. Auf Einzeltitelebene habe das Fondsmanagement Titel der drei französischen Baukonzerne LafargeHolcim, Bouygues sowie VINCI neu in das Bauportfolio gekauft. Mit vielen Infrastrukturprojekten, die jetzt im Rahmen diverser Konjunkturpakete beschlossen worden seien, sollten Baufirmen weiterhin stabile Umsatzerlöse trotz Corona-Krise erzielen können. Die jahrelangen Sparmaßnahmen bei der europäischen Infrastruktur sollten auch mittelfristig einen Treiber für den Sektor darstellen. Das Fondsmanagement habe die coronabedingten Kursrücksetzer genutzt, um hier die Positionen aufzubauen.

Bei dem Bauwert Bouygues sei neben dem Kerngeschäft der Telekommunikationsmarkt noch ein weiterer Treiber. In Frankreich seien immer noch vier Anbieter am Markt, während in anderen europäischen Ländern die Konsolidierung schon weiter fortgeschritten sei.

Auch innerhalb der Energiebranche seien auf günstigem Bewertungsniveau Neuengagements in Aktien der europäischen Schwergewichte ENI, Total sowie OMV erfolgt. Bedingt durch die weitreichenden Ausgangsbeschränkungen seien der Verkehr, die Wirtschaftstätigkeit und damit der Ölverbrauch deutlich gesunken. Dies habe aufgrund der begrenzten Lagerkapazitäten sogar zu einem kurzfristig negativen Ölpreis geführt, was den Kurs der großen Energiefirmen belastet habe. Unter den großen Energiefirmen sollte Total innerhalb Europas am besten mit den Herausforderungen aus Nachfrageschwäche und Überangebot umgehen können, der Konzern werde nach MSCI-Nachhaltigkeitskriterien mit der Top-Note "A" bewertetet. Total halte weiterhin an einer branchenführenden Umweltpolitik fest, die Ziele zur Emissionsreduzierung beinhalte. Zudem biete Total auf dem Kursniveau eine sehr attraktive Dividendenrendite.

Des Weiteren sei die Beimischung von Vivendi-Aktien aus dem Mediensektor in das Portfolio erfolgt. Vivendis Musiksparte Universal Music sollte durch die steigende Nachfrage nach Musikstreaming auch weiter organisch wachsen. Die Bereiche Bezahlfernsehen und Werbung dürften zwar an den durch die Pandemie verursachten Verschiebungen diverser Sportveranstaltungen leiden. Der Titel biete aber eine gute zyklische Komponente für die Zeit, wenn das Gros der Bevölkerung in den westlichen Industrienationen geimpft sei. Vivendi habe im Jahr 2020 eine Dividende an seine Aktionäre gezahlt.

Aus dem Industriegüter- und Servicesektor sei Deutsche Post neu in das Portfolio aufgenommen worden. Die Deutsche Post DHL Group sei gut positioniert, um vom Anstieg des Internethandels und der Erholung des Geschäftskundenmarktes zu profitieren. Kurzfristig würden sie besonders von den gestiegenen Frachtkosten profitieren, bedingt durch den wegfallenden Flugverkehr. Deutsche Post DHL betreibe eine eigene Flugzeugflotte und werde daher vom Preisanstieg begünstigt. Das Verhalten der Firma in Bezug auf CO2-Emissionen gelte im Branchenvergleich als überdurchschnittlich. Der Konzern sei einer der Pioniere mit einer Flotte von Elektromobilen (Streetscooter) gewesen und habe u.a. Wasserstoffantriebe in Planung. Insgesamt stufe MSCI Deutsche Post DHL aktuell mit einem sehr guten ESG-Rating von "AA" ein.

Ferner habe das Fondsmanagement die Aktien der beiden schwedischen Unternehmen Epiroc und Skandvik gekauft. Die Firma Epiroc profitiere von der Wiederbelebung der Auftragslage und verbesserten Serviceaussichten. Treiber seien die zu geringen Investitionen der Bergbauunternehmen in der Vergangenheit und deren Bestrebung, jetzt von den höheren Rohstoffpreisen zu profitieren. Der Fokus des Sektors auf Produktivität spiele auch bei der Wartung der Ausrüstung für Epiroc eine Rolle, um die Auslastung hochzuhalten. Diese Dienstleistung erwirtschafte hohe Margen und sollte eine stabile Grundlage darstellen.

In der Berichtsperiode habe das Fondsmanagement die Sparten Versicherungen und Banken sowie das defensive Segment Gesundheit reduziert. Die erhöhte Unsicherheit möglicher pandemiebedingter Belastungen im Finanzsektor und die geringe Chance für Dividendenzahlungen hätten hier den Ausschlag gegeben. Andere Branchen konnten ihre Eigenkapitalgeber weiter an den Gewinnen beteiligen und erschienen daher attraktiver, so die Experten von MEAG.

Das Fondsmanagement habe die Titel der Versicherer Mapfre, Allianz sowie der Zurich Insurance Group veräußert. Im Bankensegment seien Positionen französischer, italienischer und spanischer Banken verkauft worden. Aus dem Gesundheitssegment seien stichtagsbezogen die Bestände an Aktien von Novartis, Roche, Vifor Pharma und Smith & Nephew veräußert worden. Zu den größten Positionen im Portfolio hätten per Ende März 2021 Orange (2,60 Prozent), AXA (2,39 Prozent) und Total (2,04 Prozent) gezählt.

Der MEAG EuroInvest habe in den vergangenen zwölf Monaten eine Wertentwicklung von 44,09 Prozent in der Anteilklasse A und 45,38 Prozent in der Anteilklasse I (BVI-Methode) erzielt. Der Vergleichsindex (100% MSCI Europe ESG Universal Net Return EUR) habe im Berichtszeitraum eine Wertentwicklung von 36,78 Prozent verbucht.

Positive Performancebeiträge hätten die grundsätzlich freundlichen Kapitalmärkte geliefert, die durch die monetären und fiskalischen Maßnahmen befeuert worden seien, besonders aus den Sektoren Industriegüter und Service, Bau, Grundstoffe, Banken und Technologie. Negativ auf die Wertentwicklung hätten sich Einzeltitel aus dem Gesundheitssektor sowie die Schwankungen an den Aktienmärkten im Zusammenhang mit den US-Präsidentschaftswahlen ausgewirkt.

Am 24. Juni 2021 sei die Endausschüttung an die Anleger für das abgelaufene Geschäftsjahr 2020/2021 erfolgt. Für die Anteilklasse A würden je Anteil 1,13 Euro, für die Anteilklasse I je Anteil 1,91 Euro ausgeschüttet.

Die Aktienmärkte hätten im letzten Geschäftsjahr eine unvorstellbare Kursrally verzeichnet und einzelne Indices, wie der DAX oder der Dow Jones Industrial Average, seien von Allzeithoch zu Allzeithoch geklettert. Ein weiteres US-Konjunkturpaket und positive Wirtschaftsdaten im Kalenderjahr 2021 hätten für zusätzlichen Rückenwind gesorgt. Die weltweit massiv ausgedehnte lockere Geldpolitik dürfte auch mangels alternativer Anlageklassen weiterhin die Aktienmärkte positiv unterstützen.

Die regionale Pandemieentwicklung dürfe aber nicht aus den Augen gelassen werden. Der Ausgang hinsichtlich weiterer Mutationen, "Lockdowns" und die Dauer der Pandemie seien noch ungewiss. In Europa und speziell in Deutschland sei das Impftempo noch deutlich ausbaufähig. Zudem berge die sich anbahnende Konjunkturerholung angesichts des expansiven geldpolitischen Kurses zahlreicher Notenbanken auch gewisse Inflationsrisiken.

Diese Sorgen der Marktteilnehmer seien in der jüngsten Zunahme von Inflationserwartungen, insbesondere in den USA, erkennbar. Jedoch sei der Anstieg der Inflationsraten neben den erfreulichen Wirtschaftsdaten auch das Produkt von Sondereffekten gewesen, wie beispielsweise in Deutschland von Öko-Steuern auf die Kraftstoffpreise und höheren Rohstoffpreisen. Der kräftige Anstieg an den europäischen Börsen und das zum Teil recht hohe Bewertungsniveau würden zudem in der kurzfristigen Sicht das Risiko für Kursrücksetzer bergen. Das generelle Kapitalmarkt- und Konjunkturumfeld stimme aber in der mittelfristigen Perspektive für die europäischen Aktienmärkte weiterhin vorsichtig optimistisch.

Grundsätzlich könnten Adressenausfallrisiken nicht ausgeschlossen werden. Da der MEAG EuroInvest keine Rentenpapiere im Bestand halte, sondern Aktieneinzeltitel, seien die Auswirkungen im Berichtszeitraum sehr gering gewesen.

Das Sondervermögen weise infolge der ausschließlichen Investition in Aktieneinzeltitel keine direkten Zinsänderungsrisiken auf.

Während des Berichtszeitraumes habe das Sondervermögen Marktpreisrisiken vor allem in Form von Aktienkursschwankungen innegehabt. Grundsätzlich seien angesichts der allgemein vorherrschenden Unsicherheit an den Kapitalmärkten die Marktpreisrisiken gestiegen. Das Marktpreisrisiko, gemessen an der Schwankungsbreite (Volatilität) des Anteilpreises, habe in den vergangenen zwölf Monaten 21,10 Prozent betragen und sei somit als hoch einzustufen gewesen.

Auf Währungsebene sei der Fonds zum Berichtsstichtag mit ca. 58 Prozent in Euroanlagen investiert gewesen. Die Währungsrisiken seien somit im Berichtszeitraum hoch gewesen.

Das Sondervermögen sei im Berichtszeitraum überwiegend in hochliquide europäische Aktien investiert gewesen. Es habe sich ein sehr geringes Liquiditätsrisiko für das Sondervermögen ergeben.

Die Fondsgesellschaft habe im Berichtszeitraum die erforderlichen Maßnahmen getroffen, um die operationellen Risiken auf ein angemessenes Niveau zu reduzieren. Das operationelle Risiko schließe Rechts-, Dokumentations- und Reputationsrisiken sowie Risiken mit ein, die aus den für ein Investmentvermögen betriebenen Handels-, Abrechnungs- und Bewertungsverfahren resultieren würden. Hierunter würden auch Risiken fallen, die aus der Nicht-Beachtung von gesetzlichen oder vertraglichen Anlagevorschriften resultieren würden. Die Fondsgesellschaft begegne diesen Risiken unter anderem durch schriftlich dokumentierte Verhaltensrichtlinien, Prozessbeschreibungen sowie mit einem Kontrollumfeld. Die Prüfung der Einhaltung der entsprechenden Vorschriften erfolge regelmäßig durch die Interne Revision.

Das Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften in der Anteilklasse A belaufe sich auf -11.753.317,39 Euro. Der Betrag setze sich im Wesentlichen wie folgt zusammen: Realisierte Gewinne aus Aktien (58.551.920,50 Euro), aus Derivaten (3.415.663,93 Euro), aus Bezugsrechten (12.011,25 Euro) und aus Devisengeschäften (-9.677,95 Euro); realisierte Verluste aus Aktien (-73.189.407,99 Euro), aus Derivaten (-494.057,43 Euro), aus Bezugsrechten (-107.687,28 Euro) und aus Devisengeschäften (67.917,58 Euro).

Das Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften in der Anteilklasse I belaufe sich auf -1.058.868,91 Euro. Der Betrag setze sich im Wesentlichen wie folgt zusammen: Realisierte Gewinne aus Aktien (5.227.337,51 Euro), aus Derivaten (305.840,70 Euro), aus Bezugsrechten (1.072,33 Euro) sowie aus Devisengeschäften (-883,77 Euro); realisierte Verluste aus Aktien (-6.544.523,92 Euro), aus Derivaten (-44.133,19 Euro), aus Bezugsrechten (-9.646,01 Euro) sowie aus Devisengeschäften (6.067,44 Euro). Während des Berichtszeitraumes habe es keine wesentlichen Ereignisse gegeben. (Stand vom 31.03.2021) (02.08.2021/fc/a/f)





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